Integration und interkulturelle Verständigung

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Kurzinfo
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Diese Seite befasst sich mit
Kinder- und Jugendliteratur (KJL).

Integration und interkulturelle Verständigung sind Thema verschiedener Werke der Kinder- und Jugendliteratur. Diese Seite nennt einige Titel und bietet Raum für dazu passende Unterrichtsideen.

Natürlich könnten hier auch weitere literarische Werke, nicht nur der Kinder- und Jugendliteratur, ergänzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Integration als Thema in der Literatur

Benno Köpfer, Peter Mathews: Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten

Reihe Hanser 65023, 2016, 14,95€

"Kadir, 16 Jahre: Deutscher, Türke, Hamburger, begnadeter Fußballer, IS-Kämpfer...
Kadir steht vor dem Hamburger Fußballstadion auf St. Pauli. Die Sporttasche zu seinen Füßen, reckt er die Hand mit dem Handy in die Höhe und ruft: »Allahu Akbar!« Gott ist groß! Wird er sich und Hunderte Unschuldige gleich in die Luft sprengen? Mark, Kadirs bester Freund und Fußballkumpel, erzählt uns, was zuvor geschah. Von Kadirs Radikalisierung durch die »Brüder« vom Kulturverein bis hin zu seinem plötzlichen Verschwinden aus Hamburg. Erst später erfährt auch Mark die ganze Wahrheit. Kadir hielt sich in Syrien auf. Wir erleben ihn an der Seite von IS-Kämpfern. Sehen seinen Alltag in Syrien zwischen Langeweile, Schockzustand und Gewalt. Doch dann kehrt Kadir zurück nach Hamburg – mit der fatalen Entscheidung, doch noch als Märtyrer zu sterben."
Thematik: Freundschaft, Radikalisierung und Entfremdung, Krieg
Mit kostenlosen Unterrichtsmaterialien für die 9. und 10. Klasse, erarbeitet von Richard Klimmer

Finn-Ole Heinrich: Räuberhände

btb Verlag (2007), 208 Seiten, ISBN: 978-3442741250

"In seinem ersten Roman "Räuberhände" erzählt Finn-Ole Heinrich die Geschichte von Janik und Samuel, ihrer Freundschaft und diesem einen Moment, an dem alles hängt." (www.räuberhände.de)
Der Ich-Erzähler (Janik) und sein Freund Samuel reisen nach dem Abitur zusammen nach Istanbul. Samuel wuchs ohne Vater auf, dieser soll aus der Türkei stammen, damals schon verheiratet gewesen sein und Osman heißen. Samuels Mutter hat diese kurze Beziehung aus der Bahn geworfen, sie ist Alkoholikerin geworden, verbringt ihren Tag mit Pennern vor dem Supermarkt. Die Familie des Ich-Erzählers kann demgegenüber gutbürgerlich genannt werden, die Eltern führen eine harmonische Ehe, der Lebensstil ist gediegen. Sie haben Samuel mehr oder weniger bei sich aufgenommen, er isst und übernachtet gelegentlich bei ihnen. Samuel ist - ungeachtet seiner schwierigen Verhältnisse - sehr ordentlich und strebsam und sorgt für seine Mutter.
Aber er hat sich in den Kopf gesetzt, eigentlich ein Türke zu sein und seinen Vater finden zu müssen. Er interessiert sich für die Türkei, die türkische Kultur und Sprache. Und als sie dann zusammen in Istanbul ankommen, identifiziert er sich vorbehaltlos ("unbedingt") mit dieser Stadt, ihren Menschen und Gebräuchen. Er stürzt sich gleichsam hinein und verändert sich. Dies befremdet den Ich-Erzähler zunehmend, er bemerkt, dass Samuel sich von ihm entfernt, die bisher so enge Beziehung ist gefährdet ...
Mehr dazu in der ZUM-Buch-Rezension und www.räuberhände.de

