Artemis Fowl

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Kurzinfo
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Diese Seite befasst sich mit
Kinder- und Jugendliteratur (KJL).

Artemis Fowl“ ist ein Roman von Eoin Colfer.

Inhaltsverzeichnis

Eoin Colfer: Artemis Fowl

Viking, Penguin Books Ltd, 2001 Auf Deutsch:

Artemis Fowl - die Abenteuer eines jungen Antihelden
Aus dem Englischen von Claudia Felmann 2001 im List Verlag

Ein Harry Potter-Rivale oder nicht?

Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Der SPIEGEL (2. Mai 2001), auch die ZEIT (16. August 2001) präsentierten der noch ahnungslosen deutschen Leserschaft eine Harry-Potter-Nachfolge-Geschichte der besonderen Art, nachdem die Harry-Potter-Autorin eine längere kreative Pause angekündigt hat: ARTEMIS FOWL

(fowl (engl): Haushuhn, Truthahn, Geflügelfleisch)

Worum geht es in diesem Buch?

Artemis Fowl ist 12 Jahre alt, ein kriminelles Wunderkind, stammt aus einem alten irischen Geschlecht von Kriminellen und hat sich in den Kopf gesetzt, an die sagenhaften Goldschätze der Elfen zu kommen. Mit Hilfe seiner Genialität, eines topfitten Leibwächters und modernster Computerausrüstung (von Apple übrigens) gelingt es ihm zuerst an das geheime Zauberbuch der Elfen heranzukommen, dieses zu entschlüsseln und dann einen weiblichen Offizier der Elfen-Sicherheits-Polizei zu kidnappen. Diese streitbare Elfin, sie heißt Holly Short und ist nicht größer als einen Meter, was für Elfen normal ist, hält Artemis Fowl in seinem Schloss in der Nähe von Dublin gefangen und fordert mit dieser Geisel nun die Elfenwelt heraus. Diese wiederum mobilisert ihren ganzen high-tech-Sicherheitsapparat unter Leitung von Commander Root, Hollys cholerischem Vorgesetzen, um die Schmach und das tödliche Risiko für die gesamte unter- und oberirdische Zivilisation zu verhindern, denn bisher war es den Elfen gelungen, ihre Welt vor den "mud-people" (Menschen) geheim und damit auch sicher zu halten. Schließlich machen diese einst aus dem Schlamm herausgekrochenen Kreaturen alles kaputt, was sie in ihre gierigen und verantwortungslosen Hände kriegen. Beispiele dafür sind in der Oberwelt allerorten zu sehen und dieser Artemis Fowl ist ein Musterbeispiel.

Der Verteidigungskampf der vereinten Unterwelt (Elfen, Trolle, Zwerge und auch ein Centaur) gegen Artemis Fowl und seinen Butler nimmt also seinen ziemlich gewalttätigen Lauf, zuweilen liest sich die Handlung wie das Drehbuch zu einem Action-Film oder einem James-Bond-Film entnommen. Schließlich kriegt Artemis Fowl zwar nicht die Strafe, die er verdient, aber so richtig gewonnen hat er auch nicht. Klar ist nur, dass weitere Übeltaten dieses Übeltäters und weitere spannende Auseinandersetzungen mit der besseren Welt, der Unterwelt, zu erwarten sind.

Für mich ist die Figur des Artemis Fowl keine wirkliche Fortsetzung der Harry-Potter-Figur, er ist in seiner ganzen persönlichen und moralischen Anlage eher als dessen Gegenstück anzusehen. In der Harry-Potter-Welt wäre Artemis Fowl dessen Todfeind, weil dieser sich als Mensch der Magie bemächtigt um damit Böses zu tun bzw. etwas typisch Menschliches: Nämlich sich zu bereichern.

Die Figur, die Harry Potter am nächsten kommt, ist die Elfin Holly Short, die nicht zur Heldin taugt und sich dennoch heldenhaft sowohl gegen den eigenen Vorgesetzten Root als auch gegen den menschlichen Bösewicht Fowl durchzusetzen hat. Die Sympathie des Lesers, vor allem des Jugendlichen, müsste auf ihrer Seite stehen und das Buch müsste ihren Namen im Titel tragen statt den des kriminellen Mastermind Fowl. Dass dieser und sein schlagkräftiger Butler am Schluss noch am Leben sind, verdanken sie übrigens Holly Short.

Auch im Sprachstil, in der Liebe zum Detail und in der Ausgestaltung der Figuren ist "Artemis Fowl" nicht mit den Harry-Potter-Geschichten vergleichbar: Die Sprache ist zwar flott, aber ohne große Originalität, die Artemis-Fowl-Unter- und Oberwelt ist ziemlich spärlich geraten und die Figuren tragen recht klischehafte Züge: Der cholerisch-gutherzige Vorgesetzte Root, dessen beförderungsgeiler Konkurrent Cudgeon, der High-Tech-Freak Foaly, ein Centaur übrigens, der fiese Zwerg Mulch, der durch und durch loyale Bodyguard Butler, dessen girly-hafte kleine Schwester Juliet, das eiskalte Genie A.Fowl, die verrückte Mutter ...

Man wird abwarten müssen, ob dieser Roman überhaupt ein Erfolg wird. Bei der massiven Presse- und Marketingkampagne, die seit zwei Monaten angelaufen ist (siehe unten), dürfte zumindest für Aufsehen und eine hohe Startauflage gesorgt sein. Eines aber muss ich dem Roman zugute halten: Er ist spannend und zeitweise auch ein wenig witzig, sonst hätte ich ihn nicht zu Ende gelesen.

Klaus Dautel (August 2001)


Bitte ändere den Inhalt dieses Beitrags nicht. Denn er gibt eine persönliche Meinung wieder.

Eoin Colfer

ist Lehrer und lebt mit seiner Frau und einem Sohn in Wexford, nachdem er mehrere Jahre im Ausland unterrichtet hat, in Saudi Arabien, Tunesien und Italien sowie Irland. Er hat bereits mit zwei Serienfiguren die Herzen der britischen Kinder gewonnen. Mit Artemis Fowl ist ihm der ganz große internationale Durchbruch gelungen.

2001 ...

Elf and happiness
"A huge bidding war erupted over a novel from an Irish writer that mixes hi-tech with fairies and has as its hero the 12-year-old criminal mastermind Artemis Fowl. Could this be the new Harry Potter?" (Kate Kellaway, Sunday May 13, 2001 The Observer)


... und heute

"Eoin Colfer setzt in seiner Buchreihe über den raffinierten jugendlichen Meisterdieb Artemis Fowl auf Actionszenen, Suspense, überraschende Wendungen – und seinen irischen Humor". (dieterwunderlich.de)
  1. Artemis Fowl (Artemis Fowl, 2001)
  2. Artemis Fowl. The Arctic Incident (Artemis Fowl. Die Verschwörung, 2002)
  3. Artemis Fowl. The Eternity Code (Artemis Fowl. Der Geheimcode, 2003)
  4. Artemis Fowl. The Opal Deception (Artemis Fowl. Die Rache, 2005)
  • www.artemis-fowl.de Artemis Fowl - Der genialste Gauner aller Zeiten. - Deutsche Verlagsseite (List-Verlag 2007)
  • www.fowl.de - "Offizielle Artemis Fowl Fan-Club"-Seite (Deutsch/Englisch)

Siehe auch