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Der Gottesbegriff nach Auschwitz

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"Der Gottesbegriff nach Auschwitz" war Gegenstand einer Rede, die Hans Jonas im Juli 1984 beim Katholikentag in München hielt.

Jonas spricht darin vom Verzicht Gottes auf die Allmacht. Nicht, weil er nicht gewollt, sondern weil er nicht gekonnt habe, habe Gott in Auschwitz nicht eingegriffen. Der Grund dafür liege in der Struktur der Schöpfung. In seiner Allmacht habe Gott aus Liebe die Welt erschaffen, aber seit der Schöpfung sei er nicht mehr allmächtig, teile sozusagen seine Macht mit der Welt.

Dabei bezieht sich Jonas auf die kabbalistische Lehre von der Selbstentäußerung und der Selbsteinschränkung Gottes nach dem Akt der Schöpfung: „Nachdem er sich ganz in die werdende Welt hineingegeben hat, hat Gott nichts mehr zu geben: Jetzt ist es am Menschen, ihm zu geben.“ (S.47)

Bibliographische Angaben

Hans Jonas: Der Gottesbegriff nach Auschwitz: eine jüdische Stimme. Suhrkamp Verlag st 1516, Frankfurt am Main 1987. - ISBN 3-518-38016-8

Siehe auch