Wahrnehmung

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Inhaltsverzeichnis

FE-Wahrnehmung

Techniken des Sehens, Messens und Wahrnehmens

Sehen, Messen und Wahrnehmen sind drei Aspekte eines Sachverhalts. Wenn ich die Augen öffne, so werden Helligkeitswerte des sichtbaren Lichts von der Netzhaut gemessen (wie auf einem Chip einer digitalen Kamera) und von unserem Gehirn zu einem Bild zusammen gesetzt. In Abhängigkeit von Stimmung, Vorbildung, Erfahrung wird diesem Bild vom Gehirn ein Sinngehalt zugeordnet. Das ist dann die Wahrnehmung über das Auge, die selbst wiederum von anderen Sinneswahrnehmungen gesteuert wird. Jede der drei Vorgänge Sehen, Messen und Wahrnehmen lassen sich leistungsmäßig steigern, d.h. trainieren.

Sehen: Die technische Erweiterung des Sehens über optische Geräte oder um den Wellenlängenbereich des infraroten Lichts erschließt uns völlig neue Perspektiven oder Inhalte. Das infrarote Licht zeigt z.B. Vitalität von pflanzlichen Zellen, Feuchtigkeit und Mineralien-Besonderheiten. Satellitenbilder ermöglichen diese Sicht.

Messen: Das bewusste Messen mit Hilfe von High-Tech-Geräten hilft beim Erkennen von Gesetzmäßigkeiten. Damit erschließen wir uns die Natur auf neuen Wegen (Lernparcours).

Wahrnehmen: Intuition, Wissen, Interessen, Kompetenz bei Arbeitstechniken, persönliche Stimmungslage beeinflussen unsere Wahrnehmung. Ein Training des Wahrnehmungsvermögens versucht hierauf Einfluss zu nehmen. Dies hilft wiederum beim Aufbau von individueller Gestaltungskompetenz. Über Planspiele und bewussten Perspektivenwechsel (räumlich oder sozialgruppenspezifisch) eröffnen sich breite Trainingsfelder.

Die methodischen Konzepte
Informationsverarbeitung und Beobachten-Messen-Evaluieren setzen diese individuellen Trainingsvorhaben um.

Geographische Ansätze der Bild-Wahrnehmung

Methodische Ansätze

Die Elbmündung im Quicklook

Ein Satellitenbild muss anders betrachtet werden als ein "Familienfoto". Nachfolgend wichtige Ansätze für eine veränderte Bildwahrnehmung:

  1. Der Unschärfe-Ansatz, von Prof.F.Vester in die Lernforschung eingebracht, in der Informatik unter Mustererkennung bzw. Fuzzy-Logic beschrieben, in der Schulpraxis oft als Arbeitsform mit Mindmaps bzw. Satellitenbildern kultiviert, ist ein wesentlicher Ansatz für die zukunftsorientierte Umweltforschung.
  2. Der exemplarische Ansatz ist notwendig, damit die Zeit zum Verweilen beim Lernen geschaffen wird. Nur der Rückzug auf wenige Beispiele erlaubt in der Schule den notwendigen fachlichen Tiefgang. Hier gilt: Weniger ist mehr.
  3. Der Ganzheits-Ansatz läuft zumeist unter der Bezeichnung "ganzheitliches Lernen". Der Lernzirkel "vollständige Informationsverarbeitung", das ist der methodische Weg von der Recherche über die Auswertung zur Gestaltung der Ergebnis-Präsentation, ermöglicht den Erwerb einer der wesentlichsten Schlüsselqualifikationen zum späteren eigenständigen Lernen. Ganzheitliches Lernen benutzt alle Sinne und alle Medien, also auch die digitalen Medien. Die Internetanwendung "Informationsverarbeitung" ist in keinem anderen Fach so zentral integrierbar wie in Erdkunde. Die Arbeit mit Satellitenbildern ist hier eine Variante. Neben diesem arbeitstechnischen Beispiel gibt es noch viele andere ganzheitliche Ansätze in der Geographie, z.B. das Planspiel, multimedial umgesetzt als "Europa-Reisen".
  4. Der Identitäts-Ansatz ist durch die geographische Schlüsselfrage "Was ist anders als bei uns?" charakterisiert. Diese Frage stärkt die nationale Identität ebenso wie die Offenheit gegenüber der Andersartigkeit fremder Völker und Kulturen. Dieser Ansatz bringt auch die Sinnhaftigkeit für viele praktizierten Arbeitstechniken des Vergleichens. Der Vergleich von Details bringt noch nicht das erwünschte Resultat, erst der Vergleich über die "Unschärfe" z.B. des Satellitenbildes lässt die charakteristischen Unterschiede ins Auge stechen.
  5. Der Umgang mit dem Faktor "Unsicherheit" wird sich langfristig auch zu einer Schlüsselqualifikation entwickeln. Die vielfältige Auseinandersetzung mit dem globalen Wandel (klimatisch, wirtschaftlich, sozial, politisch) mit dem Ziel der Lebens- und Zukunftsbewältigung ist eine Domäne der Schulerdkunde. Die geographische Hazard-Forschung ist ein Teil dieses Ansatzes. Gerade bei diesem Ansatz leistet das aktuelle Satellitenbild die notwendige Nähe zum Geschehen.
  6. Der Wissenschaftsansatz "Strukturanalyse" (Arbeitshypothese - Evaluation im Gelände) und "Beobachten - Messen -Evaluieren" ergänzt im Fach Erdkunde den andersartigen Arbeitsansatz der reinen Naturwissenschaften Bio, Ch, Ph, NuT. Bei diesem Ansatz liefert die Auseinandersetzung mit Satelliten-Messwerten einen zweifachen Nutzen. Einmal ist es die Auseinandersetzung mit der "Fernüberwachung" durch Licht-Sensoren als wissenschaftliches Instrumentarium, gleichzeitig ist das Satellitenbild ein Abbild der Natur, die analysiert werden soll.

Grundsatzartikel:

Wahrnehmung:
[1]

Erkennbarkeit von Objekten bei der Bildinterpretation:
[2]

Räumliche Wahrnehmung trainieren:
[3]


Satellitengeographie