Fontane: Frau Jenny Treibel

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Inhaltsverzeichnis

Präsentationsthemen

(Dauer der Präsentation: ca. 20 Minuten. Achtet auf ausreichendes Hintergrundwissen, um Nachfragen beantworten zu können. Gliederung und zentrale Aussagen bitte stichpunktartig mindestens 3 Tage vor dem Präsentationstermin bei mir abgeben, inkl. Quellen- bzw. Literaturverzeichnis)

1. Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel - Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte (inkl. Überblick über die wesentlichen Lebensstationen und die wichtigsten Werke)

2. Der Bourgeois aus sozialistischer Sicht (Zusatzmaterial, inkl. kurzer Darstellung der gundlegenden Bedeutung von Marx und Engels)

3. Die Ehe und die soziale Rolle der Frau im 19. Jahrhundert (Grundzüge der Frauenbewegung, "Frauenfrage", soziale Funktion der Ehe, Textausgabe ab Seite 262, Zusatzmaterial, Zusammenfassung und Darstellung der wesentlichen Aussagen, Reflexion der Frauenfrage in Fontanes Roman = Wie behandelt Fontane die Frauenfrage im Roman?)

4. Fontanes "poetischer Realismus" im Vergleich zur naturalistischen Realismusauffassung (Textausgabe S. 232f., Zusatzmaterial)

5. Sentimentalität oder "Wo sich Herz zum Herzen find't": Vergleich von Schillers "Lied von der Glocke" mit Schmidts Lied unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Vorstellungen von Liebe (inkl. kurzer Darstellung der Entstehungsgeschichte von Schillers "Lied")

Rollenbiografien

Schreibt euren Text bitte einfach unter die jeweilige Überschrift. Dazu klickt ihr oben rechts auf "bearbeiten" (ihr müsst natürlich angemeldet sein!), dann gebt ihr den Text ein, klickt unten auf "Vorschau zeigen" und dann auf "Speichern". Fertig.

Jenny Treibel

Hallo, mein Name ist Jenny Treibel. Ich bin Kommerzienrätin, die Frau des Kommerzienrates Treibel. Meine zwei Söhne, Leopold der jüngste und Otto, der ältere, verheiratet mit Helene, sind mein ganzer Stolz und ich wünsche mir nur das Beste für meine Familie. Diese Helene ist ein junges Ding aus einer hochmütigen Familie. Sie stützt sich lediglich auf ihr Aussehen und nicht auf ihr Können, sowie es sich für eine standesgemäße Frau eigentlich gehört. Doch Otto ist glücklich mit ihr. Hoffentlich finde ich für meinen Leopold eine geeignete Frau unseres Standes. Die Tochter meines alten Freundes Wilibald Schmidt kommt demnach nicht in Frage. Sie ist zwar anständig, jedoch bloß eine Professorentochter. Dies ist auch der Grund, warum ich mich für den Kommerzienrat Treibel und gegen Wilibald, mit dem glücklich verlobt war, entschieden habe. Ich sorge mich um meine Familie und gebe mein Bestmögliches, um sie glücklich zu machen. Diese eigentlich ehrbare Eigenschaft wirkt auf einige leider berechnet und einschüchternd. Zugegeben, ich muss sagen, dass ich gerne im Mittelpunkt stehe und mich und meine Ansichten stolz vor anderen präsentiere. Doch auch dies wird größtenteils von meinem Umfeld als hochnäsig empfunden. Ich habe gerne die laufenden Ereignisse unter Kontrolle um sie in die richtige Richtung zu lenken. Denn wenn man wie ich aus kleinen Verhältnissen stammt und die Möglichkeit hatte gesellschaftlich aufzusteigen, muss man seinen erreichten Stand auch ehrwürdig vertreten. Um einen gewissen Stand zu erreichen muss man nun, so wie ich es getan habe, Opfer bringen. So muss auch mein Leopold darauf achten mit wem er sich vermählt. Eine Heirat mit einem Mädchen aus dem Kleinbürgertum, wie Corinna es ist, ist für mich demnach keine Option. Aus diesem Grund ziehe ich sogar Hildegard, Helenes Schwester, als Schwiegertochter Corinna vor. Ich sehe mich gezwungen die Heirat mit Wilibalds Tochter zu verbieten um den Ruf meiner Familie zu schützen. Durch die Auflösung der Verlobung von Corinna und Leopold steht einer Heirat mit Hildegard nichts mehr im Wege. Zu meinem Triumph heiratet Corinna in ihrem Stand ihren Cousin Marcell. Für meinen Sohn Leopold will ich eine standesgemäße Hochzeit,denn Geld allein macht zwar nicht glücklich, jedoch macht es weniger traurig.

