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Farb- und Formwirkung

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Diese Seite ist Teil des Projekts "Multimedia" der Klassen 9 an der HOGA Schloss Albrechtsberg im Schuljahr 2009/2010.
Kurzinfo


Inhaltsverzeichnis

Farbwirkung

Geschichte

Die Farbe wirkt stark auf die Psyche, das heißt sie hat einen Einfluss auf unser Wohlbefinden und Lebensgefühl. Dies wurde schon ziemlich früh entdeckt und so in der Heilkunde sowie in religiösen Ritualen benutzt. Später befasste sich auch Goethe mit der Wirkung der Farben und schrieb in seiner Farblehre unter anderem, dass Gelb Heiterkeit und Wärme, Blau Trauer und Rot Leid ausdrückte. Zwischen dem 19. und 20. Jhd. nutze man dieses Wissen um die Chromotherapie anzuwenden. Diese Anwendung sollte stimulierend, harmonisierend und heilend auf Körper und Psyche wirken. Die heutige Psychologie versucht ebenfalls durch klare Farbeinstellungen die Menschen in ihrem Denken, Fühlen und Handeln zu beeinflussen. Dies wird vor allem in der Werbung genutzt.

Allgemeine Farbwirkung

Die Farben werden aus Sicht der Farbwirkung in zwei Kategorien eingeteilt: In die warmen (z.B.: Orange, Gelb, Rot) und kalten (z.B.: Blau, Violett, Grün) Farben. Diese beiden Kategorien liegen sich im Farbkreis gegenüber. Warme Farben schaffen, im Gegensatz zu den Kalten, Nähe. Blau/Violett/Grün hingegen bewirken Distanzen. Helle Farben wirken leicht und freundlich, Dunkle sind für uns düster. Gesättigte Farben wirken dominant wo hingegen Entsättigte zurückhaltend scheinen. Zarte Farben vermitteln ein Gefühl vom Zerbrechlichkeit und Empfindlichkeit. Zudem wirken z.B. auf einem T-Shirt viele Farben verwirrend, besser wären Einzelne, da diese Ordnung und Übersicht vermitteln. Doch für manche mag eine Farbe allein langweilig sein und so soll ein Zusammenspiel zwischen Farben entstehen. Dabei ist es wichtig, dass die Farben harmonieren. Eine Möglichkeit ist die Farben einer gleichen Tonstufe zu benutzen.

Physiologische und Psychische Wirkungen

Physiologische Wirkung

Farben können den Sehvorgang beeinflussen. Wenn man zum Beispiel eine Reihe mehrerer Graustufen betrachtet, wirken die Töne zum dunkleren Grau heller und zum helleren hin dunkler. Wenn man eine Farbe länger betrachtet, kann es passieren, dass ein Nachbilde der Gegenfarbe (Komplimentärfarbe) erscheint. Farben können auch den menschlichen Organimus beeinflussen. Rot zum Beispiel kann den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen. Grün hingegen wirkt eher dämpend.

Psychische Wirkung

Farbe können die Gefühle stark beeinflussen. (siehe zum Beispeil: Farben und ihre Wirkung im Raum) Wenn man bestimmte Farben mit bestimmten Erfahrungen oder Ereignissen verknüpft, können diese Farben ebenfalls bestimmte Gefühle hervorrufen. Auf das psychische befinden Wirken sich besonders satte und reine Farben aus. Gleiche Farben können verschiedene Wirkungen auf unterschiedliche Menschen haben. (siehe: #Spezielle Farben und ihre Wirkungen)


