Fachsprache

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AG inhaltsorientierter Sprachunterricht (=Fachsprache)

Fragestellungen:

  • Welche Prinzipien der Fachwortschatzvermittlung gibt es?
  • Wie lassen sich diese Prinzipien in konkrete Aufgaben und Übungen umsetzen?

Inhaltsverzeichnis

Einführung in das Thema

grundlegende Definition

Unter inhaltsorientiertem Sprachunterricht versteht man einen Unterricht, der Sprachunterricht und Fachunterricht kombiniert. Es kann sich dabei um Literatur-, Geschichts- oder Musikunterricht handeln. Auch natur- oder sozialwissenschaftlich orientierter Sprachunterricht ist natürlich möglich, aber in Japan eher selten anzutreffen. Insgesamt ist die Quellenlage für die Situation außerhalb Europas sehr dünn, für die japanische Situation vgl. Beisswenger (2006)

Problemstellung

Natürlich gestaltet sich der Fachunterricht in jedem Fach anders. Deshalb kann man sich an dieser Stelle nur paradigmatisch mit dem Wortschatz beschäftigen. Die Strukturen der alltäglichen Wissenschaftssprache sind aber in unterschiedlichen Disziplinen vergleichbar, besonders wenn man sich (wie dies hier geschehen soll) auf die geisteswissenschaftlichen Fachsprachen konzentriert. Hier geht es um Textarbeit, Benutzung des Computers, fachsprachliche Termini, Wörterbücher. Auch Übungsformen oder die Reflexion über den Unterrichtsablauf (Sozialformen) sind ein Thema.

Niveaustufen

Entgegen einer verbreiteten Annahme ist fachsprachlich orientierter Unterricht nicht automatisch "schwer". Die Ansicht, fachsprachlicher Unterricht könne nur oberhalb der Referenzstufen B1 stattfinden, scheint verbreitet. Dies scheint mir aus mehreren Gründen falsch zu sein:

1. Man kann einen fachsprachlich orientierten Unterricht auch kontrastiv, d.h. kontrastiv in Bezug auf Sprache und Kultur anlegen, im gegebenen Fall ist dies ein Unterricht, der deutsch-japanische Gegebenheiten mit einbezieht.

2. Mittels eines didaktisch differenzierten Unterrichtsentwurfs (z.B. den Einsatz von Bildern oder Realien) ist es m.E. auch möglich, selbst bei nicht fortgeschrittenen Studierenden große Teile des Unterrichts in der (deutschen) Zielsprache abzuhalten.

Trotzdem ist es natürlich einfacher mit fortgeschrittenen LernerInnen einen fachsprachlich orientierten Unterricht durchzuführen. Hier wäre dann der Bezug zu Sprachtests (oberhalb B1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen) wie die DSH oder der TestDaF und der Kontakt zu deutsch(-sprachigen) Hochschulen ganz wichtig.

Wortschatzarbeit

Wortschatzarbeit in einem inhaltsorientierten Sprachunterricht ist zu einem großen Teil Textarbeit ( hierzu viele gute Tipps der KollegInnen von ZUM). Die Textauswahl ist dabei zum großen Teil durch das jeweilige Fach bestimmt, aber die Methoden der Wortschatzarbeit, wie die Semantisierung oder ( Wortschatzübungen (die Seite der gleichnamigen AG) sind fächerübergreifend zumindest vergleichbar. Auch die Bildung von Fachwortschatz ist ein ebenso zentrales, wie fachübergreifendes Thema. Es geht dabei um individuelle Strategien der Wortbildung und besonders um Wortbildungsmuster des Deutschen, die in fachsprachlichen Textsorten besonders gehäuft auftreten.

(vorgeschlagene) Akitivitäten

Wir alle haben viel Arbeit. Es kann nicht darum gehen, die Arbeitsbelastung durch die Teilnahme am LektorInnenfachseminar unverhältnismäßig zu erhöhen. Die Intention ist es vielmehr, einen sowieso schon vorhandenen Unterricht zu nutzen, diesen umfassend zu dokumentieren und ihn unter gemeinsam zu erarbeitenden Kategorien für andere Lehrende nutzbar zu machen. Welche Aktivitäten können dies sein?

Eine Liste (die noch weiter zu ergänzen ist):

  • Wortschatzübungen, die darauf zielen, einen gelesenen Text weiter zu aktivieren, wie Partnerarbeiten, Gruppenarbeiten oder Präsentationen
  • Aufbau und fachliche Kommentierung einer Linksammlung, die als weiterführende Referenz für KollegInnen genutzt werden kann, die im selben Fach arbeiten. Dazu bietet sich die Integration dieser Links und Texte im ZUM-Wiki an.
  • paradigmatisch aufgearbeitetes Material, welches schon mal im Unterricht oder (noch besser) in einer Fortbildung zum Einsatz gekommen ist. Dabei geht es dann um die Nachwirkungen von Fortbildungen (in Bezug zum eigenen Fach).
  • fachliches Material, welches einen allgemeinen politischen, kulturellen oder alltagspraktischen Bereich vertieft.
    Ein Beispiel: Umweltschutz/MülltrennungWikipedia-logo.png.
Dies sollte dann aufgearbeitet werden, indem z.B. die japanische Erläuterungen eingefügt werden, so dass andere KollegInnen das Material auch in ihrem Unterricht behandeln können.
  • visuelles Material und, im weitesten Sinn, literarische Texte, die ebenfalls zur Aktivierung und Vertiefung allgemeiner Bereiche wie Geschichte, Kultur etc. dienen.

Links und Literatur

Linkliste (im Aufbau, sollte erweitert werden)

Links im ZUM-Wiki

Literatur

  • Beisswenger, Kirsten (2007), CLIL für DaF im japanischen Hochschulbereich am Beispiel eines Musikwissenschaftlichen Fachseminars, in: Neue Beiträge zur Germanistik, Bd. 6, Heft 2, S. 133-152
  • Ehlich, Konrad (1992), Die Lehre der deutschen Wissenschaftssprache: sprachliche Strukturen, didaktische Desiderate, in: Linguistik der Wissenschaftssprache, Hrsg. v. H.L. Kretzenbacher/ H. Weinrich, Berlin/ NY ( de Gruyter) (=Akademie der Wissenschaften, Forschungsbericht 10)
  • Steinmetz, Maria (2000), Fachkommunikation und DaF-Unterricht , Vernetzung von Fachwissen und Sprachausbildung am Beispiel eines Modellstudienganges in China, München (Iudicium)