Imagination

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Inhaltsverzeichnis

FE-Imagination

Wie entwickelt man Vorstellungen auf dem Weg zur Gestaltungskompetenz?

Die Komponenten auf dem Weg dorthin sind bekannt:

  • Wahrnehmungskompetenz:
    • Naturbegegenung: "Merk würdig keiten" sammeln
    • Bildverarbeitung, unterschiedliche Sichtweisen
    • Perspektivenwechsel (lokal - regional - global)
    • Gestaltung virtueller Exkursionen
    • Umgang mit Mindmaps
  • Kommunikations- und soziale Kompetenz:
    • Mission ins Gelände,
    • Planspiele,
    • Wiki-Arbeitsformen im Team
  • Bewertungskompetenz:
    • Unterschiedliche geographische Sichtweisen
    • Maßstabsverschiebungen durch Perspektivenwechsel
    • Bildinterpretationen
    • sozialgruppenspezifischer Perspektivenwechsel
  • Zwischenstation: Vorstellungen und Mindmaps (Imagination) als Brücke zur Handlungskompetenz
    • Modelle entwickeln
    • Strategien konzipieren
    • Ideenbörse
  • Handlungskompetenz, die vor allem Selbstbestätigung ermöglicht:
    • Präsentationen mit "Adressaten-Filter", was will der Adressat hören oder sehen?
    • Organisationsaufgaben mit "Effizienz- bzw. Akzeptanz-Filter"; Wie initiert man eine Handlung in der Gruppe und welche Rückwirkung hat die Handlung auf die Gruppe?
    • Bereitstellen von Wissen mit "Effizienz- bzw. Zeit-Filter": Verschütte eine Menge Erbsen. Wenn du sie wieder einsammeln möchtest, so hast du 80% aller Erbsen in 20% der Zeit, die du zum Sammeln aller Erbsen benötigst.

Mindmaps sind mehr als nur Lernhilfen

sie machen den Weg ins Handeln bewusst

In Mindmaps können Wahrnehmungs-, Kommunikations-, soziale und Bewertungs-Kompetenz zum Ausdruck kommen. Wenn man Menschen bei ihrem aktiven "Mindmapping" zusieht, dann wird einem dies unmittelbar bewusst.

Mindmap zu den Wetterelementen

Lassen Sie Ihr Auge in obiger Mindmap spazieren gehen! Vergleichen Sie die Anordnung! Wie unterstützen sich Bild und Text gegenseitig?
Eine einzige Mindmap zeigt die "Wetterelemente" in fester Anordnung als Merkhilfe. Ein linearer Text in Form einer Tabelle würde ein falsches Bild ergeben:

Wetterelemente:

  • Temperatur
  • Niederschlag
  • Wind
  • Bewölkung
  • Luftdruck
  • Feuchte


Wie wenig sagt doch diese Tabelle aus im Vergleich zur Mindmap. Ist die Feuchte weniger wichtig als die Temperatur?
Die Liste leitet zum Auswendiglernen an, gedankliche Assoziationen entstehen nicht, vernetztes Denken wird zu wenig unterstützt.

Lernen heißt, sich ein Bild vom Lerngegenstand machen.
Am Bild entwickelt sich ein Begriff, nicht umgekehrt. Einige Bilder machen sogar neugierig (Verwendung als "Teaser"), Wörter leisten dies nur dann, wenn dazu schon eine attraktive Mindmap im Kopf "gespeichert" ist. Die Verwendung eines Tafelbildes oder die Gestaltung eines Posters erfüllen auf den ersten Blick den gleichen Zweck wie unsere Mindmaps:
Für das bildorientierte Gedächtnis spielt die gegenseitige Lage von Bild-Einzelheiten und Wörtern eine große Rolle. Dazu kommt noch die assoziative Wirkung von Bildern und Wörtern. Die geeignete Wahl von Schrift- und Bildmustern unterstützt außerdem die ganzheitliche und die vernetzte Wahrnehmung. Eine Mindmap zeigt, über ein Tafelbild oder Poster hinausgehend, was zusammengehört und welche Affinität zum zentralen Begriff besteht. (Nur im Sonderfall dient eine Mindmap auch für eine lineare Abfolge. Hier verwendet man die Vorstellung der Uhr: Bei 1 geht's los, bei 12 ist man fertig.)

Unsere Hauptziele im Umgang mit Mindmaps sind zuerst fast trivial:

  • Der Jugendliche soll suchen wollen und soll sich später erinnern können.
  • Die Form einer Mindmap bietet Merkhilfen, sie fehlen bei bildschirmabhängigen Web-Text-Layouts.
  • Das Verfahren "Trial and Error" bzw. das kindliche spielerische Suchen sollen angesprochen werden.
  • Der Jugendliche soll nicht durch einen unbekannten Wortschatz behindert werden; "Bilder sagen mehr als tausend Worte".
  • Eine Mindmap enthält die wesentlichen Komponenten auf einen Blick und lädt zum Vergleichen ein, nicht so bei linearen Menüs.

Was macht man sonst noch mit Mindmaps? In Baden-Württemberg hat man bei InfoSCHUL intensivst mit der Software "Mindmanager" gearbeitet. Da gab es viele neue Einsatzmöglichkeiten insbes. für den handlungsorientierten Unterricht. Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten zeigen auch die Bedeutung von "bildlichen Vorstellungen" (Imagination) als "Brücke zur Tat".

Mindmap-Anwendungen

Eine Tatsache spricht allerdings für lineares Denken und Lernen: Nur lineares Abarbeiten ermöglicht nach getaner Arbeit das Gefühl, fertig zu sein. Es ist ja alles erledigt, es konnte alles abgehakt werden. Vernetzt denkende Menschen kommen nie zu solch einem Glücksgefühl, ihr "Unglück": Lebenslanges Lernen und geistige Unrast.

Siehe auch

Satellitengeographie