Spezielle Farben und ihre Wirkungen

Farbe Wirkung auf den Menschen
Rot Liebe, Gefahr, Energie, Achtung, Aufregung, Macht, Stärke, Widerspänstigkeit, Feindseligkeit, Schutz, Verteidigung, Aufmerksamkeit, Vitalität, Leidenschaft, Aggressvität, Brutalität, Wut,
Grün Natur, Gesundheit, Hoffnung, Ruhe, Erdrückung, Großzügigkeit, Sicherheit, Harmonie, Erneuerung des Leben, Neid, Gleichgültigkeit, Müdikeit
Blau Vertrauen, Harmonie, Ruhe, Pflichtreue, Schönheit, Sehnsucht, Traumtänzerei, Nachlässigkeit, Melanchonie
Gelb beruhigend, Licht, Heiterkeit, Freude, Wissen, Weisheit, Vernunft, Logik, Rachsucht, Täuschung, Pessimismus, Egoismus, Geiz, Neid
Schwarz Trauer, Angst, Macht, Stärke, Schutz, Verteidigung, Mutlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Schwermut, Unglück, Unergründlichkeit, Unabänderlichket, Geheimnis, Würde, Ansehen
Weiß Kälte, Neutralität, Weisheit, Reinheit, Klarheit, Erhabenheit, Unschuld, Empfindsamkeit, Unnahbarkeit, kühle Reserviertheit


Bevorzugte und Abgelehnte Farben des Menschen

Alter Bevorzugung (überwiegend) Ablehnung (überwiegend)
4 bis 10 Purpur, Rot, Orange, Rosa, Grünblau Schwarz, Dunkelbraun, Weiß, Grau
11 bis 12 Grün, Gelb, Orange, Rot Olivgrün, Lila
13 bis 16 Orangerot, Ultramarin Violett, Lila
17 bis 19 Rotorange Purpur, Rosa

Diese Tabelle ist von 1992!


Farben und ihre Wirkung im Raum

Farbe Wirkung im Raum auf den Menschen
Rot Es regt psychisch und physisch an. Außerdem fördert es Körperliche Arbeit und Bewegung. Aber zuviel macht unruhig, gereizt oder beengt.
Orange Durch sie entsteht eine gelöste und heitere Atmosphäre und es wirkt stimulierend. Es ist in Nordzimmern und dunklen Räumen empfehlenswert.
Gelb Es regt geistig an und fördert das Gespräch. Es ist somit Ideal in Räumen in denen junge Menschen leben.
Ocker, Bräunliche Farben Sie wärmen und dämpfen den Raum scheinbar. Außerdem wirken sie beruhigend und ausgleichend.
Blau Es wirkt kühl und lässt einen Raum sauberer erscheinen. Es dient in engen, kleinen und niedrigen Räumen zur optischen Vergrößerung.
Blaugrün Es wirkt komprimierend festigend und ist aussagekräftiger als ein normales Blau.
Türkis Es mach ein kühles aber persönliches Raumklima.
Grün Es wirkt im Raum beruhigend und sorgt für Ausgleich, Sicherheit und Geborgenheit.
Purpur und Violett Sie wirken feierlich und eignen sich so gut für Empfangsräume.
Zartes Lila und Rosa Es hat eine abgedämpfte Wirkung und somit fühlt der Mensch sich schwereloser.
Schwarz, Weiß und Grau Es sind keine Farben. Aber es sind ideale Kombinationsfarben. Nur zu viel Schwarz und Grau sind schwer, erdrückend und auch düster.


Raumverändernde Farbwirkung

Damit man sich in einem Raum wohl fühlt kann man Lampen und Wandfarben zusammen abstimmen, so erfüllt der Raum denGedachten Zweck. Für Räume in denen man sich konzentrieren muss eignen sich besonders Kalte Farben diese von Grün bis Blau gehen. Und man setzt diese oft in südlich gelegenen Wohnräumen ein. Für Räume die anregend wirken sollen eignen sich am besten warme Farben diese von Gelb bis Rot gehen. Diese Warmen Farben setzt man in nördlich befindlichen Wohnräumen ein. Farben die man von zum Beispiel Rot nach Gelb oder von Grün nach Gelb einsetzt wirken entspannend doch umgekehrt bewirken sie Spannung.

Mit Farben kann man die Größenwirkung von Räumen beeinflussen. So z.B. wirkt ein Raum mit heller oder weißer Decke höher und ein Raum mit einer dunklen Dekenfarbe niedriger. Also sind dunkle Deckenfarben nicht empfehlenswert. Dunkle Wandfarben machen den Raum kleiner und enger und natürlich auch dunkler da mehr Licht absorbiert wird. Helle Farben lassen den Raum größer erscheinen und eignen sich daher für kleine und längliche Räume. Eine Rückwand mit z.B. hellblauen Anstrich erscheint weiter weg als eine mit braunen oder roen Anstrich diese erscheinen näher.

