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Industrie 4.0

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Das Internet der Dinge

Industrie 4.0 ist ein Begriff, mit dem die Umstellung der Logistik industrieller Produktion durch Maschine-zu-Maschine-Kommunikation als 4. Stufe der industriellen Revolution gekennzeichnet werden soll. Er kam zusammen mit dem Schlagwort Internet der DingeWikipedia-logo.png 2011 auf.[1][2][3][4]

Nach diesem Verständnis bestand die erste industrielle Revolution in der Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, darauf sei die zweite mit der Massenfertigung auf der Basis von Fließbändern und elektrischer Energie und darauf die dritte, die digitale Revolution, gefolgt, die durch den Einsatz von Elektronik und InformationstechnikWikipedia-logo.png die Automatisierung der Produktion ermöglicht habe.[5] Dies Konzept steht im Widerspruch zu dem der Kondratjew-ZyklenWikipedia-logo.png.

Das Ziel ist einerseits die „intelligente Fabrik“ (Smart Factory)[6][7], in der die Bestellung des Rohmaterials für die Produktion parallel zum Auftragseingang erfolgt, und andererseits die Umstellung des Verbraucherverhaltens. Dieser soll - so weit als möglich - dazu gebracht werden, Bestellungen automatisch in Gang zu setzen. Musterbeispiel ist der Kühlschrank, der durch rechtzeitige Bestellung dafür sorgt, dass immer ein gleichbleibender Vorrat sichergestellt bleibt. Was das an Datenschutzproblemen auslösen würde, lässt sich schon heute daran ablesen, was Produzenten über das Verbraucherverhalten erfahren, wenn mit dem Internet verbundene Fernseher und Autos Daten an die Hersteller weiterleiten.[8]

Inhaltsverzeichnis

Aktuell

"Von wegen digitale Revolution: Trotz technischer Innovation wächst die Produktivität kaum noch - das verheißt für die Zukunft wenig Gutes
[...] Der US-Ökonom Larry Summers sagt eine jahrhundertelange Stagnation voraus, die er mit einer anhaltenden Nachfrageschwäche in den reichen Ländern begründet. Sein Kollege, der Wachstumsforscher Robert Gordon, hält den Einfluss von neuen Technologien wie 3-D-Drucker, Roboter oder selbstfahrenden Autos für maßlos überschätzt. [...] Demnach haben Computer, der Einsatz von EDV und das Internet zwar eine Zeit lang die Wirtschaft beflügelt. Seit etwa zehn Jahren aber führten sie nur noch zu kleinen Effizienzgewinnen [...] Gordon macht zudem massiven Gegenwind aus, zum Beispiel durch die Demographie, durch wachsende Ungleichheit oder die hohe Staatsverschuldung."
"Adidas zeigt, wie Firmen wieder mehr im Westen produzieren können"
  • Angst um Jobs Franfurter Rundschau 18.6.2016
"Gerade in China sei ein großes Interesse an Industrie 4.0 zu sehen, sagt Constanze Kurz von der IG Metall. 'In China ist das Thema auch bei deutschen Firmen beliebt, weil dort Dinge ausprobiert werden können, die hier undenkbar wären, wie Bio- oder Bewegungsprofile von Mitarbeitern.'"
"Dezentral, autonom, menschenlos: Die Investmentfirma DAO existiert nur als Code. 140 Millionen US-Dollar hat sie gesammelt. Zwei Deutsche haben sie programmiert. [...] In einer Zeit, in der viele über das angeblich nahende Ende des Kapitalismus reden und über den Post-Kapitalismus, erfinden andere den Kapitalismus neu: als digital entfesselte Spekulations-Maschine."
"Die Digitalisierung kann zur Belastungsprobe für den deutschen Sozialstaat werden. Reformen sind dringend notwendig, sonst drohen schmerzhafte Einbußen bei den Renten- und Krankenkassen."
"Die absolute Mehrheit der Führungskräfte ist dem Cyber Security Report zufolge davon überzeugt, dass Industrie 4.0 das Risiko von Cyber-Angriffen noch erhöhen werde. Die Vernetzung in den Unternehmen und der Gesellschaft allgemein bietet für solche Attacken ideale Angriffspunkte."

