Handreichung zum Urheberrecht im Netz für Schüler

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Was muss ich bei der Nutzung eines Webblogs oder eines Wikis beachten?


Rechtssicherheit im Internet

Nicht alles was im Internet möglich ist, ist auch nach deutschen Gesetzen legal. Dieser Wiki soll eine kleine Übersicht für Schüler bieten, was im Internet legal ist und was nicht. Dieser Artikel erhebt dabei weder den Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf 100% Korrektheit, bitte senden sie uns Korrekturen zu, wenn Ihnen Fehler auffallen.



Inhaltsverzeichnis

Urheberrecht allgemein

Allgemein gilt auch im Internet das deutsche Urheberrecht (UrhG). Im Wesentlichen umfasst es folgende Punkte: Geschützte Werke, Der Urheber und Verwendungsrechte.


Geschützte Werke (§ 2 UrhG) der Literatur, Wissenschaft und Kunst sind dabei:

- Sprachwerke,
- Werke der Musik,
- pantomimische Werke,
- Werke der bildenden Künste,
- Lichtbildwerke,
- Filmwerke,
- Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art.


Als Urheber werden dabei jene definiert:

- Urheber ist der Schöpfer des Werkes (§ 7 UrhG). - Haben mehrere Personen ein Werk gemeinsam erschaffen, ohne dass sich ihre Anteile gesondert verwerten lassen, sind sie Miturheber des Werkes (§ 8 UrhG).


Jene Urheber sind in Besitz der sogenannten Verwendungsrechte, diese umfassen folgendes:

Der Urheber hat das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten (§ 15, Abs. 1 UrhG):

- Vervielfältigungsrecht (§ 16 UrhG),
- Verbreitungsrecht (§ 17 UrhG),
- Ausstellungsrecht (§ 18 UrhG).

Der Urheber hat ferner das ausschließliche Recht, sein Werk in unkörperlicher Form öffentlich wiederzugeben (§ 15, Abs. 2 UrhG):

- Vortragsaufführungs- und Vorführungsrecht (§ 19 UrhG),
- Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (§ 19 a UrhG),
- Senderecht (§ 20),
- Recht der Wiedergabe durch Bild- und Tonträger (§ 21 UrhG).

Werke im Sinne des UrhG sind nur persönliche, geistige Schöpfungen.

(§ 15, Abs. 3 UrhG) Die Wiedergabe ist dabei öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist.

Daraus folgt:
- Eine Wiedergabe im Unterricht ist nicht öffentlich aber auch nicht privat.
Dieser Standpunkt ist rechtlich umstritten.

- Öffentlich sind z. B. Wiedergaben im Intranet, im Internet oder in der Schülerzeitung.



Was muss ich beachten – beim Hochladen von Videos und Sounddateien?

- keine fremden Videos hochladen!

- Hochladen von komplett selbst erstellter Musik/ selbst erstellten Videos ist erlaubt

- Hochladen von selbst gesungenen Liedern mit urheberrechtlich geschützten Liedtexten ist nicht erlaubt, außer der Autor des Textes gibt dir die Erlaubnis dazu

- Hochladen von selbst erstellten Videoaufnahmen, die mit urheberrechtlich geschützter Musik hinterlegt sind, ist nicht erlaubt, außer der Interpret der Musik gibt dir die Erlaubnis dazu

- Frage alle Personen, die in einem selbst erstellten Video zu sehen sind, ob sie etwas dagegen haben, bevor du es hochlädst!

- aber: Videos, Musik (und auch Bilder/-galerien) dürfen auf deinem Blog eingebettet oder verlinkt werden, wenn sie nicht rechtswidrig sind.



Was muss ich beachten – beim Hochladen von Bildern?

- Hochladen deiner eigenen Bilder ist erlaubt → Tipp: am besten du kennzeichnest deine Bilder mit einem Wasserzeichen, damit sie als deine Bilder erkennbar sind.

- Wenn du Bilder von jemand anderem hochladen möchtest, musst du seine Erlaubnis dafür haben.

- Lade keine Bilder hoch, die du irgendwo im Internet gefunden hast – nahezu alle Bilder im Internet sind geschützt!

- Lässt sich der Urheber nicht herausfinden oder erlaubt er dir keine kostenfreie Nutzung eines Bildes, bettest du es am besten ein, oder verlinkst es.

- Lädtst du doch einmal urheberrechtlich geschütztes Materials hoch, darfst du es nur einem kleinen Kreis zugänglich machen. Zum Beispiel indem du nur den Schülern deiner Klasse das Passwort für den internen Mitgliederbereich deiner Homepage gibst.

- Im (Schul)INTRAnet gelten die selben Regeln wie im INTERnet!



Wie zitiere ich richtig?

- Es darf alles zitiert werden. Der Urheber muss nicht um Erlaubnis gefragt werden.

- ABER: Das Zitat muss einen Zweck erfüllen, z.B.: Zur Erläuterung deines eigenen Textes dienen.

- Ein Zitat muss gekennzeichnet werden.

- Wortwörtlich zitieren, der Inhalt darf dabei nicht verändert werden.

- Vorher muss überprüft werden, ob der Autor deiner Quelle auch ein anerkannter Experte zum Tema ist, also Fachkompetenz hat. D.h. Zitierfähigkeit überprüfen. (Bsp.: Die Jungs von Y-Titti sind die falschen Ansprechpartner zum Thema „Quantenmechanik“)

- Der Urheber bzw. Autor muss genannt werden.

- Internetseiten ändern sich ständig. Darum: hinter dem Link zur Quelle (URL) muss das Datum + Uhrzeit des letzten Zugriffs eingetragen werden. (Bsp.: Hanicke, Sandow, Wilken: http://wiki.zum.de/Handreichung_zum_Urheberrecht_im_Netz_f%C3%BCr_Sch%C3%BCler_-_aus_dem_Seminar_der_TU_Dresden_%22Philosophieren_mit_dem_Internet%22 (letzter Zugriff: 23.11.2013, 12:13 Uhr).

Was muss ich beim Verlinken beachten?

- Der Besitzer der Internetseite, auf die verlinkt wird, muss nicht um Erlaubnis gefragt oder in Kenntnis gesetzt werden.

- Fremde Linksammlungen dürfen nicht auf der eigenen Internetseite übernommen werden.

- Du solltest darauf hinweisen, dass du nicht Urheber der verlinkten Internetseiten bist und somit nicht für deren Inhalte verantwortlich bist.

- Dennoch: verlinke nie auf Internetseiten, deren Inhalte gegen geltendes Recht verstoßen. z.B.: Rechtsextremistische Inhalte

Quellen

  • Hickfang, Thomas. 2011: Urheberrecht in der Schule. Medienpädagogisches Zentrum. Leipzig