Kommerzienrat Treibel

Ich bin der Kommerzienrat Treibel und verheiratet mit Jenny Treibel. Gemeinsam haben wir 2 Söhne namens Otto und Leopold. Unsere Familie pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zu der Familie Schmidt. Zudem habe ich eine Schwiegertochter namens Helene, die eine Ehe mit Otto führt. Unsere Familie ist eine wohlhabende Fabrikantenfamilie. Zu meiner Person ist zu sagen, dass ich ein weltoffener kontaktfreudiger Mensch bin, der Dinge kritisch hinterfragt und dennoch anpassungsbereit ist. Andere nehmen mich als opportunistisch wahr.

Leopold Treibel

Ich heiße Leopold Treibel und bin mit 25 Jahren der jüngste Sohn in meiner Familie. Meine Mutter heißt Jenny und mein Vater ist Kommerzienrat. Ich habe einen älteren Bruder namens Otto, in dessen Geschäft ich gearbeitet habe. Außerdem pflege ich eine Freundschaft mit Mützell. Ich bin in Corinna Schmidt verliebt, wir wollten heiraten und waren sogar schon verlobt. Meine Mutter stellte sich jedoch dagegen und hat uns den Kontakt verboten, da Corinna dem Kleinbürgertum angehört und ich eine Frau heiraten solle, die dem gesellschaftlichen Rang meiner Familie entspricht. Daraufhin fingen Corinna und ich an, uns Briefe zu schreiben. Doch sie hob unsere Verlobung auf und heiratete letztendlich ihren Cousin Marcell, der vorher unglücklich in sie verliebt war. Anschließend verlobte ich mich mit Hildegard, die schon eher dem Idealbild meiner Mutter im Gegensatz zu Corinna entspricht. Ich bin ein guter Reiter, unternehme jeden Morgen einen Ausritt und trinke Kaffee mit Mützell. Meine Wohlstand bin ich gewohnt, da ich nie etwas anderes kennengelernt habe. Die Natur gefällt mir sehr gut und manchmal brauche ich meine Ruhe. Andere Menschen, zum Beispiel meine Familie, sehen nicht viel in mir und halten mich für durchschnittlich. Das könnte beispielsweise daran liegen, dass ich aus körperlichen Gründen nicht zum Militärdienst zugelassen wurde, als ich versuchte, der Armee beizutreten. Im Allgemeinen sehen sie mich auch als einen passiven Menschen und erwarten, dass ich das tue, was sie von mir verlangen. Meine Mutter versucht, mein Handeln sehr stark zu beeinflussen und da ich ihr immerzu gehorsam bin, gelingt es ihr auch. Auch deswegen werde ich als mutlos bezeichnet. Meine Unterwürfigkeit gefällt mir selber nicht und am liebsten würde ich sie ablegen.

Professor Wilibald Schmidt

Hallo, ich bin Professor Willibald Schmidt. Ich habe eine Tochter namens Corinna Schmidt. Ich habe auch eine Haushälterin, die gute Frau Schmolke. Zwischen meiner Familie und der Familie von Jenny Treibel besteht schon lange eine Verbindung, schon früher verehrte ich Jenny. Doch ich war ihr dann nicht gut genug, sie entschied sich für den Kommerzienrat Treibel. Corinna, meine Tochter, macht nicht ganz das was ich mir für sie vorstelle. Ich würde mich sehr freuen wenn sie Marcell Wedderkopp heiraten würde, Corinna hat jedoch andere Pläne, sie möchte lieber Leopold Treibel heiraten. Aber für die Familie Treibel ist sie sicher nicht gut genug, als einfache Professoren Tochter.

