Meinungsbildung

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Geeignete Methoden zur Meinungsbildung

Inhaltsverzeichnis

Anders-Spiel

→ Anders-Spiel

Beim Anders-Spiel geht es um die Erfahrung, anders zu sein als andere, und darum, wie damit umgegangen wird.

Das Spiel eignet sich besonders für jüngere Kinder und neu entstandene Gruppen.

Es kann SchülerInnen-Gruppen geben, mit denen das Spiel nicht oder nur schlecht zu machen ist.

Spielregeln

  • Im Zimmer bzw. auf einem Spielfeld wird eine Linie gezogen, z.B. mit Kreide oder einem Seil.
  • Die SchülerInnen stellen sich nebeneinander auf einer Seite der Linie auf.
  • Durch verschiedene Anweisungen der LehrerIn werden die SchülerInnen in zwei Gruppen geteilt.
    Zum Beispiel: "Alle Kinder, die RechtshänderInnen sind, stellen sich auf die andere Seite". Oder: "Alle Kinder ohne Brille stellen sich auf die andere Seite". Wichtig bei den Anweisungen ist, dass sich keine Untergruppen bilden können, d.h. dass es sich um echte Alternativen ohne dritte Möglichkeiten handelt.
  • Die SchülerInnen stehen nach den Anweisungen einander gegenüber.
    Wie ist das Gefühl, ganz allein oder nur mit ganz wenigen auf einer Seite zu stehen? Wie ist das Gefühl, auf der Seite der Mehrheit zu stehen?
  • Durch verschiedene Anweisungen kommen jeweils andere Kinder auf der anderen Seite zu stehen. Optimalerweise werden die Anweisungen je nach Gruppe so gewählt, dass alle mal zu einer Minderheit gehören.
    Für die Wirkung des Spiels ist es wichtig, dass die SchülerInnen einander einerseits nicht zu kurz gegenüber stehen (damit sie Zeit haben, etwas zu empfinden), und andererseits nicht zu lange (damit der Effekt nicht verloren geht).

Quellen

Die Spielbeschreibung stammt aus dem Forum Schüler gegen Mobbing, Abteilung Für Lehrer. Dort werden noch weitere Hinweise gegeben.

Fishbowl

→ Fishbowl
Schema einer Fishbowl-Diskussion
Fishbowl-Methode in einer großen Gruppe

Fishbowl (Aquarium; auch Außenkreis-Innenkreis) ist eine Methode, kontroverse Diskussionen zu führen, zu beobachten und auszuwerten. Die Fishbowl-Methode eignet sich sehr gut im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Argumentieren.

Wie geht das?

Vorbereitung
  1. Eine gleich große Anzahl an Personen (z.B. drei), die zwei unterschiedliche Positionen zu einem Thema vertreten (müssen), wird bestimmt. Dazu kommt noch ein Diskussionsleiter oder eine Diskussionsleiterin. - Die restlichen Personen bilden eine Beobachtergruppe.
  2. In die Mitte des Raumes entsteht der "Innenkreis":
    1. Zwei Reihen mit (z.B. drei + ein, also vier) einander gegenüber stehenden Stühlen werden gebildet. Die Vertreter der unterschiedlichen Positionen setzen sich dabei einander gegenüber.
    2. Am Ende jeder Stuhlreihe bleibt dabei jeweils ein Stuhl frei.
    3. Der Diskussionsleiter bzw. die Diskussionsleiterin setzt sich auf einen Suhl am anderen Ende der sich gegenüberstehenden Stuhlreihen.
  3. Die Beobachter setzen sich in einem Außenkreis um den "Innenkreis" herum.
Ablauf
  1. Der Diskussionsleiter (die Diskussionsleitung) fordert die Vertreter der unterschiedlichen Positionen zu einer ersten Stellungnahme auf. In dieser ersten Runde sollte jeder zunächst einmal zu Wort kommen.
  2. Anschließend erteilt der Diskussionsleiter das Wort je nach Meldung der Diskussionsteilnehmer. Er achtet darauf, dass beide Meinungen und alle Beteiligten grundsätzlich die gleiche Möglichkeit zur Stellungnahme erhalten. - Bei Bedarf können noch genauere Regeln festgelegt werden.
  3. Jeder Beobachter darf sich an der Diskussion beteiligen, indem er sich auf den freien Stuhl der Position setzt, die er unterstützen möchte. - Nachdem er das Rederecht bekommen und seine Meinung gesagt hat, setzt er sich sofort wieder in den Außenkreis zurück. - Jeder kann sich im Laufe der Diskussion beliebig oft auf einen der freien Stühle setzen, auch einmal für die eine, das andere Mal (nach der Rückkehr in den Außenkreis) auch für die andere Position.
  4. Nach Beendigung der Diskussion (z.B. am Ende einer vorher festgelegten Zeitdauer) sind die Beobachter in einer Feedback-Runde aufgefordert, ihre Beobachtungen zum Ablauf und den Inhalten der Diskussion sowie zum Verhalten der Diskussionsteilnehmer wiederzugeben. - Daraus können eventuell Vereinbarungen für weitere Fishbowl-Runden abgeleitet werden.
Günstig z.B. dann, wenn das Plenum zu groß für eine fruchtbare Arbeit oder Diskussion ist. Gut geeignet auch dann, wenn Meinungsgruppen ihre Argumente austauschen wollen bzw. sollen.

