Boccaccio - Falkennovelle

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kurzinfo
Vista-kdmconfig.png
Bei dieser Seite handelt es sich um eine Projekt-, Kurs- oder Klassenseite.
Konradin - Beizjagd

Inhaltsverzeichnis

Historischer und biographischer Hintergrund

Giovanni Boccaccio (Jonas)

Giovanni Boccaccio wurde 1313 in Florenz als uneheliches Kind geboren und starb 1375 in Certaldo bei Florenz. In seiner Kindheit lebte er im Haus seines Vaters, der für eine Bankgesellschaft arbeitete. Deshalb wurde er, als er 14 war, nach Neapel geschickt, um seine kaufmännischen Fähigkeiten zu verbessern. In den Jahren bis 1340 entstanden auch seine ersten Werke, wie z.B. "Il Filostrato" und "Il Filocolo". 1340 kehrte er nach Florenz zurück und trat in den Staatsdienst ein, da er in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Zwischen 1345 und 1346 begab er sich an den Hof des da Polenta in Ravenna, während er im nächsten Jahr im Dienst des Ordelaffi in Forli stand. Das Decamerone, der Höhepunkt seines Schreibens, entstand 1348, in den Jahren nach der Pest-Epidemie. 1373 wurde ihm, der bereits zwanzig Jahre zuvor mit seiner Dante-Biographie den Kult um Dante Aligherie angefacht hatte, von der Stadt Florenz aufgetragen, öffentlich die Divina Commedia ("Göötlich Komödie", von Dante Aligheri)zu lesen, zu erklären und zu kommentieren. 1374 verschlechterte sich allerdings sein gesundheitlicher Zustand, woraufhin er seine Tätigkeit abbrechen musste. 1373 ließ er sich in Certaldo nieder, um noch einige Werke, wie z.B. das "De casibus virorum illustrium", zu beenden.

Die Pest in Italien (Alexander, Vincent)

Die Pest bricht 1331 in Asien aus und breitet sich über die goldene Horde (mongolisches Reitervolk) nach Europa aus. Sie erreicht 1346 die Grenzen Europas und verbreitet sich dann vor allem durch Handelswege über italienische Hafenstädte in ganz Europa. In Italien wird deshalb 1347 die Quarantäne eingeführt, so darf 40 Tage lang niemand ein eingelaufenes Schiff betreten oder verlassen. Außerdem fliehen viele italienische Adlige und Gutsbesitzer die Städte und ziehen aufs Land. Sie schließen sich in ihren Häusern ein, um vor der Pest sicher zu sein. In Italien herrscht die Epidemie wie auch in vielen anderen europäischen Staaten zwischen 1347 und 1351. Durch sie wird etwa ein Drittel der Bevölkerung ausgelöscht. Die Pest breitet sich vor allem wegen mangelnder Hygiene so schnell und so heftig über Europa aus. Sie wird meistens durch den Pestfloh übertragen, kann aber auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. In Florenz bricht 1348 die Pest aus und tötet etwa drei Fünftel der Bevölkerung, doch in Florenz wird die Gesellschaft nicht wie in vielen anderen europäischen Staaten zerstört, sondern gestärkt.

Minne (Tim R., Marvin)

Minne ist ein mittelhochdeutsches Wort und bedeutet Liebe. Die Minne beinhaltet in gedichteter Form die mentale und emotionale Zuwendung zunächst von Mensch zu Gott als auch der platonischen Zuwendung zu anderen Menschen also von Ritter zur Dame und später vor allem die Liebe zum anderen Geschlecht. Dabei beläuft sich deren Inhalt auf sozialer und freundschaftlicher aber auch auf erotischer und sexueller Ebene. Minne spielte im Mittelalter (12.-14.Jh.) bei den Adligen eine große Rolle, denn dadurch zeigten Männer welche vor allem Ritter waren, den höhergestellten, adligen Damen wie stark sie sie liebten oder verehrten. Der Minnesang ist die so genannte hohe Minne. Es gehörte auch zur Ritterkultur sich als Ritter vor einer Frau zu präsentieren und preiszugeben. Die hohe Minne beschreibt die einseitige und unerwiderte Liebe von Mann zu Frau sie wird auch Bewährungsminne genannt. Im Spätmittelalter verlagerte sich die Bedeutung der Minne immer mehr auf den sexuellen Aspekt und wurde zunehmend in derberen Texten thematisiert (niedere Minne). Schlussendlich wurde der Begriff Minne immer häufiger durch das Wort Liebe ersetzt, bis er sozusagen ausstarb.