Corinna Schmidt
Marcell Wedderkopp

Hallo, mein Name ist Marcell Wedderkopp. Ich bin der Neffe von Wilibald Schmidt und der Cousin von Corinna Schmidt. Außerdem unterstützt mich Wilibald sehr in meinem Beruf, er hat mir zum Beispiel den Beruf zum „Gymnasial-Oberlehrer“ verschaffen. Seine Tochter Corinna liebe ich von ganzem Herzen, doch sie erwiedert diese Liebe erst nach der gescheiterten Verlobung mit Leopold. Ich bin ein sehr gelehrter, selbstständiger und intelligenter Mensch und sehe mich selbst als Bildungsbürger. Außerdem bin ich ein vernünftiger, moderner Mann. Doch habe ich Probleme dabei, mich nur von meinen Gefühlen leiten zu lassen. Dies kann ich nur in der Gegenwart von Corinna. Wilibald Schmidt sieht mich als den idealen Schwiegersohn. Allerdings meint er ich sei kein guter Liebhaber, da ich beim Werben um seine Tochter immer seinen Rat einhole. Doch ich lasse den Worten in meinen Briefen auch Taten folgen, nicht so wie es Leopold tat. Doch obwohl ich ein sehr charmanter, junger Mann bin, empfinden mich viele Leute als nicht sympathisch. Das merke ich oft an ihrem Verhalten. Zu Beginn war ich Literaturlehrer an einer „höheren Mädchenschule“. Allerdings war ich nicht zufrieden mit dem Beruf, da ich dafür meiner Meinung nach überqualifiziert war. Durch Wilibald Schmidt kam ich dann zu meinem Beruf als „Gymnasial-Oberlehrer“. Außerdem bekam ich ein Stipendium für eine Ausgrabung in Mykenä. Als Lehrer trete ich gerade in die Fußstapfen meines Onkels. Mit Corinna habe ich schon früher immer gespielt und bin seit langem in sie verliebt. Vor kurzem habe ich mich getraut um ihre Hand anzuhalten. Jedoch bereue ich es sehr, dass ich mich nicht schon im Vorfeld getraut habe, bei Corinna mein Interesse zu bekunden. Es ist ja auch fast schief gegangen, da mein Rivale Leopold, Corinna fast geheiratet hat und dies nur durch das Zutun von Jenny Treibel verhindert wurde. Somit hatte ich meine Chance bei ihr. Ich möchte in der Zukunft versuchen, Corinna mehr Leidenschaft meinerseits zu zeigen, da mir oft vorgeworfen wird, dass ich leidenschaftslos und langweilig sei. Dies werde ich versuchen, indem ich nicht mehr so eindimensional denke. Jedoch werde ich weiterhin immer ehrlich sagen, was ich denke und auch danach handeln.

Die Schmolke

Mein Name ist Frau Schmolke, ich bin Hauswirtschafterin und bei den Schmidts angestellt. Ich stehe zu den Schmidts in einem sehr guten Verhältnis und gehöre fast zur Familie. Für Corinna bin ich wie eine Ersatz-Mutter. Ich bin warmherzig und freundlich, so kommt mein Name oft in Verbindung mit den Worten "gute" und "liebe" vor. Bevor ich zu den Schmidts gekommen bin, wohnte ich mit meinem Mann, der Schutzmann war, bis er starb in Berlin. Ich habe immer Zeit, mir Corinnas Probleme anzuhören und stehe ihr mit Rat zur Seite. So rate ich ihr auch von Leopold, der unter den Fängen seiner Mutter steht, ab. Außerdem rate ich, ihr Marcell zu heiraten. Es ist immer wichtig im Leben, die Wahrheit zu sagen, egal aus welchem Stand du kommst.