Böhmische Landschaft mit dem Milleschauer

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Das Gemälde "Böhmische Landschaft mit dem Milleschauer" wurde von Caspar David Friedrich(*5.9.1774 in Greifswald;†7.5.1840 in Dresden)im Jahr 1808 mit Öl auf eine 70x140cm Leinwand aufgetragen und ist in der "Gemälde Galerie" in Dresden ausgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Analyse

Böhmische Landschaft mit dem Milleschauer

Das Gemälde ist malerisch dargestellt und zeigt eine weite Sicht auf eine Böhmische Landschaft mit flachen, abgerundete Hügeln mit Baumgruppen im Vordergrund. Im Hintergrund kann man kantige Berge sehen. Einer dieser Berge ist der Milleschauer. Der Mittelgrund ist relativ klein gehalten, während der Himmel über die Hälfte des ganzen Blattes ausmacht, was bewirkt, dass man sich frei fühlt. Die Landschaft wird von links mit viel, aber weichem Licht bestrahlt, welches von unsichtbaren Lichtquelle, vermutlich die Sonne, ausgesandt wird. Das Gemälde ist offen und wirkt beruhigend, hell, entspannend, wirklichkeitsnah und realistisch. Das wird durch helle, ruhige Farben -Blau, Grün und ihre Abstufungen- ausgelöst. Das Blau wirkt beruhigend. Das Grün sowie die Ferne bewirken das Freiheitsgefühl oder das ersehnte Jenseits,wie Caspar David Friedrich es darstellen wollte.


Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich ist am 5. September 1774 in Greifswald geboren und wurde an der Kopenhagener Akademie ausgebildet. Seit 1798 lebte er in Dresden. 1803 versuchte er sich umzubringen, scheiterte aber. Am 21. Januar 1818 heiratete Caspar David Friedrich die fast 20 Jahre jüngere Christiane Caroline Bommer, mit der er drei gemeinsame Kinder hatte. Leider musste er nach seinem Schalganfall 1835 das Malen einstellen und starb am 7.Mai 1840 mit 65 Jahren in Dresden. Sein Grab ist auf dem "Trinitatisfriedhof" in Dresden-Johannstadt. Er war ein bekannter Maler und Zeichner der Frühromantik(1800-1810) und malte häufig dunkele Bilder mit Öl auf eine Leinwand. Seine Bilder haben meistens einen verkürzten Mittelteil, einen großen Himmel, weite Ferne und sind Natur- und Landschaftsdarstellungen aus dem deutschen Raum. Seine Bilder sind von der klassizistischen Landschaftsmalerei beeinflusst, welche er mit Symbolen verknüpft(z.B.: der Anker, als Grund zu bleiben; hier: die Ferne, als das ersehnte Jenseits). Er war ein Erneuerer der Landschaftsmalerei und ließ sich nicht von der Altertums- und der Italiensucht mitreißen. Seine Vorstellung kreisten häufig, wie man an den Bildern sieht, um das Vergehen der Zeit und die Zukunft.


Andere Werke

z.B.:


Bezug zur Zeit

In der Frühromantik ließ der französische König Holland auflösen, es wurden mehrere Verträge von Paris vereinbart, es gab Schlachten in Portugal und Spanien, Saragossa wurde belagert und es gab einen Fürstenkongress in Erfurt. In der Zeit gab es viele Probleme und politische Katastrophen. Das Gemälde wirkte befreiend, entspannend, als würde man für kurze Zeit der Wirklichkeit entflüchten. Das Bild entstand nachdem Caspar David Friedrich eine Ringexkursion ins polnische Mittelgebirge machte.