In der Falkennovelle wird die Minne verkörpert durch das Werben des Ritters (Federigo) um die Gunst der adligen Dame (Giovanna), indem er all sein Hab und Gut investiert bis ihm nichts bleibt außer seinem Falken und seinem Landgut, ohne dass die Dame sein Werben erhört oder gar erwidert.


Quellen: (Brockhaus, http://de.wikipedia.org/wiki/Minne, Falkennovelle)

Das Dekameron (Moritz, Erik)

Boccaccios Dekameron, eine Art Novellensammlung von 100 Novellen, wurde 1350 verfasst. Deshalb ist es der französischen Frührenaissance zuzuordnen. Es ist in eine Rahmenhandlung gebettet: um das Jahr 1348 reisten zehn junge Menschen (drei Männer und sieben Frauen) aus Florenz auf einen Landsitz in die Toskana. Dort erzählten sie sich an zehn Tagen zehn Geschichten (daher der Name Dekameron, griechisch: deka Zehn; hemera Tag). Sie waren aus Florenz geflüchtet, da dort die Pest wütete. Damit dort der Tag organisiert zuging, durfte jeden Tag eine andere Person ein Thema bestimmen. Zum ausgewählten Thema erzählte dann jeder der zehn Anwesenden eine Geschichte. Die Themen, die sie auswählten, reichen von falschen Beichten, über Geiz und Raub bis hin zur Liebe. Dies half ihnen, sich die Zeit zu vertreiben und sich von der Pest abzulenken. Diese Rahmenhandlung ist jedoch fiktiv bis auf den Ansatz: die Pest. Sprachlich ist noch zu erwähnen, dass jede der Novellen im Decameron in einen Rahmen (manchmal auch mehrere Rahmen) eingebettet. Siehe dazu: 3.3 Aufbau [1]

Die Novelle (Gattung) (Conrad, Oliver)

Novellen sind kurze Erzählungen mit Ursprung im Dekameron. Sie sind kürzer als ein Roman, meistens länger als eine Kurzgeschichte. Novellen besitzen keine Nebenhandlungen, und haben nur wenige Hauptfiguren. Die Handlung ist an ein Ereignis gebunden, durch das sich das Leben der Hauptfigur ändert.

Gegenstand jeder Novelle sei eine "sich ereignete, unerhörte Begebenheit" (Goethe). Dieses Zitat bezieht sich auf den Aufbau der Novelle, welcher aus Vorgeschichte, Wendepunkt und Ende besteht. Die Vorgeschichte, auch genannt steigende Handlung, baut Spannung auf und macht den Leser mit den Figuren bekannt. Dieser Spannungsaufbau zieht sich hin bis zum Wendepunkt der Novelle - der Peripetie. Von da aus fällt die Spannung wieder rapide und führt zum Ende. Durch diesen Fall der Spannung wird dieser Teil einer Novelle auch fallende Handlung genannt.

Novellen besitzen charakteristische Erzählanfänge. In diesen werden dem Leser eine unbekannte Welt oder ein unbekannter Ausschnitt vorgestellt. Ebenfalls enthalten sie ungenaue Informationen zu Ort, Personen und Zeit.

Die "Falkennovelle"

Inhaltsangabe der "Falkennovelle" (Annina, Josephin)

In seiner Novelle "Die Falkennovelle", veröffentlicht um 1350 im "Dekameron", berichtet Giovanni Boccaccio von einer Geschichte des Coppo di Borghese Domenichi. Das "Dekameron" entstand während einer Pestwelle im 14. Jahrhundert, als sich mehrere Adlige auf einen Landsitz zurückzogen und sich dabei jeden Tag zehn Novellen erzählten. "Die Falkennovelle" ist die neunte Novelle des fünften Tages und handelt von den damaligen guten mittelalterlichen Tugenden eines Edelmannes, insbesondere von seiner Opferbereitschaft und bedingungslosen Liebe gegenüber einer vornehmen Dame.


