Digitale Schulbank

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"Digitale Schulbank" (kurz: Dischba) nennt sich eine mediendidaktische Konzeption zur Integration digitaler Medien in den alltäglichen Schulunterricht (seit 2006 Teil der medienpädagogischen Beratung in Niedersachsen).

Die Bezeichnung "Digitale Schulbank" wurde in der Veröffentlichung "Mit Standardsoftware Erdkunde unterrichten" 2001 von Ulrich Gutenberg eingeführt. Sie entstand ein Jahr zuvor bei der Planung eines Workshops für das Zentrum für Deutschlehrer in Göttingen.

Die Konzeption Digitale Schulbank wurde durch die mediendidaktische Arbeit am Kreismedienzentrum Göttingen, am Grotefend-Gymnasium Münden, in der regionalen Lehrerfortbildung und an der Georg-August-Universität Göttingen weiter entwickelt. Seit 2006 wird Dischba in die medienpädagogische Beratung in Niedersachsen integriert.

Das Logo soll die Verbindung von handschriftlicher Arbeit in bekannter Flexibilität und der Genauigkeit maschineller Eingaben symbolisieren. Erstellt wurde es auf dem interaktiven Whiteboard SMART Board und der dazugehörigen Software SMART Notebook. Diese Software bietet für den konzeptionellen Ansatz von "Dischba" zurzeit die besten Arbeitsbedingungen.

Inhaltsverzeichnis

Medienintegration

Der Einsatz einer digitalen Arbeitsoberfläche bewirkt einen Perspektivwechsel von analogen Medien zu digitalen Medien. Die primäre Arbeitsfläche ist die Computeroberfläche. Traditionelle Printmedien und handschriftliche Notizen werden als Ergänzung verwendet.

Für den Unterricht resultiert daraus eine Medienintegration ohne nachteiligen Medienbruch, d.h. es müssen Inhalte im Schulunterricht nicht zeitaufwendig von digital auf analog umgewandelt werden. Text, Bild, Ton und Film werden vorrangig unter einer Technik (digital) dargestellt und bearbeitet.

Die mediale Anbindung ohne Medienbruch schulischer und häuslicher Arbeit auf der Digitalen Schulbank durch virtuelle Klassenräume wie lo-net2, USB-Sticks oder andere mobile Datenträger hat bei der Fortentwicklung der Konzeption tragende Bedeutung. Somit werden die Vorzüge von Netzwerkstrukturen zum Informationsgewinn, zum Informationsaustausch und zur Zusammenarbeit für den Unterricht erschlossen.

Die enge Anbindung der mediendidaktischen Konzeptentwicklung in der Schule an infrastrukturelle Entscheidungen prägt den Ansatz grundlegend (ganzheitliche Systemlösung).

Die direkten Schnittstellen zum Lernenden sind aber maßgeblich die zur Verfügung stehenden Werkzeuge (Softwaretools). In den letzten Jahren haben sich Büroanwendungen als Werkzeugstandards an Schulen etabliert. Office-Software hat in diesem Bereich viele Erleichterungen und Möglichkeiten der Formgebung (Formatierungs- bzw. Gestaltungswerkzeuge) und schnellen Produktion erbracht. Sie ist aber sehr wenig dafür ausgelegt, Inhalte aus Texten, Bildern, Filmen oder sogar Tonbeiträgen inhaltlich zu erschließen. Auf Erschließung und Neustrukturierung von Inhalten beruhen hingegen ein großer Teil von Unterrichtssequenzen und Hausaufgaben (erfassen, verstehen, einordnen, wiedergeben, verändern). Für den Unterricht stehen demnach nicht Formatierungswerkzeuge im Mittelpunkt, sondern Erschließungswerkzeuge. Anders formuliert: Schüler benötigen Schul-Software und nicht Büro-Software im alltäglichen Unterricht, welche den Lernprozess im kompetenzorientierten Unterricht unterstützt.

