Diskussion:Medienpädagogik

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dick, dumm und traurig

Es wäre fies gegenüber dicken Kindern, solche Wortzusammenstellungen in den Unterricht einzubringen. Vielleicht gibt es eine nicht diskriminierend betitelte Zusammenfassung der Studie? Vielleicht arbeitet die Studie selbst mit Diskriminierungen (heutzutage ist das bzgl. "dick" leider nicht mehr so selbstverständlich ...)

Zur Methodik, über Eigenschaftszusammenstellungen Menschen zu diskriminieren, siehe Diskriminierung in Kinderbüchern.

--Maike123 21:05, 9. Nov. 2007 (CET)

Diskussion zum Medienpädagogischen Manifest

  1. Das Manifest
  2. In ZUM-Unity hat Benutzer:Michael Reschke die Diskussion angestoßen.
  3. Klaus Dautel hat dort u.a. angemerkt: Integrierte Medienerziehung oder Medien-orientierte Projektarbeit? Das ist eine interessante Alternative. Diese Diskussion wurde vor einigen Jahren in Ba-Wü geführt [...] Sollen Computer-Kenntnisse im Rahmen der vorhanden Lernziele, also quasi nebenher, erworben werden, oder sollen Deutschlehrer einen eigenen kleinen Computerkurs durchführen? Die integrierte Lösung ist natürlich die bessere, aber schwieriger durchzuführen, wenn man z.B. auf Computerräume angewiesen ist, für die man sich Wochen vorher anmelden muss. Außerdem ist die Kompetenz der Lehrkraft stärker gefordert, weil der integrierte Medienunterricht auch methodisch anspruchsvoller ist. So haben sich, wie mir scheint, doch eher die kompakten Computerkurse durchgesetzt ...
  4. Fontanefan hat sich nach einem kurzen Diskussionsbeitrag in ZUM-Unity ausführlicher in seinem Blog geäußert.
    Zitat: Nicht zufällig werden neuerdings fast nur noch die "neuen Medien", also aufwändige, teure und vom Verschleiß besonders stark betroffene Medien im Zusammenhang mit Medienpädagogik diskutiert. Das liegt im Interesse der entsprechenden Industrie.
  5. Herrn Larbigs Reaktion auf Fontanefans Thesen
    Zitat: Dabei hat Medienpädagogik die Aufgabe, zur Reflexionsfähigkeit gegenüber diesen Entwicklungen zu führen. Dass mit diesen Entwicklungen auch Fragen der „Kurzlebigkeit“ der Produkte verbunden sind, hat nichts damit zu tun, dass medienpädagogisch aktive Lehrende die Industrie förderten, sondern damit, dass sich in der Gesellschaft eine Entwicklung ergeben hat, die es notwendig macht, solche Medien in den Fokus zu nehmen – und zwar sowohl von der reflektierenden als auch von der praktischen Seite her.
  6. Andreas Kalt nimmt zu Herrn Larbigs Beitrag Stellung
    Zitat: Der Unterschied ist meines Erachtens, dass es mit den Technologien des Web 2.0 einfacher und vielfach überhaupt erst möglich wird, im Alltag aktiv partizipierend an einer größeren Sache teilzunehmen. In der Vor-Internetzeit hätte ein junger Mensch zwar tolle Geschichten schreiben können, aber die Chance, diese unter die Leute zu bringen, wäre extrem niedrig gewesen. Heute kann ein Jugendlicher (wenn nötig mit leichter Anleitung) in Minuten eine Website einrichten und seine Werke präsentieren, wenn er oder sie das möchte. Diese Chancen aufzuzeigen und einen bewussten Umgang damit zu fördern, halte ich für eine wichtige Aufgabe von Lehrern.
  7. itari kritisiert den Diskussionsansatz der bisherigen Beiträge
    Meine Bitte, schaut nicht immer auf des Neue, auf das Technische, sondern lieber auf das Wesen dahinter, welches meist nicht wirklich neu und technisch ist. Lediglich immer nur auf der Dramatik des "Huch da gibts was, was ich noch nicht ganz beherrsche, also schnell mal daran und einordnen"
direkt dazu: Die Technik ermöglicht neue Fehlsteuerungen, zusätzliche Überreizung etc.. Kompetent mit Inhalten umzugehen lernt man unabhängig vom Medium, aber die Schwierigkeiten, Zentrales herauszufiltern, sind je nach Medium unterschiedlich. --Fontane44 16:05, 19. Apr. 2009 (UTC)

Hier scheint Web 2.0 ganz gut zu funktionieren. (Ich werde versuchen, baldmöglichst weitere Beiträge zur Diskussion hinzuzufügen (inzwischen sind sie weiter oben eingefügt) und dann dazu Stellung nehmen.) --Fontane44


