Die Fabel von Schnabels Gabel

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Gedicht Die Fabel von Schnabels Gabel von Erich Kästner ließe sich fachunabhängig in Einheiten, die sich mit Individualismus und Mainstream bzw. Außenseitertum beschäftigen, unterbringen. Als Einstieg in die Beschäftigung mit dem Gedicht wäre eine Gabel mit einem Zinken, die heute tatsächlich in einigen Bestecksets enthalten ist, ideal. Alternativ könnte die Lehrperson auch eine Zeichnung erstellen oder einen Werbeprospekt so eines Objektes präsentieren. Der stumme Impuls sollte geeignet sein zur Diskussion über Sinn oder Unsinn eines solchen Bestecks anzuregen. Der so vorbereitete Vortrag und die Besprechung des Gedichtes selbst (es gibt auch gute Hörbuchaufnahmen!) kann dann in eine Diskussion über die Person Schnabels münden. Wie wird sein Handeln von den Schülern bewertet? Wie sieht ihn der Dichter? Hat Kästner (der Schnabel zwar rechtgibt) sich beim Verfassen des Gedichts wohl vorstellen können, dass tatsächlich irgendwann einzinkige Gabeln handelsüblich würden? Was war das Prinzipielle, um das es Schnabel ging? Als Material für die weitere Diskussion hinzugezogen werden kann auch eine kurze Biografie des erfolglosen Erfinders. Die schülergerechte Sprache des Gedichts lässt eine intensive Beleuchtung der Frage der Berechtigung individualistischer Positionen auch gegen alle Widerstände zu, denn das Gedicht ist heute auch ein Beispiel dafür, dass angesichts einer sich verändernden Welt (inzwischen hat sich der Kunstbegriff soweit gewandelt, dass Schnabels Handeln auch mit einem künstlerisch-ästhetischen Anspruch gerechtfertigt werden könnte, was Kästner seinerzeit noch nicht sah) sich selbst zunächst abstrus erscheinende Außenseiterpositionen als visionär herausstellen können. Weitere Beispiele hierzu sollten gemeinsam mit den Schülern gefunden werden.

Materialien