Der Unterrichtsinhalt muss gegenüber den Medien dominieren und nicht umgekehrt. Praxisrelevante Bedienungspfade müssen konsequent vermittelt werden und es dürfen nicht die Vielfalt der Bedienungsmöglichkeiten moderner Software im Mittelpunkt stehen (strukturierte und überschaubare Wege durch das "Klickuniversum"). Dazu bedarf es aber auch der geübten Integration in den Alltag, da sonst unabhängig von der didaktischen Qualität der Software die Auseinandersetzung mit den Werkzeugen dominiert.

Anwenderfreundliche und intuitive Werkzeuge in der Software müssen vor andere Bedienungselemente gestellt werden (z.B. Drag&Drop vor Shortcuts). Die Verknüpfungsmöglichkeiten digitaler Medien müssen didaktisch relevant genutzt werden (z.B. Animation und Filme zur Darstellung dynamischer Prozesse nur dort verknüpfen, wo sie auch didaktisch sinnvoll sind).

Drag & Drop - Als intuitives Werkzeug zum Informationstransfer auf der digitalen Schulbank wird Drag & Drop (Ziehen und Fallenlassen) in den Mittelpunkt gestellt, wobei die Nutzung des "Kontextmenüs" (über rechte Maustaste) ebenfalls begleitend eingeführt wird (Anmerkung: Auch wichtige Tastenkombinationen werden später eingeführt, weil sie für bestimmte Tätigkeiten unerlässlich oder hilfreich sind.).

Taskleiste - Informationstransfer zwischen den Programmen wird insbesondere mit Anwendung von Drag&Drop über die Taskleiste (Windows-System) gesteuert, damit die Arbeitsoberfläche übersichtlich bleibt.

Datei- bzw. Seitenvorlagen - Durch die Nutzung von unterrichtsspezifischen Datei- bzw. Seitenvorlagen werden unnötige Zeitverluste durch Formatieren vermieden.

Ablage - Eine gut strukturierte Ablage aller gemeinsamen Daten im schulischen Intranet oder im Internet wird eingerichtet und das Ablegen eingeübt, wobei die Themen „Sicherung der Daten“ und „Zugriffsrechte“ einbezogen sein müssen.


Der Computereinsatz muss dem Lernmilieu (Gruppenarbeit, Einzelarbeit, Projektarbeit, Frontalunterricht usw.) angepasst werden, dabei muss ein flexibler Technologieeinsatz in der Schule in Verbindung mit der heimischen Nutzung gewährleistet werden. Die Arbeit auf der digitalen Schulbank darf nicht zwangsläufig den Hauptteil der individuellen Tätigkeit eines Schülers in einer Unterrichtsstunde Stunde ausmachen, schon gar nicht bezogen auf die Gesamtzahl der Unterrichtswochenstunden. Wichtig ist, dass Unterrichtseinheiten oder ein Unterrichtsfach die Digitale Schulbank konsequent abbilden, da nur so die instrumentelle Computerarbeit automatisiert wird.

Die Medien müssen in ihrer Vielfalt auch für die Lehrkräfte alltäglich beherrschbar sein. Dies erfordert fortlaufenden Diskurs mit der technischen Systementwicklung und -betreuung). Umgekehrt muss aber auch die Lehrerprofessionalität im Bereich der Informations- und Kommunikationsmedien gesteigert werde.

Über den Umgang mit Medien im Unterricht (Kriterien für Schul-Software mit Werkzeugcharakter)

Ein Überblick:

Entwurf eines Kriterienkatalogs für Schul-Software

Ausformuliert:

Bildungsstandards, Kerncurricula

Auch die Bildungsstandards bzw. die Kerncurricula forden, dass Schul-Software einen handlungs- und produktionsorientiert sowie mehrperspektivischen Umgang mit Medien ermöglicht.

Lernmethoden-Kompetenzen haben einen wichtigen Stellenwert. Sie beziehen sich auf die Verknüpfung von herkömmlichen anaologen Medien und digitalen Medien. Ähnliche methodische Kompetenzbereiche lassen sich in den Bildungsstandards erkennen.

