Menschenrechte

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Kurzinfo
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Dieser Artikel befasst sich mit rechtlichen Fragen, die du hier diskutieren kannst.

Menschenrechte sind ein wichtiges Thema im Unterricht, da sie alle betreffen. Obwohl sie in verschiedenen Dokumenten als allgemein gültig deklariert werden, sind sie nicht gleichermaßen überall anerkannt und respektiert. - Um gegenwärtige Auseinandersetzungen um die Bedeutung und Gültigkeit der Menschenrechte insgesamt sowie einzelner Menschenrechte verstehen zu können, empfiehlt sich eine Auseinandersetzung mit ihrer geschichtlichen Entwicklung. Neben den Menschenrechten allgemein existiert eine Konvention zum Schutz der Kinder: die Kinderrechte.


Artikel 1
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.


Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Inhaltsverzeichnis

Das Thema im Unterricht

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Kontroverse aktuelle Themen aufgreifen
Todesstrafe

Bist du für oder gegen die Todesstrafe?

  • Falls ja: In welchen Fällen hältst du sie für gerechtfertigt? Warum?
  • Falls nein: Aus welchen Gründen?

Trotz Ächtung der Todesstrafe in Deutschland und der Europäischen Union gibt es viele Menschen, die ihre Anwendung befürworten. Gleichzeitig wird gerade die Anwendung der Todesstrafe in anderen Ländern diesen als Verletzung der Menschenrechte vorgeworfen. - Das sind zwei Widersprüche, die sehr produktiv für einen Einstieg in die Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte genutzt werden können.

Kopftuchstreit

Soll eine Lehrerin, die aus religiöser Überzeugung ein Kopftuch trägt, als Lehrerin unterrichten dürfen?

  • Welche Gründe sprechen deiner Meinung nach dafür?
  • Welche Gründe sprechen deiner Meinung nach dagegen?

Es kann gut herausgearbeitet werden, dass hier zwei elementare rechtliche Prinzipien unseres Staates miteinander konkurrieren:

  • das Recht auf Meinungs- und Glaubensfreiheit
  • das Neutralitätsgebot für Lehrerinnen und Lehrer

Beides lässt sich auf dahinter stehende Menschen- und Bürgerrechte zurückführen.

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  1. Schau dir den Film "Wissenswerte: Menschenrechte" an. Notiere dir Beispiele für Menschenrechte.
  2. Nenne Merkmale der Menschenrechte sowie Institutionen, die für die Einhaltung der Menschenrechte sorgen.

  1. Diskutiere: Warum gelten Menschenrechte nicht überall, warum gibt es Menschenrechtsverletzungen?
  2. Recherchiere Beispiele für Menschenrechtsverletzungen.
  3. Zusatzaufgabe: Diskutiere den Vorwurf des "Eurozentrismus" der Menschenrechte. Recherchiere dazu z.B. die islamische Charta der Menschenrechte.

  1. Erörtert Maßnahmen, was jeder einzelne gegen Menschenrechtsverletzungen tun kann. Unterscheidet verschiedene Ebenen (z.B. individuell, lokal, global)


Unzureichende Sozialstandards / "unmenschliche Bedingungen" in Fabriken

→ Soziale Frage#Hungerlöhne / Armutslöhne / Niedriglohn
Verbraucherschützer und Menschenrechtler verklagen die Discountkette Lidl wegen niedriger Löhne, überlanger Arbeitszeiten und Diskriminierung in Textilfabriken in Bangladesh. [...] "Der Lohn reicht nicht aus, um eine durchschnittliche Familie zu ernähren. So berichtet etwa ein Arbeiter, dass seine Kinder abends ohne Essen schlafen gehen müssen", heißt es in der Klage, die die Verbraucherzentrale Hamburg jetzt gegen die Discountkette Lidl eingereicht hat.
Der Discounter Lidl verspricht in seiner Werbung faire Arbeitsbedingungen - bei seinen Bekleidungslieferanten in Bangladesch halte er sich aber icht daran. So lautet der Vorwurf von Verbraucherschützern, die jetzt gerichtlich gegen Lidl vorgehen. Untersuchungen belegten "unmenschliche Bedingungen" in den Fabriken.
Die Verbraucherzentrale Hamburg wirft Lidl unlauteren WettbewerbWikipedia-logo.png vor und hat deswegen Klage beim Landgericht Heilbronn eingereicht. Lidl werbe mit besonders fairen Arbeitsbedingungen bei Zulieferern in Bangladesch. Dort herrschten jedoch unzureichende Sozialstandards.


Das Thema im Lehrplan

Nordrhein-Westfalen
Zentralabitur 2007
Menschenrechte in historischer Perspektive: Revolutionen 1989 – UNO-Menschenrechtsdeklaration 1948 – Menschenrechtserklärungen des 18. Jahrhunderts (nur Leistungskurs)

Ll logo20.gif Vorgaben zu den unterrichtlichen Voraussetzungen für die schriftlichen Prüfungen im Abitur in der gymnasialen Oberstufe im Jahr 2007: Vorgaben für das Fach Geschichte


Sachsen/Ethik (Gymnasium)
Klassenstufe 11/12 zum Thema Gerechtigkeit
Sie positionieren zum Anspruch der Menschenrechte auf universelle Geltung: Geschichte der Menschenrechte; Menschnrechtsverletzungen; Sind Menschenrechte eurozentrisch?; Podiumsdiskussion: Krieg für Menschenrechte?

