Karneval

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Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Wortherkunft

Das Wort Karneval bezieht man in Deutschland in erster Linie auf den rheinischen Karneval. Die Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig geklärt. Herleitungen weisen auf

  • mittellat.: carnelevale (-levare) die mit der Fastenzeit bevorstehende „Fleischwegnahme“;
  • lat.: carne vale der Abschiedsruf „Fleisch lebe wohl“.
  • Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff auch auf das römische, vorchristliche lat. carrus navalis Schiffskarren, ein Schiff auf Rädern, das bei jährlichen Umzügen zum Wiederbeginn der Schifffahrt durch die Straßen geführt wurde, zurückgeführt. Hieraus soll sich die Tradition des Narrenschiffs gebildet haben. Jedoch ergaben Forschungen, dass das Wort carrus navalis im klassischen Latein nicht existierte.

Insgesamt wird der Karneval vielfach auch scherzhaft als Fünfte Jahreszeit bezeichnet.

Verlauf

Beginn

Der rheinische Karneval beginnt am 11.11. um 11.11 Uhr. Hintergrund für die diesen Termin ist, dass auch das Geburtsfest Christi bereits kurz nach dessen Fixierung im Jahr 354 eine mehrwöchige Fastenperiode vorsah. Analog zur Ostern wurde eine 40tägige Fastenzeit eingeführt, die allerdings nicht am 25. Dezember, sondern am 6. Januar, an Epiphanie, endete. Da zumindest im lateinischen Abendland - im Gegensatz zum byzantinischen Osten - weder die Samstage noch die Sonntage zur Fastenzeit gerechnet wurden, erhielt man als Fastenbeginn den 12. November. Der Termin des 11. November hatte somit eine ähnliche Funktion wie der Fastnachtsdienstag: Genauso wie an Fastnacht viele Fleischvorräte gegessen wurden, wurde mit dem Martinifasten die Vorweihnachtszeit eingeläutet. Da die vorweihnachtliche Fastenzeit am 6. Januar endete, erklärt sich auch, warum die schwäbisch-alemannische Fasnacht an diesem Termin ihren offiziellen Fastnachtsbeginn feiert.

Wenn auch an am 11.11. selbst vielerorts Veranstaltungen stattfinden, bleibt die Folgezeit bis zum Dreikönigstag gleichwohl weiterhin weitgehend karnevalsfrei, was mit der Rolle des November als Trauermonat und dem besinnlichen Charakter der Advents- und Weihnachtszeit zusammenhängt.

Höhepunkt

Den Höhepunkt erreicht der Karneval in der eigentlichen Fastnachtswoche vom schmutzigen/unsinnigen Donnerstag (von Schmotz = Schmalz, was auf in Schmalz gebackene Fastnachtsküchle hinweist) bzw. Weiberfasnacht über den Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag bis zum Fasnachtsdienstag, auch Veilchendienstag genannt. Dabei gibt es insbesondere am Rosenmontag entsprechende Umzüge - wobei sich Rosen ursprünglich nicht auf die Blume, sondern auf das Verb rasen bezog. Anderen Interpretationen zufolge verdankt der Rosenmontag seinen Namen dem 4. Fastensonntag, dem Rosensonntag.

Die größten Umzüge finden in den Karnevalshochburgen statt: Köln, Mainz, Eschweiler, Düsseldorf, Bonn, Koblenz, Krefeld und Aachen. Aber auch weiter südlich, etwa in Mannheim (Fastnachtssonntag) oder Karlsruhe (Fastnachtsdienstag) gibt es große Umzüge mit mehreren Hunderttausend Besuchern.

Ende

Ende des Karnevals ist der Aschermittwoch. Sein Termin hängt insofern mittelbar von der Lage des Osterfests ab.

An vielen Orten gibt es die Tradition, dass die Karnevalisten in dieser Nacht eine Strohpuppe, den so genannten Nubbel, als Verantwortlichen für alle Laster der karnevalistischen Tage, vor allem wegen des ausgegebenen Geldes, verbrennen.

In Düsseldorf und den niederrheinischen Städten (Krefeld, Duisburg, Mönchengladbach, Kleve, Wesel) wird der sogenannte Hoppeditz zu Grabe getragen. Dieser war ursprünglich eine typisch niederrheinische Narrenfigur. Dieser Schelm oder Hanswurst hatte Ähnlichkeit mit Till Eulenspiegel und den mittelalterlichen Hofnarren.

Unterrichtsideen

"Die närrische Zeit steuert wieder auf ihren Höhepunkt zu und so stellt sich - und das wahrscheinlich nicht nur in Köln - die Frage: Wie behandeln wir in diesem Jahr das Thema Karneval?"
"Rechtzeitig vor dem schmutzigen Donnerstag: einige Links zu Unterrichtsvorschlägen zum Thema "Fasnacht/Karneval"."

Materialien

Weblinks

Siehe auch