Lernen mit Medien

  • gezielte, zeitgemäße Informationsbeschaffung
  • systematisches bzw. strukturiertes Sammeln von Daten / Informationen
  • bearbeiten, überarbeiten, ergänzen von Materialien (Texte / Grafiken)
  • anwenden unterschiedlicher Kommunikations- und Kooperationsformen
  • zielgerichtete und verständliche Präsentation, auch in der Gruppe
  • Einsatz von fachspezifischer Software (in den Bildungsstandards Deutsch nicht ausdrücklich erwähnt)

Daraus können allgemeine Standards abgeleitet werden

  • Recherchekompetenz
  • Strukturierungskompetenz
  • Produktionskompetenz
  • Präsentationskompetenz
  • Kooperationskompetenz
  • Reflexionskompetenz

Lernen über Medien

Der letztgenannte Kompetenzbereich "Reflexion" bezieht sich auf das Kriterium für Schul-Software "Medien reflektieren" und ist in den Bildungsstandards ebenso integriert, aber nicht mit dem vermuteten Stellenwert. Die Bildungsstandards thematisieren eher das Lernen mit Medien und nicht so sehr das Lernen über Medien.

Kriterium: Didaktische Reduktion (Vereinfachung von Inhalten)

Bei der rasanten Entwicklung digitaler Medien werden diese Vereinfachungen häufig außer Acht gelassen. Symptomatisch dafür ist der zurzeit selbstverständliche Einzug von Office-Software in den Primarbereich. "Standard-Schul-Software" darf nicht nach dem Verbreitungsgrad in der Wirtschaft in den Unterricht gelangen. Sie muss angemessen nach den etablierten Vorgaben aus der Wirtschaft reduziert und schulspezifisch zur Verfügung stehen.

Kriterium: Formate

Für den reibungslosen Transfer von Dateien (Inhalten) haben sich Formate entwickelt, die insbesondere über das Internet leicht ausgetauscht werden können. Schul-Software muss an diesen Formaten anknüpfen bzw. diese in die Oberfläche einbinden.

Kriterium: Support

Bei der sich rasant entwickelnden Anwendersoftware und auch der Betriebssysteme muss die Support (Wartung und Fortentwicklung) sichergestellt sein. Diese Sicherheit hängt sehr stark von der Lizenzform und der Marktmacht der Software ab und verläuft nach dem Prinzip der Selbstverstärkung. Je mehr Marktanteil errungen wurde, je sicherer ist das Fortbestehen. Je offener das Lizenzmanagement angelegt wurde, je wahrscheinlicher die (welt)weite Verbreitung über das Internet.

Kriterium: Verfügbarkeit

Ein ganz zentraler Faktor ist die universelle Verfügbarkeit einer Schul-Software für die schulische und häusliche Arbeit. Bei den digitalen Medien mit den dazugehörigen Arbeitswerkzeugen muss anlog zur Ausstattung Schulbuch-Arbeitsmappe-Federmappe auch auf Dischba die Arbeitsplattform zu Hause bereit stehen. Es erscheint unverantwortlich, dass im digitalen Bereich in unserem Bildungssystem eklatante Brüche im Arbeitsprozess Schule und zu Hause toleriert werden. Die optimale Lizenzform für eine unkomplizierte Verfügbarkeit solcher Anwendersoftware bieten Open-Source-Lizenzen. Damit diese Software auch verlässlichen Unterricht gewährleisten kann, muss die "Entwicklergemeinde" im Internet dieser Software allerdings entsprechende Bedeutung beimessen, was zurzeit nicht der Fall ist.