Lehrplan Ethik Gymnasium Sachsen, 2004

Unterrichtsmodelle

Material

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948
Weitere Materialien
  • Bundeszentrale für politische Bildung (Themen/Spezial): Menschenrechte (Menschenrechtserklärung / Charta 77 / Menschenrechte in Deutschland / Menschenrechte in Europa / Menschenrechte im Völkerrecht / Menschenrechte und Globalisierung / Staatliche Souveränität / Quiz / Links)
  • Informationen zur politischen Bildung: Menschenrechte, Heft 210
  • Menschenrechte (Bundesministerium der Justiz)
"Begriff & Geschichte" und mehr
CD-ROM, Foliensatz, Gruppenpuzzle, Lernmaterialien & Internetaufgaben
erschienen: April 2003, Preis: EUR 32,90

Für Kinder im Grundschulalter

Deutschsprachiges Handbuch zur Menschenrechtsbildung für Kinder im Grundschulalter. Herausgeber sind die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), das Deutsche Institut für Menschenrechte und der Europarat.
→ Meinungsfreiheit

Geschichte der Menschenrechte

Einige Stichworte:

  • 1789: Déclaration des droits de l'homme et du citoyen (Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte) am 26. August 1789 von der Nationalversammlung Frankreichs als Verfassungsrecht verabschiedet.
  • 1948, 10. Dezember: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris

Material

Definitionen

Als Menschenrechte bezeichnet man die Rechte, die jedem Menschen von Geburt an zustehen.

Menschenrechte sind unentziehbare Rechte gegenüber der öffentlichen Gewalt, einer Gruppe oder einer Person, also subjektive Rechte, die im Zuge von Humanismus und Aufklärung anfangs naturrechtlich, später wissenschaftlich-rational (vernunftrechtlich) begründet wurden.

Sie stehen jedem Menschen zu, allein aufgrund der Tatsache, dass er ein Mensch ist (Universalität der Menschenrechte). Sie sind vor- bzw. überstaatlicher Natur, d.h. sie können von einem Staat zwar deklaratorisch anerkannt werden, aber ihre Gültigkeit ist unabhängig von einer solchen Anerkennung universal gegeben. Im Unterschied zu Bürgerrechten gelten Menschrechte für alle Menschen, die sich in einem Land aufhalten, unabhängig davon, ob sie dessen Staatsbürger sind, oder nicht.

Durch die Formulierung von Grundrechten in Verfassungen und internationalen Abkommen wird versucht, die Menschenrechte als einklagbare Rechte zu gestalten. Die Menschenrechte werden noch immer durch viele Staaten verletzt.


W-Logo.gif Menschenrechte, Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, 18.01.2006 - Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Siehe die Nutzungsbedingungen für Einzelheiten. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Institutionen

Weiterführende Weblinks

Zum Nachschlagen

Mehr Informationen

Aus der Presse

"Mit den Stimmen von 122 Ländern und ohne Gegenstimme hat die UN-Vollversammlung gestern den Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitärer Grundversorgung zu Menschenrechten erklärt. [...] »Wasser wird in Zukunft umkämpft sein wie heute das Erdöl«, warnte Kerstin Sack vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreises. »Doch Wasser ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht.«"
"Ein früherer Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA hat den Einsatz brutaler Verhörmethoden verteidigt. Das sogenannte Waterboarding habe den al-Qaida-Verdächtigen Abu Subeida nach 35 Sekunden zum Sprechen gebracht. Menschenrechtler stufen die Methode als Folter ein."
"Offiziell geißelte das US-Justizministerium im Dezember 2004 Folter bei Verhören als "abscheulich". Doch wenige Wochen später erließ Justizminister Gonzales nach einem Bericht der "New York Times" eine heimliche Anweisung, mit der auch brutalste Verhörmethoden befürwortet wurden."
"Der US-Geheimdienst CIA hat die Foltermethode des sogenannten "Waterboarding" verboten, wie US-Medien berichten. Die Methode, die bei Opfern das Gefühl zu ertrinken auslöst, soll von US-Ermittlern mehrfach gegen Terror-Verdächtige eingesetzt worden sein."
"Manfred Nowak ist Uno-Sonderberichterstatter für Folter. Der Kampf gegen die Barbarei ist sein tägliches Geschäft. Im Visier hat er jedoch nicht nur die Schurkenstaaten, sondern auch die selbsternannten Verfechter von Demokratie und Menschenrechten: die USA."
"Eine Zahnlücke und zwei falsche Zeugen wurden ihm zum Verhängnis: Fast 18 Jahre saß Juan Roberto Melendez in Florida unschuldig im Gefängnis und wartete auf die Hinrichtung. Weil er trotzdem noch Kraft zum Leben hat, begab sich der Puerto-Ricaner auf eine Weltreise gegen die Todesstrafe."
"Human Rights Watch hat schwere Foltervorwürfe gegen die USA erhoben. Die Misshandlung von Terrorverdächtigen sei eine "bewusste Strategie" des Weißen Hauses. Auch die EU und Altkanzler Gerhard Schröder kommen im jährlichen Menschenrechtsbericht der Organisation nicht gut weg."


Am 10. Dezember 2008 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948 60 Jahre alt. Unter dem Eindruck der Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges sowie der massiven Verletzungen von Menschenrechten während der nationalsozialistischen Diktatur war sie damals erarbeitet und von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris verkündet worden.

In mehr als der Hälfte aller Länder dieser Welt sind Folter und Misshandlungen nach wie vor an der Tagesordnung - das ist die bittere Bilanz der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Dennoch bewertet die Organisation das vergangene Jahr als "Meilenstein" für die Menschenrechte.

Siehe auch