Paul Maar: Neben mir ist noch Platz

dtv-Junior, 2016, 48 Seiten ab 7 Jahre, 6,95 €

Steffi und Aischa sind Freundinnen. Das war nicht immer so. Anfangs hat die Grundschülerin Steffi das Mädchen aus Syrien gar nicht beachtet. Dabei wohnt Aischa sogar in ihrer Straße! Nur eben anders: im alten Gasthof, in dem jetzt die Flüchtlinge untergebracht sind. - Bei Aischa und ihrer Familie fühlt Steffi sich wohl, auch wenn ihr vieles fremd bleibt. Doch dann streiten sich Steffi und Aischa. Als ihr Platz neben Steffi leer bleibt, merkt diese, wie viel ihr die Freundschaft mit Aischa bedeutet …
Die aktualisierte Neuausgabe des Buches enthält ein Nachwort von Paul Maar.
Das kostenlose Unterrichtsmodell von Margret Datz (2016) wurde für die 3. bis 4. Klasse entwickelt und enthält Anregungen für den fächerübergreifenden Unterricht u.a. in Deutsch, Religion, Kunst und im Sachunterricht.

Christian Linker: Dschihad Calling

dtv 320 Seiten Ab 14 Jahre

Nie hätte Jakob es für möglich gehalten, dass er einmal mit dem IS sympathisieren würde. Doch als er sich in Samira verliebt, die einem Verein von Salafisten angehört, faszinieren ihn deren Gemeinschaft und ihr Gedankengut. Er bricht alle alten Kontakte ab und findet bei den Salafisten ein neues Zuhause. Doch dann fordert ihn Samiras Bruder Adil auf, mit ihm für den Islamischen Staat in den Krieg zu ziehen ...
Das kostenlose Unterrichtsmodell von Richard Klimmer (2016) wurde für die 9. bis 10. Klasse entwickelt und enthält Anregungen für den fächerübergreifenden Unterricht in Deutsch, Geschichte, Politik, Ethik und Religion.

Es behandelt u.a. Salafismus, Konvertiten, Dschihad, Islamischer Staat

Tschick

→ Tschick

Roman von Wolfgang Herrndorf, 256 Seiten, Rowohlt 2010

"Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Assi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn." (Klappentext)

Aischa oder Die Sonne des Lebens

von Federica de Cesco im Arena-Verlag, 300 Seiten

Als Kind algerischer Einwanderer wächst Aischa in Paris auf. Während ihre französischen Freunde alle Freiheiten, die das Leben ihnen bietet, nutzen, ist Aischa den traditionellen Zwängen in ihrer strenggläubigen Familie ausgeliefert. Das Mädchen begehrt auf, verlangt, am Alltag ihrer Freunde teilnehmen zu dürfen - und erntet verstärkten Druck. Als sie sich verliebt, kommt es zum endgültigen Bruch mit ihrer Familie. Aischa wird nach Algerien geschickt, um dort verheiratet zu werden. Sie muss nun ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen.
Mehr Information und eine Einschätzung bietet diese Buchrezension von C. Kloeren

Paradiesische Aussichten

→ Paradiesische Aussichten

von Faiza Guene, 2006 (aus dem Französischen von Anja Nattefort)

Mit viel Humor blickt die 15-jährige Doria auf ihr Leben. Und das ist eigentlich alles andere als lustig. Zusammen mit ihrer analphabetischen Mutter lebt sie in einer tristen Pariser Vorstadtsiedlung. Der Vater ist mit einer jüngeren Frau nach Marokko abgehauen. Seitdem beschränken sich Dorias Shopping-Ausflüge auf die Altkleiderkammer. Und einmal die Woche geht sie zu einer Therapeutin, die sie nicht versteht, aber nett ist. Nett ist auch Hamoudi, den Doria heimlich verehrt... (Aus dem Klappentext)

So frei wie ihr?

von Marliese Arold - Fischer (Tb.), Frankfurt 2008

Hatice lebt zwischen zwei Welten. Zwei junge Türkinnen in Deutschland. Die eine lebt mit ihrer Familie in der türkischen Tradition, die Familie der anderen hat sich weitgehend integriert. Beide haben sie mit Ressentiments zu kämpfen. Ein Buch, das um Verständnis für junge Menschen wirbt, die zwischen zwei Welten leben müssen.