Kriterium: Standardisierung

Beim intermedialen Umgang mit Informationen kann man nicht auf die gesamte Palette der Profiwerkzeuge zurückgreifen, sondern muss dazu eine Auswahl haben. Exemplarisch - eine Form der inhaltlichen Reduktion - muss die "Schul-Software" ermöglichen, die verschiedenen Medienarten im Zusammenhang zu erschließen. Dabei ist es didaktisch nicht wünschenswert, mit Programmpaketen in mehreren Fenstern arbeiten zu müssen. Das Handling muss sich aber dennoch an den Standards der Werkzeuge der Arbeitswelt anlehnen.

Anmerkung: An den Universitäten wird beklagt, dass immer mehr Plagiate bei Seminar- und Examensarbeiten auftauchen. Ist dies nicht eine zwangsläufige Folge davon, dass Schülerinnen und Schüler erfolgreich über die "Formatierungswerkzeuge" der Büro-Anwendungen dafür trainiert sind? Sie gelangen über "copy&paste" zum schnellen - häufig auch positiv bewerteten - Erfolg.

Kompetenzen systematisch entwickeln (ein Konzept)

MedienkonzeptGGM.gif

Auf der Digitalen Schulbank sollen mit Eintritt in die Sekundarstufe 1 die Kompetenzen gemäß der Bildungstandards systematisch entwickelt werden. Zu diesem Zweck wird in den Jahrgangstufen 5 und 6 die Nutzung verschiedenartiger Software stark eingeschränkt, um auf einer einheitlichen Oberfläche die Lernmethoden und Fachinhalte schnell in den Mittelpunkt rücken zu können.

In einem einstündigen Jahreskurs werden die Schülerinnen und Schüler in die Schul-Software SMART Notebook eingeführt. Die darin zur Verfügung stehenden Werkzeuge und Arrangements bilden die zentrale Arbeitsoberfläche, der Kern der Digitalen Schulbank. Gemäß der Bildungsstandards werden auf ihr altersgemäß die Lerninhalte verarbeitet.

Dazu kommt im Bereich der Informationsbeschaffung die systematische Nutzung des Internets (Blinde Kuh / Wikipedia) hinzu. In Anbindung an ein Unterrichtsfach bleibt vorerst das Schulbuch Leitmedium, wobei digitale Arbeitsblätter in der SMART Notebook-Umgebung zur Verfügung gestellt werden.

Auf diesem Weg werden Inhalte in einer Programmumgebung strukturiert, reorganisiert, produziert und präsentiert. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler alle wichtigen Grundprinzipien beim Arbeiten auf der Digitalen Schulbank, wie Verzeichnissen erstellen, Dateien benennen, sichern und ordnen und Objekte übersichtlich anordnen und in Beziehung zu setzen. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler insbesondere angeleitet, Inhalte aus Texten, Bildern und Sachfilmen zu erschließen. Im Arbeitsprozess werden sie angeleitet, den Anteil für gestalterischen Tätigkeiten (Formatierungen) nur als Mittel zum besseren Verständnis der Inhalte einzusetzen. Mit Beendigung der 5. Klasse sollen die Schülerinnen und Schüler an einem Computerarbeitsplatz zielgerichtet Unterrichtsstoff aufarbeiten können. In der 6. Jahrgangstufe können die erlangten Basiskompetenzen in anderen Unterrichtsfächern angewendet und gefestigt werden

Mit dem Eintritt in die 7. Jahrgangsstufe kommen Standard-Office-Anwendungen (Word, Powerpoint) hinzu. Aufsetzend auf die Basiskompetenzen werden die Fertigkeiten für erweiterte Aufgaben, wie längere oder spezifisch formatierte Texte oder standardisierte Präsentationsformen, ausgebaut. Auch die Nutzung anderer Programme aus der Berufswelt zur Strukturierung von Inhalten (Mindmapping oder Conceptmapping) könnten eingeführt werden.

Gemäß den Bildungsstandards werden über die Mathematik in diesem Zeitraum (auch Klasse 8) der systematische Umgang mit Daten, Tabellen und Grafiken über eine Tabellenkalkulation eingeführt. Tabellenkalkulationsprogramme unterstützen über dies hinaus auch die Erschließung von Informationen, da man mit ihnen Datenmaterial durch Diagramme transparenter aufarbeiten kann.

