Heraklit

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Heraklit von Ephesos (* um 520 v. Chr.; † um 460 v. Chr.) war ein vorsokratischer Philosoph aus EphesosWikipedia-logo.png in IonienWikipedia-logo.png.

Von Heraklits Werk sind nur Zitate aus späteren Texten anderer Autoren überliefert und manche Formulierungen sind nur schwer verständlich. Doch es ist erkennbar, dass sein Philosophieren sich deutlich von dem anderer Philosophen vor Sokrates unterschied.

Wichtig war ihm der natürliche Prozess beständigen Werdens und fortwährender Veränderungen, der später auf die Kurzformel panta rheiWikipedia-logo.png („Alles fließt“) gebracht wurde. Außerdem sah er Gegensätze wie etwa Tag und Nacht, Wachsein und Schlafen, Eintracht und Zwietracht als eine spannungsgeladene Einheit.

Zitate

1a) Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen (nach Heraklit und nicht zweimal eine ihrer Beschaffenheit nach identische vergängliche Substanz berühren, sondern durch das Ungestüm und die Schnelligkeit ihrer Umwandlung) zerstreut und sammelt sie wiederum und naht sich und entfernt sich.

1b) Wer in denselben Fluss hinabsteigt, dem strömt stets anderes Wasser zu. Auch die Seelen dünsten aus dem Feuchten hervor.

2a) Das auseinander Strebende vereinigt sich und aus den verschiedenen (Tönen) entsteht die schönste Harmonie und alles entsteht durch den Streit.

2b) (Auch die Natur strebt wohl nach dem Entgegengesetzten und bringt hieraus und nicht aus dem Gleichen den Einklang hervor, wie sie z.B. das männliche mit dem weiblichen Geschlechte paarte und nicht etwa beide mit dem gleichen, und die erste Eintracht durch Vereinigung des Gegensätzlichen, nicht des Gleichartigen herstellte. Auch die Kunst bringt dies, offenbar durch Nachahmung der Natur, zustande. Die Malerei mischt auf dem Bilde die Bestandteile der weißen und schwarzen, der gelben und roten Farbe und bewirkt dadurch die Ähnlichkeit mit dem Originale; die Musik mischt hohe und tiefe, lange und kurze Töne in verschiedenen Stimmen und bringt dadurch eine einheitliche Harmonie zustande; die Schreikunst mischt Vokale und Konsonanten und stellt daraus die ganze Kunst zusammen. Das gleiche spricht sich auch in dem Worte des dunklen Herakleitos aus:) Verbindungen sind: Ganzes und Nichtganzes, Eintracht, Zwietracht, Einklang, Mißklang und aus allem eins und aus einem alles.

3) Für die Seelen ist es Tod zu Wasser zu werden, für das Wasser Tod zur Erde zu werden. Aus der Erde wird Wasser, aus Wasser Seele.

4) Der Walkerschraube Weg, grad und krumm, ist ein und derselbe.

Der Weg auf und ab ist ein und derselbe.

Meerwasser ist das reinste und scheußlichste: für Fische trinkbar und lebenerhaltend, für Menschen untrinkbar und tödlich.

5) Drum ist's Pflicht dem Gemeinsamen zu folgen. Aber obschon das Wort (Weltgesetz) allen gemein ist, leben die meisten doch so, als ob sie eine eigene Einsicht hätten.

6) Feuers Wandlungen: erstens Meer, die Hälfte davon Erde, die andere Glutwind. (Das bedeutet, daß das Feuer durch das das Weltall regierende) Wort (oder Gott durch die Luft hindurch in Wasser verwandelt wird als den Keim der Weltbildung, den er) Meer (nennt. Daraus entsteht wiederum Erde, Himmel und das dazwischen Liegende. Wie dann die Welt wieder ins Ursein zurückkehrt und der Weltbrand entsteht, spricht er klar im Folgenden aus:) Es (das Feuer) zerfließt als Meer und erhält sein Maß nach demselben Wort (Gesetz) wie es galt, ehe denn es Erde ward.

7) Alles, was man sehen, hören und lernen kann, das ziehe ich vor.

8) Wenn er's nicht erhofft, wird er das Unverhoffte nicht finden. Denn sonst ist's unerforschlich und unzugänglich.

9) Allen Menschen ist es gegeben sich selbst zu erkennen und klug zu sein.

(Textgrundlage)

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