Ein schnelles Leben

von Zoé Jenny - Aufbau-Verlag (2002), 164 Seiten

In der Geschichte von Ayse und Christian, dem denkbar ungleichsten Liebespaar, das man in deutschen Großstädten finden kann, beschreibt Jenny das Drama einer ersten Liebe. Eine Liebe, die tödlich endet. Ayse lebt wohl behütet in einer türkischen Großbürgerfamilie in Berlin. Christian, in den sie sich auf einer Party verliebt, kommt aus eher zerrütteten Familienverhältnissen und steckt tief im Sumpf einer rechtsradikalen Clique. Damit beide zueinander finden können, müssen sie viele Hindernisse überwinden, müssen sie mit Konventionen brechen und ihre Familien zurücklassen. Beide brechen gemeinsam in den Süden auf und sterben im Tessin; sie werden von einer Schlammlawine begraben.
"Der Roman „Ein schnelles Leben“ ist besonders für Jugendliche ab 14 Jahren zu empfehlen, da er das Thema Liebe nicht verkitscht, sondern sehr realitätsnah bearbeitet. Die klare Sprache, die völlig ohne Schnörkel auskommt, ist gut verständlich und leicht zu lesen. Dennoch hinterlässt der Roman Eindrücke, die nach dem Durchlesen nicht so schnell verblassen." (www.egotrip.de)
"Das Leben ist hart. Vor allem, wenn man in Berlin wohnt, Ayse heißt und sich in einen Nazi verknallt. So geht Zoe Jennys neuer Roman. Darin beschreibt sie konfliktreiche Beziehungen und widmet sich den Problemen der Adoleszenz. Weil das an sich langweilig ist, muss alles ganz furchtbar dramatisch sein...." (Mascha Kurtz 14. Februar 2004, www.titel-magazin.de)

Marokko am See

→ Marokko am See

von Karlijn Stoffels, übersetzt von Mirjam Pressler - Beltz-Verlag

Der 12-jährige Issa kommt aus Marokko und lebt in Amsterdam - ein Leben in zwei Welten. Mit seinen Eltern spricht er Marokkanisch, den Koran liest er auf Arabisch und in der Schule reden alle Niederländisch. Wie soll man sich da zurechtfinden? Die neue Schule, auf die Issa schließlich kommt, ist sein Glück, denn zum Unterricht gehört auch Kampfsport. Den kann Issa gut gebrauchen, als er Farah, dem Mädchen mit den großen, schwarzen Augen, bei einer Schlägerei zu Hilfe kommt. Das hebt sein Selbstvertrauen, ebenso die Entdeckung, was er wirklich gut kann - Geschichten und Witze erzählen.

Eine Hand voll Gras

Ein Drehbuch von Uwe Timm - KiWi Paperback 2000

Kendal, ein Kurdenjunge aus Ostanatolien, wird von seinem Onkel nach Deutschland gebracht, wo er es besser haben und eine gute Arbeit finden soll. Nach drei Monaten bewegt sich der Junge im Hamburger Drogenmilieu. Was ist in der Zwischenzeit mit ihm passiert? Uwe Timm erzählt die Geschichte von einer Freundschaft wider Willen, der Freundschaft zwischen einem jungen deutschen Taxifahrer, der einmal Polizist war, und dem kurdischen Jungen. Erzählt wird von der Fremdheit und dem Wunsch nach Geborgenheit in einem Ambiente, das vom Drogenhandel, von Sucht, Brutalität und Verzweiflung geprägt ist. Deutschland von unten, aus der Sicht eines strafunmündigen Kindes, das als Dealer von seinem Onkel eingesetzt wird und doch seine Träume nicht vergisst, auch nicht den Kampf seines Volkes um Freiheit und Selbstbestimmung.

Abdel

Eine Novelle des spanischen Autors Enrique Páez, Verlag Lagrev, 2. Aufl. (2006), 117 Seiten, ISBN 3929879344

Abdel ist ein junger Tuareg, ca. 16 Jahre alt, er ist an das Leben als Nomade in der Sahara gewöhnt. Sein Leben ändert sich dramatisch, als sein Vater Yasir eines Tages beschließt, die Wüste zu verlassen und mit ihm nach Spanien zu reisen. Die Durchquerung Marokkos und die Überwindung der Meerenge von Gibraltar werden zu einem aufregenden Abenteuer. Doch Abdel und sein Vater können nur auf diese Weise ihren Verfolgern entkommen. Auch in Spanien müssen die beiden sich ungeahnten Herausforderungen stellen ...
"Im Rahmen eines Schulprojektes haben wir diese Internetseite über die Novelle Abdel von Enrique Páez erstellt. Sie finden auf unserer Seite Inhaltsangaben / Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel ... , Charakterisierungen ... und Texte, die wichtig für das Verständnis von Abdel sind."