Meine Meinung: Ich denke, dass wir im Unterricht mehr Medienpädagogik benötigen und diese Schulung der Medienkompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler sollte möglichst in den Fächern erfolgen und nicht in eine Extra-Stunde „Medienkunde“ verlagert werden. Wir benötigen hierfür aus meiner Sicht tragfähige, Kosten und Ressourcen schonende Konzepte und Verfahren. Schule ist eine Massenveranstaltung, alle auffälligen, teuren und Verschleiß anfälligen Verfahren oder Geräte scheiden damit m. E. leider aus. --Michael Reschke 20:49, 18. Apr. 2009 (UTC)
Wenn man den möglichen Nutzen und die Gefahren des Internets, wie sie auf der Artikelseite zu dieser Diskussion aufgezählt werden, bedenkt, muss man zugeben, dass das Internet zu verstärkten medienpädagogischen Anstrengungen herausfordert. Dennoch habe ich auf meinem Blog Fontanefan, wie aus dem oben angegebenen Zitat ersichtlich, mich recht skeptisch zu gegenwärtiger Medienpädagogik geäußert. Meines Erachtens erschöpft sie sich nämlich häufig zu sehr in der Beschaffung aufwändiger, wartungsintensiver technischer Geräte (als Beispiel nenne ich einmal Interaktive Tafeln, die pro Tafel 50 € Leasinggebühr kosten, bei 50 Tafeln also einen monatlichen Aufwand von 2 500 € bedeuten), begleitet von einem fröhlichen Optimismus, dass mehr Einbeziehung des Internet in das aktuelle Unterrichtsgeschehen die Recherchefähigkeit der Schüler deutlich verbessern würde. Wie oft werden Aufgabenstellungen in Moodle bearbeitet, die ebenso im Schreibgespräch, an Flipcharts oder mit Overheadfolien bewältigt werden könnten? Werden nicht viel zu häufig gerade von internetverliebten Pädagogen allzu unbedenklich Namen und Leistungen von minderjährigen Schülern ins Netz gestellt, so dass damit die Gefahren des unbedenklichen Umgangs mit privaten Daten in sozialen Netzwerken verharmlost werden? Die Leuchttürme vorbildlicher medienpädagogischer Arbeit gibt es gewiss, aber wie gut sind sie bekannt? Was käme heraus, wenn man in den Kollegien fragte, wer die im Hauptartikel vorgestellten Materialien kennt? Wie weit ist die Schulung der Lehrkräfte gediehen? Man sollte die Antworten auf diese Fragen zumindest in groben Umrissen kennen, bevor man, statt einen Psychologen an der Schule anzustellen, für jeden Klassenraum eine interaktive Tafel least. --Fontane44 22:14, 18. Apr. 2009 (UTC)
Auf meine Fragen antwortet recht ausführlich Herr Larbig in seinem Blogbeitrag. Ich werde weiter unten darauf eingehen. --Fontane44 04:52, 19. Apr. 2009 (UTC)
Es ist sicher richtig, dass die Medienpädagogik im schulischen Bereich einem erhöhten Rechtfertigungsdruck ausgesetzt ist. Die Frage nach dem didaktischen Mehrwert ist daher m. E. immer gerechtfertigt und muss sinnvoll beantwortet werden. Ich bin persönlich weder Freund interaktiver Tafeln noch von Moodle. Das hat etwas mit meiner Fächerkombination zu tun (Geographen nutzen die Tafeln sehr sinnvoll) und andererseits mit einer Grundüberzeugung zu tun. Der didaktische Mehrwert von geschlossenen Plattformen im Unterricht erschließt sich mir nur begrenzt.
Es geht nicht unbedingt um die Verbesserung der Recherchefähigkeit. Die Konzepte sind i. d. R. komplexer, kognitionspsychologisch begründet und hinsichtlich Effektivität und Akzeptanz evaluiert. Um Informationsbeschaffung im Internet geht es dabei m. E. eher weniger. Man wird im Einzelfall prüfen müssen, inwiefern sich universitäre Projekte und dort entwickelte Verfahren auf die schulische Praxis übertragen lassen. Ich denke, dass wir dort mit dem examedia Wettbewerb und Bemühungen an vielen Studienseminaren auf einem guten Weg sind.
Fürs Studienseminar Neuss zumindest kann ich sagen, dass dort viel Wert auf die medienpädagogische Kompetenzentwicklung der angehenden Lehrerinnen und Lehrer gelegt wird und hier auch das nötige Fingerspitzengefühl im Umgang mit Internet und Neuen Medien trainiert wird.
Die Situation ist IMHO in vielen Bereichen besser, als man denken könnte. Im Übrigen wird meiner Meinung aktuell vielerorts die Zurückhaltung beklagt, mit der Entscheider auf die Beschaffungswünsche von Lehrkräften reagieren. Also der Beschaffungs-Optimismus früherer Jahre ist inzwischen einem - sagen wir mal - gesunden Abwägen gewichen. --Michael Reschke 22:56, 18. Apr. 2009 (UTC)
Hallo, mich interessierte vor den Osterferien Cyberbullying. Derzeit ist mein Ärger darüber nicht mehr so aktuell. Bis vor kurzem hätte ich noch nicht gedacht, dass bereits ein Großteil der 12-Jährigen Soziale Netzwerke wie zB "netlog" täglich verwenden. Gruß j--Uptojoe 03:40, 19. Apr. 2009 (UTC)
Ja, das ist ein weit verbreiteter Irrtum: War an meiner Schule ähnlich ;-) --Michael Reschke 11:54, 19. Apr. 2009 (UTC)
Der Blogbeitrag von Herrn Larbig ist meiner Meinung nach ein vorzügliches Beispiel für den Nutzen von Web 2.0. Und es gibt mit Sicherheit schon viele gute Beispiele für Ausbildung in Medienpädagogik. Angesichts der Tatsache, dass es unter Tausenden von Lehrern in Deutschland gegenwärtig aber erst rund 70 gibt, die bloggen, scheint es mir aber ziemlich blauäugig, Medienpädagogik so allgemein verankern zu wollen. Wie soll in allen Fächern Medienpädagogik betrieben werden, wenn die Lehrer sich selbst kaum auskennen? - Im gegenwärtigen Stadium scheint es mir schon fast utopisch, dass wenigstens ein Lehrer pro Schule aufgrund eigener Erfahrungen mit Blogs, Wikis und sozialen Netzwerken Schülern in diesem Bereich etwas Orientierung bietet. Über die Schwierigkeiten, die es macht, Referendare für ein wenig Selbststudium in diesen Bereichen freizustellen, habe ich in meinem Beitrag in ZUM-Unity berichtet. --Fontane44 05:27, 19. Apr. 2009 (UTC)
Medienpädagogik ist i. d. R. mehr als nur „Web 2.0“. An konkreten Integrationslösungen für eine integrierte, in den Fächern verankerte Mediendidaktik, wird wie gesagt bereits gearbeitet. --Michael Reschke 11:54, 19. Apr. 2009 (UTC)