Die Methoden auf der Digitale Schulbank sollten mit Abschluss der 10. Jahrgangsstufe so gefestigt und ausgebaut sein, dass die erhöhten Anforderungen an die einzelnen Kompetenzbereiche flexibel angewendet und modifiziert werden können. Der sichere Umgang mit allen Werkzeugen und Diensten und die Fähigkeit zur Übertragung auf andere Programmumgebungen sind dafür die Voraussetzungen. Die Grenzen des Klassenraumes bzw. des Schulgebäudes zur alltägliche Welt können leichter in Lernaktivitäten einbezogen werden. Die "Vernetzung der Welt" darf dabei nicht nur virtuell bleiben, sondern muss über originären Kontakt zur Wirklichkeit mit Leben gefüllt werden.

Arbeiten mit der Digitalen Schulbank - praktische Umsetzung

Damit systematisches und konzentriertes Arbeiten mit den Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht gewährleistet wird, ist Anwendersoftware und die dazugehörige technische Infrastruktur nach didaktischen Gesichtspunkten ausgewählt. Dabei stehen nicht Lernprogramme, die keine Denk- und Arbeitswerkzeuge darstellen und auch nicht so genannte Standardsoftware für Büroanwendungen im Mittelpunkt.

Schul-Software, die für die Arbeit im Klassenzimmer und zu Hause konzipiert wurde, rückt in den Vordergrund. Am weitesten fortentwickelt ist in diesem Anwendungsfeld SMART Notebook, die begleitende Software des interaktiven Whiteboard SMART Board. 2006 erhielt SMART Technologies dafür den Comenius-EduMedia-Siegel. Die nachfolgenden Beispiel sind auf dieser Arbeitsoberfläche erstellt.


Beispiel digitale Texterschließung

Text.jpg

Zurzeit wird zur intensiven Auseinandersetzung mit Texten fast ausschließlich die gedruckte Form genutzt. Obwohl immer mehr digitale Medien im Bildungsalltag als Informationsquelle herangezogen werden, wird zur Analyse dieser Quellen auf ein analoges Medium (Papier) zurückgegriffen. Im Arbeitsablauf kommt es deshalb häufig zu Medienbrüchen, die zeitaufwendig sind und darüber hinaus mangelnde Flexibilität hervorrufen.

Das vorliegende Beispiel ist in zwei Screenshots dokumentiert. Der erste Screenshot beinhaltet den Text, der Zweite die daraus abgeleitete Strukturskizze.

Als Quelle für den Text diente das Stichwort MediendidaktikWikipedia-logo.png aus der Wikipedia. Der Text wurde in die Software SMART Notebook kopiert. Durch einfaches Anpassen des Textfeldes wurde ein ausreichender Rand für Notizen formatiert. Im zweiten Schritt wurden dann mit einem Textmarker-Werkzeug Schlüsselwörter hervorgehoben, die das Grundgerüst für eine Strukturskizze darstellen. Daraus hervorgegangen ist die am Rand notierte Gliederung des Textes. Auf einer zusätzlichen Seite ist aus den Schlüsselwörtern und der Gliederung eine Strukturskizze zusammengestellt worden, die in einfacher Form grafisch aufbereitet ist.

Struktur.jpg

Der Text wurde vollständig in digitaler Arbeitsumgebung erschlossen und kann in dieser Form direkt in ein digitales Tafelbild übernommen werden. Besonders hilfreich ist dabei ein interaktives Whiteboard (hier SMART Board), auf dem die Ergebnisse nicht nur präsentiert werden können, sondern gleich verändert bzw. verbessert werden können. In diesem verarbeiteten Zustand macht es aber auch Sinn, das Material für den individuellen Zugriff letztendlich auszudrucken.