Ben liebt Anna: Roman für Kinder

von Peter Härtling (1979), Beltz-Verlag 2002, 90 Seiten

Zwei neunjährige Kinder, Ben und Anna, empfinden anfangs schüchtern und kaum merklich Zuneigung füreinander, mögen und verstehen sich schließlich und wollen dies in ihrer Schulklasse verheimlichen. Dennoch kommen ihnen die Mitschüler auf die Spur, es wird gehänselt und gespottet - die Klasse jubelt. Am Ende der Geschichte zieht Anna, das Polenmädchen, mit ihren Eltern fort, Ben bleibt in seinem Alltag zurück. (Klasse 4/5)
Projekt der Klasse 4b im Schuljahr 1998/1999. Die Beiträge wurden gesammelt und gebunden. Die Dokumentation hat als Grundlage die Arbeiten von Anna-Lena Gack, Schülerin an der Johann-Peter-Hebel-Schule Bruchsal
Eine Liebesgeschichte als Fotoroman in 14 Kapiteln nach dem gleichnamigen Buch von Peter Härtling, nacherzählt und als Fotoroman in Szene gesetzt von der Klasse 4d der St.-Sebastian-Schule Raesfeld. Mit einem Bericht zur Entstehung des Fotoromans.

Kopftuch

von Patricia Mennen, 110 Seiten Ravensburger (2008)

Die Großeltern in der Türkei haben Sibel liberal erzogen, doch jetzt lebt sie in Deutschland bei ihrem Vater. Seine neue Frau ist eine strenggläubige Muslimin und verlangt, dass auch Sibel ein Kopftuch trägt. Zunächst akzeptiert sie das ihrem Vater zuliebe. Als die Familie herausfindet, dass Sibel sich verliebt hat, gibt es einen riesen Krach. Jetzt soll sie schnell mit einem Verwandten der Stiefmutter verheiratet werden. Aber Sibel will selbst über ihre Zukunft entscheiden.
Info: Patricia Mennen - Webseite der Autorin mit 'Hintergründen' und Leseprobe (pdf)
Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Auf 110 Seiten wird in sehr einfacher Sprache („short & easy“) eine Geschichte erzählt, die alles enthält, was ,man‘ sich unter türkisch-islamischer Parallelgesellschaft vorstellt: Eine türkische Familie, die in Deutschland ihren strengen Glauben auslebt, was ihr in der säkularen Türkei nicht möglich war; zwei ältere Brüder, die sich zu Hütern der Familienehre berufen fühlen und ihre Schwester bewachen, selbst aber es mit den religiösen Lebensregeln nicht so genau nehmen; ein islamischer Prediger, der orthodoxer ist, als es in der Türkei erlaubt zu sein scheint; eine versuchte Zwangsverheiratung mit einem älteren und unausstehlichen Verwandten; eine unerlaubte und höchst romantische Liebe zwischen einem deutschen Jungen (16) und der Protagonistin (15) und schließlich die Ausübung väterlicher und brüderlicher Gewalt im Namen Allahs.

Das ist eine problematisch dichte Anhäufung von Konflikt-Szenarien, die es sicher gibt und gab, die uns bekannt vorkommen, aber in dieser Häufung etwas stark Klischeehaftes an sich haben und den Leser möglicherweise dazu bringen können, sie für repräsentativ oder gar typisch zu halten.

Die Behandlung dieses Buches im Unterricht muss also einerseits die Vermeidung von Vorurteilen anstreben, andererseits aber die Lebensproblematik des türkischen Mädchens ernst nehmen. Ein schwieriger Balanceakt!

Denkbar wäre stattdessen, das Buch ausgewählten Schülern zur Einzellektüre zu überlassen, mit dem Auftrag, den Inhalt zu kommentieren und eine kritische Leseempfehlung auszusprechen. --Klaus Dautel


Bitte ändere den Inhalt dieses Beitrags nicht. Denn er gibt eine persönliche Meinung wieder.