Farbe in der Werbung

Früher spielte die Farbe in der Werbung keine große Rolle. Es dominierten eher grau und schwarz,denn vor dem Jahre 1950 hatten sie keine guten Drucktechniken und so war es sehr teuer. Seit 1950 wurden mehr Farben verwendet um den Absatz der Konsumgüter zu steigern, denn man wusste mehr über die physische und physologische Wirkung der Farben auf den Menschen. Man wollte auch Arbeits- und Betriebsabläufe sicherer gestalten.

Produktfarbe

Verbraucher können mit der Produktfarbe bewusst beinflusst werden. So können Menschen den Farben verschiedene Qualitäten und Eigenschaften zuordnen oder sie werden genutzt um den Blick des Verbrauchers anzuziehen. Im laufe der Zeit haben sich bestimmte Produkte beim Verbraucher bestimmte Farben eingeprägt.


Kontraste

Der Kontrast einer Farbe verändert stark wie diese auf uns wirken soll. Er verändert die Wirkung und den Charakter einer Farbe.


Auswahl von Kontrasten:

Simultankontrast (simultan: gleichzeitig)

Beim Simultankontrast bekommt die Farbe eine andere Wirkung, sobald man den Hintergrund, also die Umgebung auf der sich die Farbe befindet, ändert. So wirkt eine Farbe auf einem hellen Hintergrund dunkler bzw. auf einem dunkler Hintergrund heller. Aber auch der Farbton ändert sich und wirkt kühler oder wärmer. Schwarz bringt alle anderen bunten Farben stark zur Geltung.

Sukzessivkontrast (sukzessiv: allmählich)

Wenn man eine Farbe intensiv betrachtet, nimmt man auch nach dem Entzug des Sinnesreizes, zum Beispiel durch das Verschließen eines Auges, ein Nachbild war. Dies ist eine biologische Korrektur des Auges.

Mengenkontrast

Als Mengenkontrast bezeichnet man die unterschiedliche Menge zweier Farben. Am besten kommt der Kontrast zur Geltung, wenn man viel Farbe und gleichzeitig wenig Farbe nebeninander verwendet.

Kalt- Warmkontrast

Wenn in einem Bild gleichzeitig warme und kalte Farben vorhanden sind, spricht man vom Kalt-Warmkontrast. Auch bei diesem Kontrast sollen warme Farben näher und kalte Farben weiter weg erscheinen.

Hell – Dunkelkontrast

Unter dem Hell-Dunkelkontrast versteht man die Helligkeit zweier unterschiedlicher Farben (Farbhelligkeit). Dabei bekommt man den Eindruck, dass helle Farben näher zu sehen sind und dunklere Farben weiter weg. Die bekanntesten Farben des Hell- Dunkelkontrast sind Schwarz und Weiß.

Komplementärfarben

Die Komplementärfarben (lat. complementum: Ergänzung) werden meistens in einem Farbkreis dargestellt. In diesem sind die 3 Farben Rot, Blau, Gelb und die Übergangsfarben Rosa, Türkis und Grün. Die Farben, die sich in diesem Kreis gegenüber sind, sind komplementär zueinander. Also ist zum Beispiel Gelb komplementär zu Blau und Rot zu Grün. Allerdings empfindet nicht jeder gleich auf eine solche Farbzusammenstellung. Dies ist farbenpsychologisch bedingt und wird von jedem unterschiedlich bewertet. Zwei mögliche Ursachen für eine solche Empfindung sind der Sukzessivkontrast oder der Simultankontrast. Im Gegensatz zu den Kontrasten passen die Komplementärfarben meist nicht zueinander. Die Komplementärfarben werden beispielsweise bei der Werbung eingesetzt, um ein Produkt besser darzustellen.