Federigo Alberighi verliebt sich in Frau Giovanna, wirbt um sie und gerät dadurch in große Armut. Er zieht auf ein Landgut und lebt dort mit seinem Falken, dem einzig Wertvollen, das ihm noch geblieben ist. Nach dem Tod von Giovannas Ehemann zieht sie ebenfalls aufs Land. Dort freundet sich ihr Sohn mit Federigo und dessen Falken an. Als ihr Sohn erkrankt wünscht er sich den Falken zur Genesung. Mit schlechtem Gewissen beschließt Giovanna, Federigo um den Falken zu bitten. Federigo will Giovanna bei ihrer Ankunft etwas Angemessenes zum Essen anbieten und setzt ihr den Falken vor. Als Giovanna anschließend Federigo um den Falken bittet, kann dieser ihren Wunsch nicht erfüllen und bricht in Tränen aus. Weil er den Falken nicht bekommen konnte, stirbt kurz darauf Giovannas Sohn. Auf das Bedrängen ihrer Brüder, sich als junge und reiche Witwe nochmlas zu verheiraten, beschließt sie, Federigo - aufgrund seines ehrenhaften Verhaltens - zu heiraten.


Mit dieser Novelle zeigt Boccaccio, wie hoch damals die guten Tugenden eines Edelmannes geschätzt wurden und wie stark sich ein tugendhafter Mann damals für eine Frau, von der er eigentlich weiß, dass sie verheiratet ist und ihn deswegen wahrscheinlich nie erhören wird, aufzuopferten pflegte. Doch die Geschichte beweißt vor allem, dass es sich lohnt für etwas zu kämpfen, an das man glaubt, denn nur so kann man sein Ziel erreichen. Dies verdeutlicht er mit der Person "Federigo", welcher zwar verarmt, aber dennoch nicht aufhört, Giovanna zu verehren und diese ihn schließlich aufgrund seiner edlen Taten heiratet.

Aufbau / Erzählstruktur (Aaron, Robert)

Aufbau

Die Falkennovelle enthält drei Teile:

1. Äußere Rahmen (Zeile 1-8)

Im äußeren Rahmen werden die Gegebenheiten des Dekamerons erklärt. Die Köigin beginnt die Falkennovelle zu erzählen.

2. Innerer Rahmen (Zeile 9-17)

Im inneren Rahmen wird Coppo di Borghese Domenichi, dem Autor in der Novelle(so erzählt es die Königin), der in Florenz lebte, benannt.

3. Binnenhandlung (Zeile 17-195)

Die Binnenhandlung beschreibt das Geschehen der Falkennovelle, wie Federigo zuerst all sein Geld für Giovanna verschwendet, danach aufs Land zieht und dann schließlich Giovanna heiratet. Sie ist in Anfang, Hauptteil und Schluss gegliedert.

Erzählstruktur

Erzähler

Siehe auch :[[2]]

Im äußeren Rahmen handelt es sich um einen auktorialen Er-Erzähler, womit der Autor einen gewissen Abstand vermittelt (Der Erzähler greift in den Text ein und kommentiert die Handlung).

Im inneren Rahmen ist es ein Ich-Erzähler. Damit vermittelt der Autor Nähe zur Handlung. (Der Erzähler bleibt bei der handelnden Person und erzählt aus deren Sicht).

In der Binnenhandlung ist es auch ein auktorialer Er-Erzähler der Autor vermittelt Abstand. (Es gibt eine objektive und in den Text eingreifende Erzählweise. Die Perspektive, also die handelnde Person, wird gewechselt).