Und meine Welt steht Kopf

von Randa Abdel-Fattah, Ravensburger, 2007, 317 S. Aus dem australischen Englisch von Katarina Ganslandt

Sydney, Australien, 2006. Willkommen in der wunderbaren Welt der Amal Mohamed Nasrullah Abdel-Hakim, einer Auswanderin mit „Bindestrich-Identität“! Die 16-jährige Tochter liberaler Einwanderer ist blitzgescheit, rotzfrech und schlagfertig. Amal geht es um mehr als Tratsch und Klamotten: Sie ist gläubig. Als Zeichen ihrer Liebe zu Allah bedeckt sie zu Beginn des neuen Schuljahres ihre Haare. Im neuen Outfit stirbt sie erstmal tausend Tode - viele sind peinlich berührt.
Immer wieder muss sie sich rechtfertigen - auch für islamistischen Terror, mit dem sie so wenig zu tun hat wie die „christliche“ Klassenzicke Tia mit den Verbrechen der IRA. Sogar Adam verhält sich wie ein Idiot. Es ist ein langer Prozess mit Tränen und Zweifeln, doch Amal gelingt es, ihre Identität zu finden und sich zu behaupten. Mit Grips, Humor und Rückrat zeigt sie allen, was in ihr steckt.
"Randa Abdel-Fattah is the award-winning author of young adult novels Does My Head Look Big in This, Ten Things I Hate About Me and Where The Streets Had A Name. She is 29 and has her own identity hyphens to contend with (Australian-born-Muslim-Palestinian-Egyptian-choc-a-holic). Randa works as a lawyer and lives in Sydney with her husband, Ibrahim, and their two children. Her books are published around the world."

Interkulturelle Verständigung

Die Feuerprobe

→ Die Feuerprobe

Salim Alafenisch, Unionsverlag Zürich 2007

Salim Alafenischs Stamm in der Negev-Wüste wird von einer Nachbarsippe des Mordes verdächtigt. Alle Vermittlungsbemühungen scheitern und der Scheich des Stammes willigt schließlich, wenn auch widerstrebend, in die radikalste Wahrheitsprobe der Beduinen ein: Wenn sein ältester Sohn die Feuerprobe besteht, gilt der Stamm als unschuldig.

Samir und Jonathan

Daniella Carmi, dtv Reihe Hanser 1250, 1997

Samir lebt mit seiner Familie in einem von den Israelis besetzten palästinensischen Dorf der Westbank. Wegen einer komplizierten Knieoperation muss er in ein israelisches Krankenhaus gebracht werden. Samir ist kein Held: zu seinem Bedauern hat er sich seine Knieverletzung nicht bei Kriegshandlungen, sondern auf dem Bazar, beim Brotholen mit dem Fahrrad, zugezogen. Und Samir hat Angst: nicht so sehr vor der dem Krankenhaus an sich und der Operation; er hat Angst, alleine zurückgelassen zu werden, allein im „feindlichen Gebiet“, an einem völlig jüdischen Ort.
  • Mehr Hinweise zum Buch und ein Unterrichtsmodell bei dtv findet man auf diesen Seiten von ZUM.DE (Rubrik: Zeitgeschichte/Naher Osten)

Echtzeit

→ Echtzeit

Pnina Moed Kass, aus dem Hebräischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. Bloomsbury Verlag, Berlin 2005 ISBN-10 3827051029

" In diesem im heutigen Israel spielenden Roman kreuzen sich die Wege verschiedener Personen. Da gibt es den 16-jährigen Thomas aus Berlin, der auf der Suche nach Antworten über seinen Großvater, einen ehemahligen Nazi-Offizier, ist. Vera aus Odessa. Baruch Ben Tov, einen Holocaust-Überlebenden. Den jungen Palästinenser Sameh Laham. Seinen Chef. Samehs Freund Omar. Einen palästinensischen Arzt in einem israelischen Krankenhaus. Eine Mutter. Einen Soldaten. Von einem Moment auf den anderen wird ihr Leben und das von vielen anderen erschüttert und für immer verändert, als auf einer Straße außerhalb Jerusalems ein Selbstmordanschlag verübt wird."

