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Brüder Grimm

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Die Brüder Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm, sind vor allem als als Sprachwissenschaftler und Sammler von Märchen (Grimms Märchen) bekannt. Sie waren aber auch Sprachwissenschaftler und haben mit dem Grimmschen Wörterbuch ein Großunternehmen der Germanistik begründet, das erst 1957 abgeschlossen wurde. Gemeinsam mit Karl Lachmann und Georg Friedrich Benecke gelten sie als die Begründer der Germanistik, der Wissenschaft von deutscher Sprache und Literatur.

Die Modernität ihrer Arbeitsweise stellt Steffen Martus in seiner Biographie Die Brüder Grimm heraus:

Der Leser, der zugleich potentieller Beiträger war, musste sich mit prinzipieller Unsicherheit abfinden. Weder durfte er blind auf das vertrauen, was er las, noch zu sehr von der abschließenden Gültigkeit der eigenen Thesen überzeugt sein.

Steffen Markus: Die Brüder Grimm, S.120

Anders als ArnimWikipedia-logo.png und BrentanoWikipedia-logo.png in ihrer Sammlung Des Knaben Wunderhorn geht es ihnen nicht primär darum "eine Mode an altdeutscher Poesie zu erregen", sondern darum "die Quellen altdeutscher Poesie zu retten".

Freilich, die wissenschaftlichen Sammler waren bei ihrer Wiedergabe, genauer: Neuformulierung der Märchen bemüht, auf den Geschmack des Publikums einzugehen, um damit wiederun seinen Geschmack zu prägen. Steffen Martus kennzeichnet die Brüder Grimm gar "als Marketing-Spezialisten, die einfach behaupteten, ihre Märchen seien mündlich überliefert - obwohl sie die meisten in verstaubten Bibliotheken gefunden und dann gehörig bearbeitet hatten; so lange, bis jener Märchen-Erzählton gefunden war, der den Leser noch heute in diese schaurig-schöne Stimmung versetzt..." (so formuliert vom Rezensenten seiner Doppelbiographie Marcus Weber).

Diese Arbeitsweise kann man mitverfolgen, wenn man die verschiedenen Auflagen der Grimmschen Märchen bei Wikisource vergleicht (ein Beispiel für einen Vergleich ist im Artikel Der Froschkönig angelegt) und man kann auch noch selbst an deren Edition bei Wikisource mitwirken, denn etwa die Auflage von 1843 ist noch nicht zweimal korrekturgelesen.

Eine Unterrichtsidee wäre also, verschiedene Auflagen der Hausmärchen zu vergleichen und dann für ein paar Seiten der Ausgabe von 1843 Korrektur lesen zu lassen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Anmerkungen

  1. Beispiele für einen Korrekturvorgang finden sich auf der Seite Brüder Grimm/Korrekturvorgang

Literatur

  • Ludwig Denecke: Jacob Grimm und sein Bruder Wilhelm. J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1971, ISBN 3-476-10100-2 (Überblicksdarstellung mit umfangreicher Bibliographie)
  • Hermann Gerstner: Brüder Grimm. 9. Aufl., Rowohlts Monographien 201, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1997, ISBN 3-499-50201-1
  • Grimm: Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm Bd. 1–33 dtv Verlag, ISBN 3-423-05945-1
  • Hans-Georg Schede: Die Brüder Grimm - Eine Biographie CoCon-Verlag Hanau 2009, ISBN 978-3-937774-69-5
  • Steffen Martus: Die Brüder Grimm. Eine Biographie. Rowohlt Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-87134-568-5

Siehe auch

Linkliste

Im Projekt Gutenberg-DE vorhanden: Deutsche Sagen / Irische Elfenmärchen / Kinder und Hausmärchen.