Zeit

Die Novelle spielt im 14. Jahrhundert. Im äußeren Rahmen entspricht die Lesezeit ungefähr der Handlungszeitzeit. Vom äußeren Rahmen zum inneren Rahmen findet kein Zeitsprung statt, da im innneren Rahmen die Rede der Königin weitergeht(Hier sind Handlungs- und Lesezeit wieder gleich, weil die gesprochenen Wörter der Königin, ca. mit der gelesenen Zeit übereinstimmen). Vom inneren Rahmen zur Binnenhandlung gibt es dann einen Zeitsprung in die Vergangenheit. In der Binnenhandlung gibt es einen Zeitsprung(Zeile 34-35: ,, [...] vergnügte sich hier und da mit Vogelstellen, indem er so, niemandes bedürfen, seine Armut geduldig ertrug. {Sprung} Nun geschah es einst [...] ``). Außerdem ist die Handlungszeit nicht immer gleich der Lesezeit(z.B.Zeile105-108: Der Gedanke von Federigo dauert wesentlich kürzer als die Zeit, die man zum lesen benötigt). Die Handlung der Novelle ist chronologisch aufgebaut.

Raum

Die Handlung findet in der Toskana / Florenz statt. Es gibt keine großen Ortschaftswechsel außer von der Stadt zum Land (Zeile 33-34 :,, [...] dass er in der Stadt nicht mehr leben könne wie er gerne wollte und zog daher aufs Land [...]`` und Zeile 43-44:,,[...]zog sie, [...] mit ihrem Sohn auf das Land, auf ein Gut, das nahe bei dem Gütchen Federigos lag.``)

Sprache und Stil

Siehe auch : [3]

Da die Handlung im 14. Jahrhundert spielt, ist die Sprache für uns recht ungebräuchlich, wie zum Beispiel die Wörter: ergötzen oder Jüngling. Der Satzbau ist durch sehr viele Schachtelsätze geprägt. Es gibt ein Schlüsselwort, das die ganze Handlung über wiederkehrt : Der Falke. Daraus kann man schließen, dass er die 'Hauptperson' der Novelle ist. Die Figuren sprechen in einem sehr höflichen und mittelalterlichen Stil, woraus man ableiten kann, dass ein Bezug auf die Minne besteht.

Erzählkategorie (Marcel, Markus)

Äußerer Rahmen(Zeile 1-8):

Im äußeren Rahmen herrscht eine auktoriale Erzählkategorie vor, dies sieht man daran, dass der Erzähler aktiv in die Geschichte eingreift. Die Königin redet zu ihren Mitmenschen: "Nun kommt die Reihe zu erzählen an mich, und ich, meine treuen Damen tue dies gern mit einer Erzählung..."


Innerer Rahmen (Zeile 9-16):

Den Inneren Rahmen erzählt ein Ich-Erzähler die Handlung, da die Königin mit ihrer Erzählung beginnt. Sie erzählt von Coppo di Borghese Domenichi, der die Geschichte in der Binnenhandlung erzählt hatte. Dieser verleit, durch seine Autorität, der Geschichte Glaubhaftigkeit.


Binnenhandlung (Zeile 17-195):

In der Binnenhandlung ist die Erzählkategorie ist auktorial, da der Erzähler zeitlich und räumlich hin- und herschalten kann. Das sieht man vor allem an diesem Beispiel: „… aßen sie, indem Federigo sie mit aller Aufmerksamkeit bediente, den guten Falken. Nach aufgehobener Tafel …“. Der Erzähler kann auch sehen, was die verschiedenen Personen denken und fühlen: „… und da er [den Falken] fett fand, so dachte er, dieser sei eine würdige Speise für eine solche Dame.“ Wenig später kommt auch zum Vorschein, dass der Erzähler mehr weiß als die Personen: „Die Dame erhob sich mit ihrer Begleiterin und ging zu Tische, und ohne zu wissen, was sie verspeisten, aßen sie […] den guten Falken.“

Sprache und Stil (Max, Elias)

Die Sprache in der Falkennovelle ist altertümlich, da die Handlung im Jahre 1348 spielt. Daher sind einige Worte aus dieser Zeit von G. Boccaccio benutzt worden. Aus diesem Grund sind diese für uns meist unbekannt oder schwer begreiflich.
Beispiel:
Zeile 45: "und sich mit ihm an Vögeln und Hunden ergötzte" --> "ergötzen" ist ein Wort aus damaliger Zeit, das man heutzutage kaum noch kennt; aus dem Sinn lässt sich schließen, dass es mit "beschäftigen" gleichgesetzt werden kann.