Wie Spucke im Sand

Klaus Kordon, Beltz-Verlag, 324 Seiten, empfohlenes Alter: ab 12 Jahre

Altes, indisches Sprichwort: 'Eine Frau ohne Mann ist wie Spucke im Sand, sie vertrocknet.' Der Autor Klaus Kordon hat einige Jahre in Indien verbracht und greift die Lebenssituation der Frauen und Mädchen in diesem Land auf.
"Munli geht einen weiten Weg. Aufgewachsen in einem kleinen indischen Dorf, soll sie als Dreizehnjährige mit dem brutalen Adoor Ram verheiratet werden. Ihr einziger Ausweg: die Flucht in die Berge - zu Mura, der Anführerin der Rebellen. Doch das Leben unter den Gesetzlosen stürzt sie in tiefe Gewissenskonflikte. Schließlich flieht sie zu dem jungen Ketaki in die große Stadt Allahabad. Dort begegnen ihr Frauen und Mädchen, die ihrem Leben eine andere Richtung geben. - Klaus Kordon, dessen Indien-Roman "Monsun oder Der weiße Tiger" mehfach ausgezeichnet wurde, erzählt hier aus der Sicht eines indischen Mädchens von Ausbruchsversuchen aus einer ungerechten Welt, von Hilflosigkeit und Mut, von Niederlagen und Siegen." (www.kordon.eu)
Kommentare zum Buch von Germanistik-StudentInnen der Universität Essen (www.textmachina.uzh.de)

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

von Mohsin Hamid, Heyne Verlag Taschenbuch 2008, 192 Seiten, ISBN: 978-3-453-40572-1

Kein Jugendbuch, aber etwas für den Englisch-Unterricht in der Kursstufe
Kann der 11. September ein Leben so fundamental verändern? Kann ein Princeton-Absolvent, der in den USA Karriere gemacht hat, der westlichen Welt auf einen Schlag so entfremdet werden, dass er zurück in seine Heimat Pakistan zieht? Changez kann. Nicht gleich - die nach den Anschlägen halb totgeschlagenen pakistanischen Taxifahrer reichten noch nicht, auch nicht die Razzien in den Moscheen. Changez geht weiter seiner Arbeit nach - doch während einer Dienstreise nach Santiago schmeißt er kurz entschlossen doch alles hin. Mohsin Hamid gelingt mit "Der Fundamentalist, der keiner sein wollte" die eindrucksvolle Schilderung eines Menschen, der seine Handlungen hinterfragt und Konsequenzen zieht. Dabei lässt der in London lebende Schriftsteller ausschließlich seinen Protagonisten reden. Der trifft in der Altstadt von Lahore einen Amerikaner und erzählt ihm im Laufe eines Tages seine Lebensgeschichte - mit einem offenen Ausgang, der die gesamte Erzählung zur Interpretation freigibt.
"Moshin Hamids Roman ist das interessante literarische Porträt eines „Fundamentalisten, der keiner sein wollte“." (www.titel-magazin.de)
  • Mohsin Hamid - Website des Autors mit Kritikerstimmen zu "the reluctant fundamentalist" (2007)

Der weiße Tiger

Aravind Adiga, C.H. Beck 2008, 318 Seiten

Kein Jugendbuch, aber als Lektüre-Auftrag, GFS oder Kurzreferat für die Kursstufe Englisch geeignet ("The White Tiger")
Der Ich-Erzähler Balram schildert in sieben Nächten dem Premierminister von China, Jiabao, seine Lebensgeschichte. Diese Erzählsituation ist ziemlich fantastisch, denn natürlich wird die Geschichte den Premier nie erreichen, aber sie bietet einige Vorteile: Z.B. wird so das moderne Indien einem Fremden vorgestellt, wird also von außen und für draußen erklärt. Es ist damit auch dem nicht-indischen Leser geholfen.
Balram erzählt seinen Aufstieg aus einer niederen Kaste zum modernen Unternehmer, aus der „Dunkelheit“ ins Licht; geografisch führt dieser Weg vom Land in die Hauptstadt Delhi und von dort in das Mekka der Start-Up-Firmen: Bangalore. Die Angestellten dieser Start-Up-Firmen arbeiten vorwiegend nachts, weil sie von amerikanische Firmen „outgesourcte“ Dienstleistungen verrichten, die Kommunikation findet über Handy und Internet statt. Wir sind also im 21. Jahrhundert. Balram hat in Bangalore ein Taxi-Unternehmen aufgebaut, das die Angestellten sicher zur Arbeit und wieder nach Hause transportiert. Um es so weit zu schaffen, musste er allerdings einige Hürden überwinden.