Unterrichtsmaterialien

Fragen zur Problematisierung

Was ist der wesentliche Unterschied zur digitalen Revolution?

Kann man eine wesentliche Änderung wie z.B. die Computerisierung schon am Anfang erkennen? Oder erst im Nachhinein?

Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Es geht bei "Industrie 4.0" immer um den Anteil der Eigenfertigung bei der Gütererstellung. Dieses Maß wird von jeher durch die Begriffstrias der jeweils optimalen "Betriebsgröße", "Fertigungstiefe" und "Losgröße" bestimmt. Der Pfiff von "Industrie 4.0" liegt nun darin, dass "wünschbare Fertigungsketten", die eine bisher "unmöglich" gewesene Kombinationen dieser drei Faktoren erfordert hätten, durch IT-Unterstützung nun möglich werden (Beispiel: Eigenfertigung großer Mengen wechselnder Produkte bei kleiner Betriebgröße, sehr kleiner Losgröße und sehr große Fertigungstiefe). Insofern ganz richtig: "Industrie 4.0" ist ein Modebegriff für einen weiteren Schritt innerhalb der Dritten industriellen Revolution. Mit einer "Vierten industriellen Revolution" hat "Industrie 4.0" nichts zu tun.[9] --IP 79.202.223.9


Bitte ändere den Inhalt dieses Beitrags nicht. Denn er gibt eine persönliche Meinung wieder.

Wird eine automatische Bestellung nicht notwendigerweise Monopole wie z.B. Amazon und UberWikipedia-logo.png[10] fördern, die nur Verteilerfunktionen übernehmen und ihrerseits die Produzenten von sich abhängig machen?[11]

Internetsicherheit

Das Internet der Dinge ist kaputt Süddeutsche Zeitung

"Webcams und Drucker sind potentielle Zombie-Waffen für Bot-Netze, die das Internet terrorisieren. Nutzer merken nicht einmal, wenn ihre Geräte andere angreifen."

Literatur

"Von den 1950er bis in die 1980er Jahre sind es ähnliche Argumentationsfiguren, die mit der Automatisierung der Arbeitswelt einhergehen. Teils reichen sie bis ins 18. Jahrhundert zurück und finden sich auch in aktuellen Debatten."
"Noch entscheiden Menschen selbst, was sie kaufen und welche Konzerne sie mögen. Doch bald übernehmen das die Computer."

Anmerkungen

  1. J. Jasperneite:Was hinter Begriffen wie Industrie 4.0 steckt. In: Computer & Automation, 19. Dezember 2012
  2. H. Kagermann, W.-D. Lukas, W. Wahlster: Industrie 4.0: Mit dem Internet der Dinge auf dem Weg zur 4. industriellen Revolution, VDI-Nachrichten, April 2011
  3. Zukunftsprojekt Industrie 4.0
  4. Industrie 4.0 Plattform
  5. Die Evolution zur Industrie 4.0 in der Produktion
  6. Webseite Projektträger DLR
  7. T. M. Böhler:Industrie 4.0 – Smarte Produkte und Fabriken revolutionieren die Industrie. In: Produktion Magazin, 10. Mai 2012
  8. Badische-zeitung.de, 24. Februar 2015, „Thomas Steiner und unseren Agenturen“: Was Fernseher und Auto über unsere Daten verraten
  9. Wikipedia Diskussionseite zu Industrie 4.0 Abschnitt Unklarer Begriff
  10. Zum Bereich Share EconomyWikipedia-logo.png vgl. jetzt das Material des Funkkollegs Wirtschaft Folge 3
  11. dazu vgl. Funkkolleg Wirtschaft: "Die neuen Monopolisten"

Linkliste

Siehe auch