Auch der damalige Stil zeigt eindeutige Veränderungen zu unserem heutigen. Es werden viele lange, geschachtelte, mit zahlreichen Informationen vollgepackte Sätze verwendet, die man heutzutage lieber vermeidet. Beispiele:

(1) Zeile 31 bis 35, in denen berichtet wird, dass Federigo notgedrungen aufs Land ziehen muss, obwohl er immer noch verliebt ist.
(2) Zeile 119 bis 141, in denen Giovanna Federigo erzählt, dass sie den Falken gerne haben würde und sich für die Verschwendung seines Reichtums entschuldigt. 4 Sätze sind in diesen 22 Zeilen vorhanden.

Auch sind immer wiederkehrende Schlüsselwörter vorhanden, wie die Dame, die Liebe, Federigo und der Falke, die eindeutig für das Vorantreiben der Handlung sorgen und somit ein wichtiges Stilmittel sind.

Figurencharakterisierung und Figurenkonstellation (Romano, Alrik, Tim W.)

Charakterisierung von Giovanna

Giovanna ist eine adlige Florentinerin. Sie ist anmutig und sehr schön. Da sie sehr tugendhaft ist, beachtet sie auch Federigo’s werben um sie nicht. Sie hat einen Mann und einen Sohn, den sie sehr liebt (Z. 50). Sie ist als adlige Frau, im Umgang mit adligen Männern sehr auf ihre Rechte bedacht (Z. 82). Dazu kennt sie auch die allgemeinen Sitten sehr genau (Z. 129). Als adelige Frau weiß sie die edle Gesinnung Federigo’s zu schätzen und anzuerkennen. Sie besitzt eine sehr große Durchsetzungskraft, womit sie sich gegen ihre Brüder durchsetzten kann(Z.187).


Charakterisierung von Federigo

Federigo ist ein edler Ritter, der um das Herz der Dame Giovanna wirbt. Sie jedoch interesiert sich nicht für ihn und so machte er ihr Geschenke bis er in Armut lebte. Diese hielt er geduldig in einem Landgütel aus. Er ist sogar in seiner großen Pleite in der Lage Giovanna seinen letzten Besitz zu schenken, das zeigt, wie er sie liebte. Am Ende ist er wieder ein glücklicher verheirateter Edelmann. (von Tim Weichert)


Figurenkonstellation der Falkennovelle

Figurenkonstellation der Falkennovelle

In der Falkennovelle gibt es 3 Hauptfiguren: Den Falken, Federigo und Giovanna. Der Falke ist aber die Figur, um die es sich dreht und ist deshalb der Mittelpunkt der Konstellation.

Jetzt zur Erklärung der Skizze: Federigo hat einen Besitz: Den Falken. Der Sohn der Giovanna kennt den Falken und der Junge mag den Vogel auch. Als der junge Mann krank wird, sagt er zu seiner Mutter, dass sie zu Federigo gehen soll und nicht ohne den Falken zurückkommen soll (=> Der Falke ist der Grund des Besuchs und das Heilmittel für den Sohn). Durch den Falken entsteht auch die Liebe zwischen Federigo und Giovanna.


Weitere Beispiele

Der blonde Eckbert, Johann Ludwig Tieck

Die Marquise von O., Heinrich von Kleist

Michael Kohlhaas, Heinrich von Kleist

Michael Kohlhaas ist eine Novelle von Heinrich Kleist aus dem Jahr 1810.
Sie spielt im 16. Jahrhundert in Brandenburg und Sachsen.
Es geht um einen Pferdehändler, der betrogen wurde. Nachdem ihm allerdings der Rechtsweg verweigert wurde, will er das Problem auf eigene Faust lösen.

Die Judenbuche, Annette von Droste-Hülshoff

In der Novelle von Anette von Droste- Hülshoff "Die Judenbuche", 1832 veröffentlicht, wird die Geschichte von Friedrich Mergel erzählt, der sich dem Unrecht und der und der Unmoral seiner dörflichen Welt verschreibt und schließlich Mord begeht. Zwar kann er seiner Strafvervolgung entfliehen, aber als er Jahrzehnte später an den Ort seinen Verbrechens zurückkehrt, wird seine Tat gerächt.


