Lerntagebuch

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Kurzinfo
Unterrichtsideen
Diese Seite enthält Unterrichtsideen, die du ausprobieren oder hier diskutieren kannst.

Inhaltsverzeichnis

Definitionen

"WAS - Lerntagebücher dienen der schriftlichen, chronologischen Dokumentation von Gelerntem, Erfahrungen oder typischen Anwendungsfällen für Gelerntes.

WARUM - Ziel dieser Methode ist es, Wissen in Form von Erfahrungen, Meinungen von Mitarbeitern im Rahmen ihrer Arbeitserledigung zu erfassen, um sie nachträglich aufarbeiten zu können. Einerseits kann so der Mitarbeiter jederzeit aus seinem dokumentierten Wissen lernen. Andererseits können die Erfahrungen mehrerer Mitarbeiter leichter zusammengeführt werden und so das (fachliche) Wissen einer Gruppe erweitert und verallgemeinert werden. Die Gruppe kann aus den Erfahrungen der einzelnen Gruppenmitglieder lernen bzw. diese zu Rate ziehen, wenn es um die Lösung von Problemen bei der Arbeitserledigung geht.

WIE - Jeder Mitarbeiter wird dazu angehalten und motiviert, in einem definierten Zeitraum (z.B. einmal wöchentlich) seine Erfahrungen bei der täglichen Arbeitserledigung, bei der Lösung von Problemen usw. elektronisch zu dokumentieren. Dazu kann moderne Textverarbeitungssoftware oder auch Kommunikationssoftware verwendet werden." (www.artm-friends.at/)


Konkretisierungen

"Seit Beginn der 5. Klasse führen die Schüler ein Lerntagebuch. Hierbei handelt es sich oft um ein liniertes DIN-A-5 Heft, das fest gebunden ist und in der Regel das Lernen der Schüler über einen längeren Zeitraum begleitet.

Hier wird zu Beginn der freien Arbeit eingetragen, welche Vorhaben konkret in Angriff genommen werden. Bei Unsicherheiten oder Fragen kann dann nachgelesen werden, was jeweils geplant war.

Zu Beginn eines Projektes sollen hier sowohl das konkrete Projektthema als auch die Leitfragen notiert werden.
Ebenfalls sollen Fragen bzw. Erkenntnisse, die sich während der Arbeit ergeben, hier aufgeschrieben werden. Am Ende der freien Arbeit soll mit Hilfe des Lerntagebuchs überprüft werden, welche Vorhaben erledigt wurden. Außerdem soll notiert werden, was die nächsten Schritte bei der Arbeit sein können bzw. sein müssen."(www.freinet.uni-bremen.de)


"Das Verfassen von Lerntagebüchern ist eine Methode aus der Aktionsforschung, die die Handelnden dazu anhalten soll, die eigene Praxis zu erkunden, zu überprüfen und möglicherweise zu verändern.

Lerntagebücher werden im Verlauf von Lehrveranstaltungen eingesetzt, um die persönliche Auseinandersetzung der Studierenden mit Lehrinhalten und Lehrzielen zu dokumentieren und zu reflektieren. Diese Methode ist für Lehrveranstaltungen wie diese besonders geeignet, da es in weiten Teilen darum geht, eigene Erfahrungen und Einstellungen zu aktualisieren und sich mit ihnen kritisch auseinanderzusetzen. Auch lassen sich die kognitiven Ziele der Lehrveranstaltung wesentlich stärker "personenbezogen" gestalten.

Wie empirische Untersuchungen gezeigt haben, fördert das Lerntagebuch im Gegensatz zum traditionellen "Prüfungslernen" das langfristige Behalten von Inhalten, also das eher bedeutsame und anwendungsorientierte Lernen (nach Mayr 1997, S. 234).