Der große Traum vom Regenwald (1993)

Malcolm Bosse, übersetzt von Marion Balkenhol , dtv 2004, 240 Seiten

Die Handlung spielt im Jahre 1920 in Borneo im Land der Kopfjäger. Der 14-jährige Bajang vom Stamme der Iban in Borneo hatte einen wichtigen, bedeutenden Traum, der ihn veranlasst, das Dorf zu verlassen. Er träumte von einem großen Fisch, in den er hineinschwamm, durch dessen Augen er die Welt neu gesehen hat und der ihn dazu aufforderte, ihn zu suchen. Um ihn zu finden soll er dem "Flug der Enten“ folgen. Diese Aufforderung deutet er so, dass ein Mädchen aus seinem Stamme, dessen Fuß durch Schwimmhäute verunstaltet ist und das daher Entenfuß genannt wird, ihn führen soll. Auch der Vater, der Häuptling des Stammes, versteht die Wichtigkeit und Bedeutung des Traumes und lässt seinen Sohn, von dem er Großes erwartet, ziehen.
Der 15-jährige Harry Windsor, Vollwaise, hält sich bei seinem Onkel Julian in der Küstenstadt Kutsching auf und darf diesen auf seiner nächste Expedition ins Landesinnere begleiten. Onkel Julian ist im Dienste der britischen Krone damit beschäftigt, für das friedliche Zusammenleben von Weißen und eingeborenen Kopfjägerstämmen zu sorgen. …

Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers

→ Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers

Sherman Alexie, aus dem Amerikanischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung, 270 Seiten dtv premium 2009

"Sherman Alexies autobiografischer Jugendroman gibt einen Einblick in das Leben eines jungen Menschen, der trotz seiner körperlichen Behinderungen, trotz seiner sozialen Deklassierung, trotz seines Grenzgängertums zwischen indianischem Reservat und weißer Mehrheitsgesellschaft seinen eigenen Weg findet. Auch gibt der Autor einen authentischen Einblick in die aktuelle Lebenswirklichkeit der Indianerreservate. Bei aller Tragik aber erzählt er geistreich, witzig und humorvoll. So eignet sich der Roman hervorragend als Lektüre für den Deutschunterricht in den Klassen 8 bis 11 ebenso sehr wie für den bilingualen Unterricht Deutsch/Englisch." Verlag: dtv 272 Seiten ISBN 978-3-423-24742-9

Wir Goonyas, ihr Nungas

→ Wir Goonyas, ihr Nungas

Ein englischsprachiger Roman des australischen Autors Phillip Gwynne, der auch in deutscher Übersetzung vorliegt.

Der 14-jährige Gary Black („Blacky“) ist eines von acht Geschwistern, die in einem kleinen Küstenort im Südwesten Australiens leben. Er spielt in der Jugend-Footballmannschaft des Ortes mit, die je zur Hälfte aus Goonyas (Weißen) und Nungas (Aborigines) besteht.

Die Straßenkinder von Tres Soles

Stefan Gurtner beschreibt in diesem Buch seine Erfahrungen in der von ihm in Bolivien gegründeten Wohngemeinschaft „Tres Soles" für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche.

In der Wohngemeinschaft wird versucht, indianische Gemeinschafts- und Selbstverwaltungsmuster und westliche Erziehungsmethoden zu verbinden. Dabei nutzt Gurtner (nicht immer erfolgreich) Spiel und Theater, um den Kindern zu ermöglichen, neu - durchaus auch kritisch - zu denken. ISBN 978-3-936049-79-4

Mal Peet: Keeper

→ Fußballliteratur

Aus dem Englischen von Eike Schönfeld, Carlsen Verlag 2007, 220 Seiten, 6,95 € ISBN 978-3-551-35698-7