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Beispiel digitale Bilderschließung

China.jpg

Als Quelle für die Grundkarte (Satellitenbild) dient ein Screenshot aus WorldWind von der NASA. Das vereinfachte exemplarische Beispiel bezieht sich auf die Topografie Chinas (angrenzende Staaten). Die Grundkarte wird in eine Seite von SMART Notebook kopiert. Zur ersten Orientierung sollen die angrenzenden Staaten mit Textobjekten in das Satellitenbild eingetragen werden. Zur Vereinfachung könnten die Textobjekte (Ländernamen) auch schon zur Verfügung gestellt werden, um sie dann nur per Drag&Drop an die richtige Stelle zu setzen. Als Hilfsmittel dient ein Atlas oder eine Karte aus dem Internet. Zur Übersichtlichkeit können weitere topografische Themen auf Kopien der Grundkarte eingetragen werden (Städte, Großlandschaften, Gewässer). Damit nutzt man die Vorteil einer digitalen Vorlage, da sie sich beliebig vervielfältigen lässt.

Beispiele digitale Sachfilmerschließung

Sachfilmerschliessung.jpg
Londonbearb.jpg

Mit den "Filmerschließungs-Werkzeugen" in SMART Notebook lassen sich auf Dischba Strukturskizzen eines Sachfilms erstellen.

Beispiel von FWU

Am Beispiel des Lernobjekts (Filmsequenz) von FWU "Das Klima in Europa (Merkmale)" wird eine Strukturskizze mit Standbildern aus dem Film erarbeitet.

Im Lernobjekt werden die Ähnlichkeiten des Klimas in verschiedenen Jahreszeiten und Teilen Europas erläutert. Diese Parallelen drücken sich in den Bildern durch gleiche Standbilder aus. Der Einfluss auf das Klima Mitteleuropas wird durch die Pfeile zum Ausdruck gebracht. Eine kurze Zusammenfassung unter der Strukturskizze vertieft die visuelle Strukturierung. Sämtliche Arbeiten (Filmbetrachtung und Erstellung der Auswertung) werden innerhalb der Software SMART Notebook durchgeführt.


Beispiel von MedienLB

Seit 2008 hat der audiovisuelle Medienanbieter MedienLB standardmäßig auf jeder neu erschien DVD "interaktive Arbeitsblätter" gepackt.

Hinter diesen Arbeitsblättern verstecken sich SMART Notebook Dateien, die als Begleitmaterial zur Verfügung stehen. Auch hierfür gibt es Beispiele im Internet.

Der Screenshot aus der Sachfilmerschießung "Geschichte London" zeigt die historische Anordnung von Standbildern aus dem Film. Das interaktive Arbeitsblatt ist mit Zeitstrahl und Film vorbereitet. Bei der Bearbeitung müssen im Film "Schlüsselbilder" mit dem Bildaufnahme-Werkzeug ausgewählt werden.

Auch von der MedienLB gibt es Beispiele zum Herunterladen bei Dischba.

Von der Medienerschließung zur intermedialen Medienanalyse

Dischbavvvvv.jpg

In der Zusammenfassung eines Vortrags werden die Grundgedanken von Dischba mit einem Unterrichtsbeispiel veranschaulicht. Grundlage dieses Beitrags war eine Präsentation zu einem Vortrag.

Ein besonderes Merkmal des Unterrichtbeispiels ist die Erschließung von Film und Text mit einer grafikbasierten Visualisierung der Ergebnisse. Unterrichtsthema ist die Präsentation des Landes Niedersachsen im Internet durch einen Videoclip und einen Basistext zum Bundesland.

Die Auseiandersetzung mit dem Film und dem Text bewirkt eine tiefere Wahrnehmung der Inhalte bevor Ergebnisse in einer Zusammenschau präsentiert werden. Es ergeben sich überraschende Deutungsmöglichkeiten.