Die Teilnehmer sitzen in zwei Bereichen: Im kleineren "Innenbereich" sitzt die Demonstrations- bzw. Diskussionsgruppe, die stellvertretend für den größeren "Außenbereich" (das "Plenum") einen Sachverhalt bespricht oder vormacht. In der Regel sind im "Innenbereich" ein oder zwei Stühle frei, damit Teilnehmer aus dem "Plenum" sich vorübergehend in den "Innenbereich" begeben und sich mit eigenen Beiträgen an der Diskussion beteiligen können.

Im größeren "Außenbereich" sitzen die Beobachter und verfolgen den Verlauf der Diskussion.[


http://www.igmh.de/index.php?menue=unterricht&seite=unterricht/methodentraining/methodentraining.htm#Aquarium Methodentraining: Aquarium] (Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried); 23.09.2010


Über diese Methode

Linkliste

  • FishbowlWikipedia-logo.png - mit einer leichten Variation der Methode: Teilnehmer aus Innen- und Außenkreis können ihren Platz tauschen.

Meinungslinie

→ Meinungslinie

Bei der Meinungslinie handelt es sich um eine Methode für den Unterricht. Die Meinungslinie eignet sich besonders für Phasen, wenn Schülerinnen und Schüler sich zu einem inhaltlichen Problem positionieren müssen. Mittels Kreppband wird im Raum auf dem Boden eine Linie gezogen, die eine Seite der Klasse ist dann „Pro ...“, die andere Seite im Raum ist dann „Contra ...“. Die Schülerinnen und Schüler haben dann die Möglichkeit sich im Raum zu positionieren und so hinsichtlich eines Problems oder einer Frage eine Position einzunehmen („Ich bin für oder gegen etwas“). Die Methode ist besonders bei unteren Klassen gut geeignet.

Literatur

Linkliste

Vier-Ecken-Methode

→ Vier-Ecken-Methode zur Meinungsbildung
Begriffsklärung Diese Seite befasst sich mit einer Methode zur Meinungsbildung. Um eine andere, gleichnamige Methode geht es auf der Seite Vier-Ecken-Methode zur Aktivierung von Vorwissen.
Schema der Vier-Ecken-Methode zur Meinungsbildung

Die Vier-Ecken-Methode zur Meinungsbildung kann in einem Prozess der Meinungsbildung genutzt werden.

Günstig bei der Meinungsbildung, bei Bewertungen oder bei der Vorbereitung von Entscheidungen. Möglich auch als Sprechanreiz zu Beginn eines Kurses oder als abschließende Bewertung am Ende eines Kurses.

Zu einer Frage, einem Thema oder einem Problem, bei dem es verschiedene Sichtweisen gibt, kann der Leiter in jede Ecke des Raumes eine Aussage aufhängen. Die Teilnehmer ordnen sich jener Aussage zu, der sie am ehesten zustimmen können, indem sie sich in die entsprechende Ecke des Raumes begeben. Dort diskutieren die Teilnehmer untereinander, wie sie zu der gewählten Aussage stehen (Begründungen, Problematisierungen). Im Anschluss daran wird im Plenum oder im "Aquarium" diskutiert.


Methodentraining (Integrierte Gesamtschule Mannheim-Hohenried; 21.09.2010

Linkliste

"Die in der Regel gegensätzlich gestalteten Aussagen sind ein Anreiz, sich selbst nach der Meinung zu fragen."
gibt Beispiele für Fragestellungen; erläutert schrittweise das Vorgehen