Komplementärfarbenkreis by Anna2.GIF

Geometrische Mitte

Die Geometrische Mitte wird durch die jeweilige Hälfte der Strecke bestimmt. Nimmt man zum Beispiel ein DIN A4 Blatt und zieht von der linken oberen Ecke zu der rechten unteren und auch von der Ecke rechts oben zur Ecke links unten so erhält man einen Schnittpunkt. Dieser Schnittpunkt ist die Geometrische Mitte des Blattes. Die geometrische Mitte weicht von der optische Mitte (dies ist ein punkt der aufgrund einer optischen Täuschung als Mitte erscheint).

Formwahrnehmung

Geschlossene Konturen, die eine Fläche vollkommen umschließen, werden als Formen vom Menschen als Form wahrgenommen. Auswahl von Gesetzen der Formwahrnehmung

Gesetz der Nähe:

Das Gesetz der Nähe sagt aus, dass wir Figuren, Buchstaben, Dinge o.ä. die nah beieinander sind als zusammengehörig wahrnehmen und auch deuten. Bei auseinander stehenden Sachen, gehen wir davon aus, dass sie nicht zusammen gehören. Das beste Beispiel für dieses Gesetz ist das Schreiben von Wörtern hintereinander. Wir trennen unsere Wörter mit einem Leerzeichen, so dass uns signalisiert wird welche Buchstaben zusammen gehören und welche nicht.

Gesetz der Ähnlichkeit:

Unter dem Gesetz der Ähnlichkeit, versteht man das Wahrnehmen von gleichen oder ähnlichen Symbolen, die wir dann als zusammengehörig empfinden. Sobald Formen, Symbole o.ä. ungleich sind, nehmen wir sie als nicht zusammengehörig war. Man kann das Gesetz der Ähnlichkeit einteilen nach Farbe der Symbole und nach der Größe der Symbole.Auch wenn alle Symbole die selbe Form haben, kann die Farbe ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sein und wir können die Symbole als verschieden erkennen. Auch die Größe kann eine große Rolle spielen. Größere Symbole stechen heraus und wir erkennen sie als zusammenhörig.

Gesetz der Geschlossenheit:

Bei dem Gesetz der Geschlossenheit, nehmen wir Figuren, Symbole oder anderes, die durch Linien zusammengeschlossen sind als zusammengehörig war (auch bei Leerräumen). Was nicht durch Linien getrennt ist, ist nicht zusammengehörig. Ein Beispiel ist das Darstellen zweier räumlicher Körper direkt neben einender. Dabei wird durch die Linen deutlich, wo ein Körper anfängt und aufhört.

Goldener Schnitt

Dies ist eine bestimmte Proportion, die ein Verhältnis von Strecken,Zahlen oder Größen zueinander darstellt. Sie stehen im goldenen Schnitt, wenn das Verhältniss zwischen der größeren und kleineren Strecke, Zahl oder Größe gleich dem Verhältniss zwischen der Summe der Strecke, Zahl oder Größe und der größeren.(a sei die größere Größe und b die kleinere, dann verhält sich a zu b wie a+b zu a) Der goldene Schnitt hat den Wert (1+√5):2=1,6180...

Dies kann man ganz leicht in einem Pentagramm (Fünfeck) oder einem einfachen Stern darstellen. Der Goldene Schnitt kommt oftmals in der Natur vor, wie zum Beispiel in der Pflanzenwelt bei der Glockenblume. Aber auch in der Tierwelt gibt es ein typisches Beispiel für ein Pentagramm: Der Seestern. Viele Architekten und auch Künstler machen sich den goldnen Schnitt zum Vorteil. Sie sehen im goldenen Schnitt die "richtige" oder auch "göttliche" Proportion. Man setzt ihn ein um Personen auf dem Bild hervorzuheben und Details deutlich zu machen.

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Quellen

  • Buch: Farben, Norbert Welsch/ Claus Chr. Liebmann, 2003, Spektrum Akademischer Verlag Berlin
  • Buch: Naturwissenschaften Biologie Chemie Physik, Farben, Cornelsen Volk und Wissen