Friedrich Mergel wird 1738 im abgeschiedenen Dorfe B geboren. Aufgrund der Lage werden zum Alltag gehörender Holzdiebstahl und Wilderei nicht geahndet. Sein Vater ist Trinker und der Einfluss seiner Mutter Margareth zu schwach, um sich gegen ihn durchzusetzen. So verwahrlost und verarmt die Familie immer mehr. Der Vater kommt in einem Unfall ums Leben, als Friedrich neun Jahre alt ist. Er versucht das Andenken an seinen Vater vor Spott und Hohn zu bewahren, sondert sich jedoch immer mehr ab und zieht sich zurück. Im Alter von 12 Jahren überredet Friedrichs Onkel, Simon Semmler seine Schwester Margareth ihren Sohn in seine Obhut zu geben. Die Mutter stimmt zögernd zu. Simon Semmler wird als unheimlicher Mensch beschrieben, teils verschlossen und unzugänglich, teils angeberisch und streitsüchtig. Er betreibt vielerlei Geschäfte, und ist auch in dunkle Machenschaften verwickelt, in der er Friedrich bald auch mit hineinzieht. Unter dem negativen Einfluss des Onkels verändert sich der Junge, er wird ehrgeizig und hochmütig. Mit dem ängstlichen und geduckten Johannes Niemand, der ihm auf Schritt und Tritt folgt, schafft er sich ein Alter Ego, das sein früheres scheues Ich verkörpert. Der heranwachsende Friedrich verschafft sich durch körperliche Stärke und Ausdauer Respekt unter der Dorfjugend, aber sein Charakter entwickelt sich immer mehr dem seines Onkels nach. Er ist leichtfertig und prahlerisch, achtet nur auf Äußerlichkeiten, die von seiner einfachen Herkunft ablenken, und tut alles, um den Schein aufrechtzuerhalten. Während seines protzigen Lebens verwahrlost seine Mutter immer mehr. Auch die christliche Glaubenserziehung seiner Mutter kommt ihm abhanden, und so verschweigt er ohne Gewissensbisse Hinweise, die seinen Onkel am Mord des Försters Brandis bezichtigen. Mit 24 Jahren wird Friedrich während eines Dorffestes von dem Juden Aaron öffentlich bloßgestellt, in dem er eine Geldschuld für eine Taschenuhr (zu dieser Zeit etwas seltenes) einfordert. Friedrich fühlt sich in seinem Stolz so sehr gekränkt, dass er den Juden in der folgenden Nacht unter einer Buche im Brederholz erschlägt und flüchtet anschließend. Seine Schuld kann ihm niemand nachweisen, aber die Buche wird von der jüdischen Gemeinde gekauft und es wird eine unverständliche hebräische Inschrift eingeritzt. Die Buche heißt fortan Judenbuche. Friedrich lässt sich als Soldat anwerben und zieht an der Seite Österreichs gegen die Türken in den Krieg. Er gerät in Gefangenschaft, verbringt 26 Jahre als Sklave unter den Türken. Als er schließlich freikommt, ist er ein gebrochener und verkrüppelter alter Mann. Er kehrt zu seinem Heimatdorf zurück, wo er sich eine christliche Beerdigung erhofft. Er kommt am Heiligabend dort an und gibt sich als Johannes Niemand aus. Die Dorfbewohner und die alten Gutsleute nehmen ihn voller Mitleid auf. Er erledigt einfache Botengänge für den Gutsherrn, treibt sich mit Beginn des Herbstes immer öfter in der Nähe des Brederholzes herum. Am Ende erhängt er sich in den Ästen der Judenbuche, wo der Sohn des damaligen Försters Brandis ihn entdeckt. An einer alten Narbe wird die Leiche als Friedrich Mergel erkannt und auf dem Schindanger begraben. Als Letztes wird die Inschrift im Stamm der Judenbuche übersetzt: "Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast."

......

Kleider machen Leute, Gottfried Keller

Hans und Heinz Kirch, Theodor Storm