Pdf20.gif Unterrichtsbeispiel mit Dischba

Unterrichtsversuch in der Grundschule

Welldemarlogoklein.gif

Die Fähigkeit methodisch kompetent auf digitalen Oberflächen zu lernen und zu arbeiten, wurde mit der Konzeption Dischba in einem Modellprojekt mit drei Grundschulen in der 4. Jahrgangsstufe (Schuljahr 05/06) durchgeführt. Aktuell wird das Material auch in 5. Klassen zur Einführung in Dischba genutzt. Dafür wurde eine Arbeits- und Spielgeschichte für SMART Notebook entwickelt, in der die Schülerinnen und Schüler einen altersgemäßen und systematischen Zugang zu den Lern- und Arbeitsmethoden erhalten sollten. Zu diesem Projekt gibt es Materialien und sämtliche Dateien für eine eigenständige Durchführung. Die erprobte Spiel- und Arbeitsgeschichte findet man in einer CC-Version unter Der Welleversand.gallery zum Herunterladen.

Literatur

Gebel, Norbert / Gutenberg, Ulrich: Mit Standardsoftware Erdkunde unterrichten. Gotha 2001. ISBN 3-623-20300-9 <a href="javascript:Pick it!ISBN: 3-623-20300-9"><img style="border: 0px none ;" src="http://www.citavi.com/softlink?linkid=FindIt" alt="Pick It!" title='Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen'></a>

Gutenberg, Ulrich: Die digitale Schulbank. Computer als Denk- und Lernhilfe nutzen. In: Computer+Unterricht (Friedrich-Verlag.Themenheft:, Nr. 50, S.56/57, 2. Quartal 2003.

Gutenberg, Ulrich: dis:ko - wo die Mäuse tanzen lernen. Lehrerfortbildung in der Region Göttingen. In: Computer+Unterricht (Friedrich-Verlag. Themenheft: Notebooks, Nr. 51, S.53-55, 3. Quartal 2003.

Gutenberg, Ulrich: EDE und die digitale Schulbank. Die "digitale Schulbank" im Einführungsseminar Didaktik Erdkunde. *In: Computer+Unterricht (Friedrich-Verlag). Themenheft: Netze knüpfen - vernetzt lernen, Nr. 54, S.58/59, 2. Quartal 2004.

Gutenberg, Ulrich: Standardsoftware PowerPoint versus SmartNotebook. Eine Alternative für die Digitale Schulbank. In: Computer+Unterricht (Friedrich-Verlag). Themenheft: Software beurteilen, Nr. 56, S.55-57, 4. Quartal 2004.

Machate, Christian: Von der Textanalyse zur Filmanalyse. Digitale Sachfilmerschließung - eine Methode im Rahmen der Digitalen Schulbank (Dischba) In: Computer+Unterricht (Friedrich-Verlag). Themenheft: Lesen, Nr. 71, S.34/35, 3. Quartal 2008.

Gutenberg, Ulrich / Tim Krumkühler: Unterrichtsentwicklung mit IuK-Medien Reihe:Texte zur Medienbildung 4 (Niedersächsisches Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung). 1. Auflage, Oktober 2009.

Pdf20.gif Broschüre zum Download beim NiLS

Gutenberg, Ulrich: Veränderter Blick auf den Raum. Geographiedidaktik und Informations- und Kommunikationsmedien: Schlaglichter auf neue Herausforderungen. In: Computer+Unterricht (Friedrich-Verlag). Nr. 77, S.22f, 1. Quartal 2010.

Gutenberg, Ulrich / Iser, Thomas / Machate, Christian: Interaktive Whiteboards im Unterricht. Das Praxishandbuch. Braunschweig 2010. ISBN: 978-3-507-10414-3

Gutenberg, Ulrich: Szenarien für den Einsatz von Whiteboards im Unterricht. Pläydoyer für eine gesamtkonzeptionelle Wahrnehmung Interaktiver Whiteboards In: Computer+Unterricht (Friedrich-Verlag). Nr. 78, S.21f, 2. Quartal 2010.

Linkliste

Siehe auch