Wenige Tage nach Gewinn der Fußballweltmeisterschaft erzählt der weltbeste Torhüter, El Gato genannt, dem berühmten Fußballjournalisten Faustino seine Lebensgeschichte. Diese beginnt in den Tropenwäldern Brasiliens, wo die Familie in einem Holzfäller-Camp lebte und der Vater täglich mit einem Trupp Männer in den Urwald fuhr und am Abend todmüde vom Holzfällen nach Hause kam. Dass in dieser Welt ein Junge zum genialen Torhüter herauswächst, gleicht einem Wunder und ist auch eines. Diese wunderbare Geschichte handelt also nicht nur vom Fußballspielen und Torehüten, sondern vom Leben hart arbeitender Menschen am Rande der Gesellschaft und der brasilianischen Tropenwälder. Und während der Journalist Faustino eigentlich nur eine gut bezahlte Exklusivgeschichte für seine Zeitung schreiben will, geht es El Gato um mehr: Er will seinen Eltern, insbesondere seinem Vater und dessen Arbeitskollegen ein Denkmal setzen und der Welt Einblicke in deren Lebensweise ermöglichen.
Darum ist dieser Roman auch nicht nur für fußballbegeisterte Jungs geeignet, sondern für alle, die mehr über das Leben in anderen Kulturen und sozialen Verhältnissen erfahren wollen.
Mal Peet ist ein englischer Autor und Buchillustrator, "Keeper" ist sein erster Roman für Jugendliche und war 2007 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Fachliteratur

Zeitschriften

Einzelartikel

  • Brigitte Schulte: »Der Kameltreiber von Heidelberg«. Interkulturelle Leseförderung mit der phantastischen Erzählung von Rafik Schami. DeutschMagazin 2/2009, 10 Seiten
"Die ... dargestellte Unterrichtsreihe dient der Leseförderung insbesondere in Klassen mit einem hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. Dabei stehen zwei Zielsetzungen im Vordergrund. Interkulturelles Lernen durch Kulturvermittlung, Perspektiveübernahme, Fragen nach Identität, Integration und Heimat. Und: methodisches Lernen durch eine sorgfältige Einführung in unterschiedliche Lesetechniken und Lernstrategien."

Publikationen

  • Fremde Welten 2010/2011 Hrsg. vom Kinderbuchfonds Baobab Basel 2009, 18. überarb. Aufl., 128 Seiten, Einzelpreis € 9,50
"Das Verzeichnis enthält 200 ausgewählte Bücher, Hörbücher und Materialien für den Unterricht, die Einblicke in fremde Welten ermöglichen und Menschen aus anderen Gesellschaften und Kulturräumen mit Respekt begegnen. Jeder Eintrag enthält eine Besprechung, Angaben zu Lesealter und Schauplatz sowie die bibliografischen Daten. Die Titel sind nach Lesestufen geordnet. Länder- und Stichwortregister ermöglichen die thematische Suche. Die Auswahl- und Beurteilungskriterien werden in der Einleitung vorgestellt. Die handliche Broschüre ist ein praktisches Hilfsmittel für Eltern, Lehrkräfte, Bibliothekare, Buchhändler und alle, die sich mit Literatur für Kinder und Jugendliche befassen."
Der Arbeitkreis für Jugendliteratur e.V.(AKJ) veröffentlicht Publikationen, die sich mit Jugendliteratur beschäftigen. Leider ist die Vorabinformation zum obigen Angebot sehr mager, so dass die Bestellung mit einer gewissen Enttäuschung verbunden sein könnte.

Sonstiges

"Feo Aladags DIE FREMDE ist der erste deutsche Kinofilm, der sich mit den Hintergründen eines "Ehrenmordes" befasst. Dicht an den einzelnen Figuren und mit Einfühlungsgabe für alle Beteiligten erzählt, lotet der Film die komplexen innerfamiliären Strukturen und Mechanismen aus, die zu der Tat führen. Entstanden ist eine intensive, streitbare Studie über eine migrantische Familie, zerrissen zwischen traditionellen und modernen Lebensweisen."
Die "Bundeszentrale für politische Bildung" (www.bpb.de) stellt das Filmheft auch als PDF zum Download zur Verfügung
"In Wien leben viele Mädchen mit Migrationshintergrund. Davon ausgehend haben wir vom Verein EfEU uns dafür interessiert, in wie weit das (sehr unterschiedliche) Leben von Mädchen der 2./3. Generation bzw. von jungen Migrantinnen Eingang in die Jugendliteratur gefunden hat. [...] Im Rahmen der Plattform gegen die Gewalt in der Familie haben wir im Jahr 2005 Jugendbücher recherchiert, die Mädchen mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt haben. Als nächstes haben wir Mädchen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund gesucht, die sich bereit erklärten diese Bücher zu rezensieren." (Renate Tanzberger (Verein EfEU) Juni 2009) - Eine Fundgrube, auch für Theoretisches zum Thema

Siehe auch