Praktischer Ablauf

Voraussetzung für das Führen des Lerntagebuchs ist die Anwesenheit bei allen Seminarterminen. Verwenden Sie dazu ein eigenes DIN A4 Heft, das sie neben Ihren übrigen Aufzeichnungen führen. Die Tagebuchaufzeichnungen sollten unmittelbar nach einer Sitzung (am besten innerhalb eines Tages) gemacht werden, wobei der Umfang zwischen einer halben und einer ganzen DIN A4 Seite liegen sollte. Sie sollen in den Aufzeichnungen versuchen, sich die wesentlichsten Inhalte der letzten Lehrveranstaltung noch einmal zu vergegenwärtigen (aktive Wiederholung für die Einprägung besonders wichtig!) und in eigenen Formulierungen ihre Auseinandersetzung damit zu dokumentieren (z.B. durch begründete Zustimmung oder Ablehnung, durch Herstellen von Beziehungen zu persönlichen Erfahrungen, Beschreiben eigener Ideen und das Entwickeln von Lösungsvorschlägen). Notieren Sie bitte auch, wenn Ihnen etwas unklar geblieben ist! Formulieren Sie dazu eine Frage, die in der nächsten Sitzung besprochen werden sollte.Nehmen Sie Ihr Tagebuch daher immer in die Seminarsitzungen mit. Am Ende Ihrer Eintragungen versuchen Sie bitte eine Bewertung der jeweiligen Lehrveranstaltung, indem Sie Ihre persönliche Beteiligung und Ihren Lernprozeß mit einem kurz begründeten Notenvorschlag evaluieren. Dieses Tagebuch fügen Sie bitte am Ende des Semesters in einer guten Kopie der Abschlußarbeit bei. Diese ist Grundlage für die Bewertung Ihrer Leistungen." (Pädagogik & Pädagogische Psychologie Johannes Kepler Universität Linz Österreich © Linz 1997 Werner Stangl 1997)

Beispiele

Das Lerntagebuch hat die Auszubildenden und Gesellin während des Modellversuches begleitet. Montags kam per Post eine Aufgabe, die uns aufforderte, über etwas Bestimmtes nachzudenken oder zu beobachten. Für diese und andere Gedanken zum Aufschreiben hatten wir jeder ein Tagebuch in einem Seminar selbst gebunden und gestaltet.
Zusätzlich kam ein Antwortbogen an die Seminarleitung, der etwas distanzierter formuliert um eine Antwort bat. Die ausgefüllten Bogen konnten ein bisschen die allgemeine Stimmungslage signalisieren und zum Entwickeln einiger Seminar- und Aufgabeninhalte anregen.

Nach einigen Wochen kam die Bitte, sich selbst zwei Aufgaben auszudenken, die dann allen in den darauf folgenden Wochen gestellt wurden. Besonders einige diese Aufgaben stellten sich später als beliebt und "sinnvoll" heraus.

Um auch anderen -nicht nur in der Ausbildung- die Erfahrung mit unserem Lerntagebuch anzubieten, gibt es das flexibel-Lerntagebuch hier im Netz!" (www.hwk.de/flexibel/Lerntagebuch.htm)


Technische Grundlagen/Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht

Nuvola apps edu miscellaneous.png   Unterrichtsidee
  • Als Plattform im Unterricht sind Weblogs ideal. Hier sind die verschiedenen Einträge gleich chronologisch geordnet, lassen sich gegebenenfalls kommentieren usw. Zudem lassen sich Einsichtseinschränkungen einrichten, sodass die Tagebücher nicht von Jedermann gelesen, aber trotzdem immer vom Lehrer eingesehen werden können.
  • Eine weitere Möglichkeit wären Foren. Hier ist jedoch die Leseeinschränkung nicht ohne weiteres möglich, da in einem Forum jedes Mitglied einer Community automatisch alle Beiträge einsehen kann.


Materialien

  • Pdf20.gif Lerntagbuch - Arbeitsblatt (IFS-Werkzeugkasten; Institut für Schulentwicklungsforschung, Universität Dortmund)

Siehe auch