Die erstaunlichste Tatsache über das Universum

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In einem Interview mit TIME-Magazine wurde Neil deGrasse Tyson gefragt, was die erstaunlichste Tatsache über das Universum sei, die er mit den Lesern des Magazins teilen könne. Seine Antwort ist unten auf Englisch und auf Deutsch wiedergegeben.[1]

Max Schlickenmeyer hat Tysons faszinierende Worte mit ebenso faszinierenden Bildern unterlegt.


The most astounding fact

Interviewer:

What is the most astounding fact you can share with us about the Universe?

Neil deGrasse Tyson:

The most astounding fact is the knowledge about the atoms that comprise life on Earth. The atoms that make up the human body are traceable to the crucibles that cooked light elements into heavy elements in their core under extreme temperatures and pressures. These stars – the high-mass ones among them – went unstable in their later years. They collapsed and then exploded scattering their enriched guts across the galaxy. Guts made of carbon, nitrogen, oxygen and all the fundamental ingredients of life itself. These ingredients become part of gas clouds that condense, collapse, form the next generation of solar systems – stars with orbiting planets and those planets now have the ingredients for life itself.

So when I look up at the night sky I know that, yes, we are part of this universe. We are in this universe. But perhaps more important than both of these facts is that the universe is in us.

When I reflect on that fact, I look up … many people feel small because they’re small and the universe is big. But I feel big because my atoms come from those stars.

There is a level of connectivity. That’s really what you want in life. You want to feel connected, want to feel relevant, want to feel like you’re a participant in the goings-on of activities and events around you. And thats precisely what we are just by being alive.

Die erstaunlichste Tatsache

Interviewer:

Was ist die erstaunlichste Tatsache über das Universum, die Sie mit uns teilen können?

Neil deGrasse Tyson:

Die erstaunlichste Tatsache ist das Wissen über die Atome, aus denen das Leben auf der Erde besteht. Die Atome, die den menschlichen Körper aufbauen, können zurückverfolgt werden zu den Sonnen, die in ihrem Kern leichte Elemente zu schweren Elementen »verkochten«, unter extremen Temperaturen und extremem Druck. Diejenigen Sterne, die besonders viel Masse hatten, wurden in ihren späteren Jahren instabil. Sie kollabierten und explodierten und schleuderten ihr angereichertes Inneres hinaus in die Galaxie. Dieses Material bestand aus Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff und all den grundlegenden Bausteinen des Lebens. Diese Bausteine formten Gaswolken, die sich verdichteten, kollabierten und die die nächste Generation von Sonnensystemen bildeten: Sonnen mit um sie kreisenden Planeten. Und diese Planeten beinhalten nun all die nötigen Bausteine des Lebens.

Wenn ich in den Nachthimmel schaue, weiß ich, dass wir ein Teil des Universums sind, dass wir in diesem Universum sind. Aber eine Erkenntnis ist vielleicht noch wichtiger als diese Beiden: Dass das Universum auch in uns ist.

Wenn ich über diese Erkenntnis nachdenke, schaue ich nach oben … viele Menschen fühlen sich dabei klein, weil das Universum so groß ist. Aber ich fühle mich groß, denn meine Atome kommen von diesen Sternen.

Es gibt mir ein Gefühl der Verbundenheit. Und das möchte man ja im Leben: Man möchte sich mit anderen Dingen verbunden fühlen, man möchte einen Sinn empfinden. Man möchte das Gefühl haben, an dem teilzuhaben, was um einen herum existiert und vor sich geht. Und genauso ist es: Wir haben Anteil am Universum – einfach dadurch, dass es uns gibt und dass wir am Leben sind.



  1. Der von Andreas Kalt übersetzte Text erscheint hier Pdf20.gif mit freundlicher Genehmigung von Neil deGrasse Tyson und steht NICHT unter einer CC-Lizenz