Filme erstellen

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Das Referat "Filme erstellen und nutzen" befasst sich mit der Erstellung und Nutzung von Filmen und Filmausschnitten im Matheunterricht. Nach der Klärung von rechtlichen Fragen geht es im Punkt "Filme erstellen" vor allem um die Anwendungsmöglichkeiten, die Auswahl verschiedener Programme und Anwendungen, sowie deren Bedienung. Der Punkt "Filme nutzen" bietet eine Übersicht über die Voraussetzungen und die Möglichkeiten, wenn man Filme im Unterricht einsetzen möchte.


Inhaltsverzeichnis

Rechtliches

Bei dem Einsatz von Videos im Unterricht greift neben speziellen Gesetzen (z.B. Schulfunkgesetz) vor allem das Urheberrechtsgesetz. Die wichtigste und bisher noch nicht eindeutig geklärte Frage in diesem Zusammenhang ist, ob der Klassenverband als Öffentlichkeit anzusehen ist.

Klassenverband als öffentlicher Raum

  • nur gekennzeichnete Schulfunksendungen und Filme, die nicht mehr unter dem Urheberrecht stehen sind erlaubt.
  • die Verwendung aller weiteren Filme oder Filmausschnitte, sowie von Filmen aus dem Internet ist untersagt.(vgl. Jellissen, 2010).

Klassenverband als nicht-öffentlicher Raum

Gerechtfertigt wird diese Auslegung durch § 15 Abs. 3 UrhG und die Annahme, dass die Schüler untereinander, sowie zum Lehrer persönliche Beziehungen pflegen.
Die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Baden-Württemberg hat zu den daraus folgenden Regelungen eine Tabelle erstellt, die die wichtigsten Punkte aufführt.
Demnach gelten folgende Regelungen:

  • Einen privat (oder von der Schule) erworbenen Film darf man demnach in einem Klassenverband zeigen, bei größeren Veranstaltungen jedoch nicht.
  • Aufgezeichnete Videos aus dem Fernsehen sind nicht gestattet, es sei denn es handelt sich dabei um Schulfunksendungen oder öffentliche Reden.
  • Videopodcasts dürfen in der Klasse und auf internen Schulveranstaltungen gezeigt werden, wenn sie direkt im Internet abgespielt werden und nicht auf einer Festplatte gespeichert werden.


Filme erstellen

Das Erstellen von Filmen im Unterricht ist eine Methode, die SchülerInnen dabei unterstützen kann ein mathematisches Thema durch eigenständige intensive Auseiandersetzung besser zu verstehen. Dabei gibt es jedoch unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten:

  • SchülerInnen erstellen einen Lehrfilm.

Die SchülerInnen sollen einen Lösungsweg für ein mathematisches Problem auswählen, erarbeiten und für Andere verständlich präsentieren. Die Präsentation wird als Video aufgenommen. Materialien: Computer, Digitalkamera,

  • SchülerInnen erstellen Film zur Analyse eines Sachverhalts.

Die SchülerInnen filmen eine Situation (z.B. ein fahrendes Auto, einen fliegenden Ball) und messen anschließend mit Hilfe von Videoanalyseprogrammen die Geschwindikeit des Gegenstendes. Materialien: Computer, Digitalkamera, Programm zur Verarbeitung der Videos (z.B. Schnitt), Programm zur Analyse der Videos (z.B: Viana)

Filme nutzen

Auswahl von Filmen

  • relativ kurz Filme (ca.3-5 min)
  • brauchen nicht aufwendig sein
  • ästhetisch reizvoll
  • selbsterklärend (so dass sich ein Arbeitsauftrag auf Impulse der Lehrperson beschränken kann und eigene Gedanken schriftlich festgehalten werden können)
  • Überforderungs bzw. Frustrationsaspekt vermeiden
  • motivierende Funktion

(vgl. Linneweber-Lammerskitten, H. (2009); Coles, A.(2011))

Bearbeitung des Films

  • den SuS sollte am Ende des Films ein wenig Zeit gegeben werden, um das Gesehene zu rekonstruieren und wichtige Aspekte oder Fragen zu notieren ("Zusammenfassen des Films in Gedanken")
  • im Anschluss beschreiben die SuS das Gesehene in Partner- oder Gruppenarbeit
  • Diskussion, in der das Beschriebene interpretiert, erklärt oder die Bedeutung herausgearbeitet werden kann
  • die Diskussion kann durch Filmwiederholungen, Filmausschnitte oder Slow-Motions unterstützt werden, um die Komplexität des Films zu reduzieren und Details zum Vorschein zu bringen(vgl. Coles, A. (2011))

Vor- und Nachteile von Filmeinsatz im Mathematikunterricht

Vorteile

  • Einige Filme lassen einen dezentralen Einsatz zu, sodass verschiedene Sozialformen oder auch unterschiedliche Lerntempi ermöglicht werden können (vgl. Linneweber-Lammerskitten, H., 2009).
  • Wenn Mathematik sichtbar gemacht wird, wird die Möglichkeit gegeben sich innerhalb der Mathematik kreativ und unabhängig zu bewegen (vgl. Coles, A., 2011, S.35 f).
  • Durch die intensive Auseinandersetzung mit den fachlichen Inhalten werden diese besser verinnerlicht (vgl. Seidel, 2010).
  • Anschauliche Aufgabenstellungen und die Bearbeitung dieser fördern die Verknüpfung von mathematischen Problemen mit der Realität.

Nachteile

  • Schwächere Schülerinnen und Schüler ziehen häufig klare und gegebene Strukturen vor, die durch den Einsatz von Filmen nicht immer vorhanden sind (Linneweber-Lammerskitten, H., 2009).
  • Die Vorbereitung und Durchführung von Filmproduktionen ist arbeits- und zeitintensiv.
  • Bei der Einführung von neuen Medien kann es zu Durchführungsproblemen und technischen Schwierigkeiten kommen.

Links

Literatur

  • Coles, A. (2011): Using vidoe and Film. In Mathematics teaching. Jahrgang 224. S.33-36.
  • Jellissen, Falk (2010): (Komplette) Filme im Unterricht. In COMPUTER + UNTERRICHT. Jahrgang 79 S.46/47
  • Linneweber-Lammerskitten, H. (2009): Der Einsatz von Kurzfilmen als Einstieg in Experimentier- und Explorationsphasen. In Beiträge zum Mathematikunterricht 2009 Online. Vorträge auf der 43. Tagung für Didaktik der Mathematik. Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik vom 02.03. bis 06.03.2008 in Oldenburg. 4 Seiten
  • Riemer, Wolfgang (2006): Videoanalyse im Mathematikunterricht. In Mathematisch-naturwissenschaftlicher Unterricht. Jahrgang 52/2 Bildungsverlag EINS - DÜMMLER. Troisdorf S. 68-71
  • Seidel, Thomas (2010): Selbsterstelle Lehrfilme im Mathematikunterricht. Schülerinnen und Schüler erstellen Lehrfilme. In LOG IN Heft Nr. 162 S. 29-32