Zum Stand der Schulung der Lehrkräfte

Zitat Fontane44:
"Wie weit ist die Schulung der Lehrkräfte gediehen? Man sollte die Antworten auf diese Fragen zumindest in groben Umrissen kennen, bevor man, statt einen Psychologen an der Schule anzustellen, für jeden Klassenraum eine interaktive Tafel least"
Meines Erachtens ist die Schulung von Lehrkräften bisher sehr unzureichend. Die meisten Kollegen können meiner Erfahrung nach lediglich die absoluten Basics (Textverarbeitung, E-Mail, ein bisschen Web) - und das meist auch nur unreflektiert. Ich persönlich würde mich GEGEN Interaktive Whiteboards an unserer Schule aussprechen, obwohl ich sie selbst sehr gerne nutzen würde. Aber ich hielte die Wahrscheinlichkeit eines effektiven Einsatzes im Unterricht in der Breite für extem niedrig.
Auch wenn Michael Reschke oben für das Seminar Neuss einen positiven Einblick in die Lehrerausbildung gibt: meine Erfahrung ist deutlich weniger gut. An meinem eigenen Seminar (Referendariat endete vor 3 Jahren, Stand: 19.04.2009) gab es EINEN freiwilligen Kurs dazu, bei dem es rein um technische Inhalte ging - schon diese überforderten den Großteil der Teilnehmer. Von einem reflektierten Einsatz waren geschätzte 80% der Referendare meilenweit entfernt. Die beherrschten die meisten Tools schon technisch kaum - geschweige denn als kompetente Anleiter im Unterricht.
Auch wenn ich mir anschaue, was die Referendar können und wissen, die heute an meine Schule kommen - da sieht es meist nicht besser aus. Insofern: KEINE Whiteboards bevor nicht ein erheblicher Teil der Kollegen hier kompetenter ist.[1] Das Geld für die Whiteboards könnte die nächsten fünf Jahre in breit angelegte Fortbildungen fließen - dazu müssten aber ihrerseits WIRKLICH kompetetente Fortbildner gefunden werden. Auch das ist nicht immer selbstverständlich. --Retemirabile 09:28, 19. Apr. 2009 (UTC)

Aufgrund privater Initiative wird schon einiges getan. Ich denke dabei an das Web 2.0 Mentorenprogramm der Maschendraht-Community und an das Web 2.0 Kochbuch, das freilich noch nicht fertig ist, deshalb verweise ich speziell auf den Abschnitt Weblogs (dazu ist auch der Blog Lernen 2.0 hilfreich, der freilich speziell auf Bibliothekare ausgerichtet ist. Aber gemessen an der Aufgabe, alle Lehrer in den Stand zu setzen, die Schüler reflektiert in Web 2.0 einzuführen, ist das bisher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. --Fontane44 10:23, 19. Apr. 2009 (UTC)

Tipp: Ein fertiges Kochbuch siehe http://www.rezeptewiki.org --Uptojoe 10:43, 19. Apr. 2009 (UTC)

Fußnoten

  1. vgl. educamp09 Vortrag zu Maschendraht-Community