Biedermeier und Vormärz

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Vormärz ist eine Epoche,die im Jahre 1815 mit dem endgültigen Abtritt des französischen Kaisers Napoleon begann.


•Wichtiger politischer Einschnitt war die Julirevolution von 1830 in Frankreich

•Man verbindet mit Vormärz das Aufkommen von Liberalismus, Demokratiebestrebungen und Nationalismus

•Epochenbezeichnung in der Kunst-, Literatur- und Kulturgeschichte: Biedermeier, Romantik oder Literatur der Restaurationsepoche Literaturgeschichte im Vormärz

•Oppositionelle bis revolutionäre politische Literatur der Jahrzehnte vor der deutschen Märzrevolution

•Der Beginn der Literaturepoche ist umstritten: er war entweder 1815 (Wiener Kongress), 1819 (Karlsbader Beschlüse), 1830 (Julirevolution) oder 1840 (Rheinkrise)

•Wichtige Generes zu der Zeit waren der Brief, der Reisebericht und das politische Gedicht

•Wichtige Schriftsteller waren Heinrich Heine (1797-1856), Karl Gutzkow (1811-1878), Heinrich Laube (1806-1884), Theodor Mundt (1808-1861), Ludolf Wienbarg (1802-1872), August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874), Ferdinand Freiligrath (1810-1876), Georg Herwegh (1817-1875), Robert Eduard Prutz (1816-1872), Georg Weerth (1822-1856), Ludwig Börne (1786-1837), Georg Büchner (1813-1837), Christian Dietrich Grabbe (1801-1836), Ernst Dronke (1822-1891), Adolf Glaßbrenner (1810-1876), Louise Aston (1814-1871), Fanny Lewald (1811-1889), Bettina von Arnim (1785-1859), Friedrich Wilhelm Schulz (1797-1860), Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), usw.

•Wichtige Werke dieser Zeit waren: Dies Buch gehört dem König (Bettina von Arnim), Deutschland ein Wintermärchen (Ludwig Börne), Der Tod des Pfarrers Friedrich Ludwig Weidig


Biedermeier repräsentiert die Zeitspanne von 1815 bis 1848 und wird als Epochenbezeichnung der Kulturgeschichte dargestellt.

Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich auf die in dieser Zeitspanne entstandene Kultur.

Nach der Niederlage Napoleons wurden Beschlüsse für eine neue Ordnung also Restauration Europas im Wiener Kongress gefasst zur Wiederherstellung der Verhältnisse von Europa die vor der französischen Revolution waren. Zudem wurden dieKarlsbader Beschlüsse von Fürst Metternich durchgesetzt welche eine starke Einschränkung jeglicherpolitischer Betätigung bedeuteten. Es wurde eine starke Zensur für Veröffentlichungen durchgeführt.Den Begriff Biedermeier gibt es auch nur in den Ländern Deutschland, Österreich und Skandinavien, da in den anderen Ländern die Entwicklung anders ablief.

Die Titel der Gedichte "Biedermanns Abendgemütlichkeit" und "Bummelmmaiers Klage" von V. v. Scheffel bilden in der Zusammenziehung von Biedermann und Bummelmaier den Namen Biedermaier.

Bis 1869 wurde Biedermaier geschrieben, erst danach kam die Schreibweise mit "ei" auf.

Die biedermeierliche Lyrik zeichnet sich sowohl in ihrer Form als auch in ihrem Inhalt durch Einfachheit und Volksliedhaftigkeit aus. Wichtige Themen waren: Liebe, Religion, Vergänglichkeit, Entsagung und häusliches Glück. Wie schon in der Romantik, traten auch im Biedermeier häufig Gedichtzyklen auf, z.B. bei Droste-Hülshoff (Heidebilder (1841/42)), Grillparzer, Lenau und Mörike.

Wichtige Werke und Autoren der biedermeierlichen Zeit waren: Der Alpenkönig und der Menschenfeind (1828); Der Verschwender (1834) von Ferdinand Raimund (1790-1836), Sappho (1818); Der Traum, ein Leben (1834) von Franz Grillparzer (1791-1872), Die Epigonen (1836); Münchhausen (1838/39) von Karl L. Immermann (1796-1840), Die Judenbuche (1842); Gedichte (1844) von Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), Der böse Geist Lumpazivagabundus (1835); Der Talisman (1843) von Johann N. Nestroy (1801-1862), Faust (1836) von Nikolaus Lenau (1802-1850),Gedichte, Balladen; Roman: Maler Nolten (1832); Novelle: Mozart auf der Reise nach Prag (1855) von Eduard Mörike, Erzählungen: Studien (1844/50); Bunte Steine (1853); Roman: Der Nachsommer (1857) von Adalbert Stifter (1805-1868)

In dieser Zeit viel in der Kunst und Kultur geändert. In der Kunst wurden meist nur noch Genre- oder Landschaftsmalereien angefertigt und veröffentlicht. Einige bekannte Maler während dieser Zeit waren zum Beispiel Moritz von Schwind und Friedrich Gauermann. Die Musik änderte sich auch. Es wurde sehr viel Hausmusik wie Klavier, Geige oder und Anderem gehört. Es entwickelte sich nebenbei auch der Walzer in Wien.Die Mode der Leute änderte sich auch von 1800-1830. Bei den Frauen wurde die Taille besonders betont und es wurden immer ein Reifrock und Korsett getragen. Die Ärmel waren sehr voluminös. Die Kopfbedeckung war eine Schute (haubenähnlicher Hut. Nebenbei musste immer ein Kaschmirschal getragen werden und ebenfalls ein Regenschirm.

Die Männer wurden auch eng tailliert so dass viele zu einem Schnürgürtel griffen. Sie trugen lange Hosen einen engen Kragen und eine gestreifte oder geblümte Weste, sowie ein Gehrock oder ein Frack. Wichtig waren auch die kunstvoll geknotete Krawatte, ein Spazierstock, Handschuhe und eine Taschenuhr, eventuell noch ein Lorgnon. Das wesentliche Kennzeichen der Biedermeier-Architektur ist der elegante, aber eher schlichte Stil, wobei er letztlich eine Variante des Klassizismus war. Dieser Stil prägte die Monumentalbauten dieser Zeit, das Biedermeier die bürgerlichen Wohnviertel. Der bekannteste Architekt dieser Epoche war der Berliner Karl Friedrich Schinkel, aber seine Entwürfe waren nicht biedermeierlich. Der bedeutendste Architekt des Biedermeier-Stils war dagegen Joseph Kornhäusel, der seine Spuren vor allem in Wien und Baden bei Wien, der Sommerresidenz des österreichischen Kaisers, hinterließ.