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Nachhaltigkeit

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Nachhaltigkeit bedeutet die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, in der dieses System in seinen Eigenschaften erhalten bleibt, so dass sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsgeschichte

Wurzeln der Nachhaltigkeit

Erstmal wurde das Prinzip der Nachhaltigkeit vor etwa 300 Jahren formuliert. Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann am kursächsischen Hof in Freiberg Sachsen forderte 1713 in seinem Werk "Sylvicultura oeconomica[1]", dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung durch Säen und Pflanzen wieder nachwachsen konnte und gilt deshalb als Schöpfer des forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsbegriffes [...]

Modelle

Überblick

Mittlerweile hat sich das Nachhaltigkeitsdreieck als Sinnbild durchgesetzt, da es ökologische, ökonomische und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit verbindet. So formuliert der Rat für nachhaltige Entwicklung: " Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben." Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Drei-Säulen-Modell, welches die selben Faktoren als drei Säulen darstellt, auf denen die nachhaltige Entwicklung aufbaut. Des Weiteren gibt es auch andere Modelle zur Nachhaltigkeit, z.B. das Ein-Säulen-Modell, auch Pyramiden-Modell genannt, und das gewichtete Drei-Säulen-Modell, welche alle die Ökologie in den Vordergrund stellen.

Nachhaltigkeitsdreieck

Nachhaltigkeitsdreieck

Das Nachhaltigkeitsdreieck besteht aus den Prinzipien Ökologie, Ökonomie und Soziales und verdeutlicht, dass Nachhaltigkeit mehr als Klimaschutz ist. [1]

Pyramiden-Modell

Das Pyramiden-Modell, auch Ein-Säulen-Modell genannt, setzt voraus, dass die natürliche Umwelt die Basis allen Lebens und Wirtschaftens ist. Die Verfechter dieses Modells vertreten die Ansicht, die Umwelt solle die Basis der Pyramide bilden, ihre Bewahrung höchste Priorität haben.[2]

Ein-Säulen-Modell

"Ein-Säulen-Modell" ist eine andere Bezeichnung für das ökologisch orientierte Pyramiden-Modell. Seine Verfechter gehen davon aus, dass die natürliche Umwelt die Basis allen Lebens und Wirtschaftens ist. Die Umwelt sollte ihrer Ansicht nach die Basis der Pyramide bilden, ihre Bewahrung höchste Priorität haben.

Dies Modell steht im Gegensatz zum Drei-Säulen-Modell und zum Modell "Zauberscheiben der Nachhaltigkeit". Menschliche Grundbedürfnisse sowie soziale und gesellschaftliche Aspekte des menschlichen Daseins wären demnach die nächste Pyramidenstufe. Die Wirtschaft wird als Teil der Gesellschaft verstanden. Die Frage, was an der Spitze der Pyramide stehen sollte, hängt von der jeweiligen Sichtweise ab.[3]

Drei-Säulen-Modell

Das "Drei-Säulen-Modell" (model of three columns) ist die Grundlage des Konzepts der Corporate Social Responibility (CSR). Es wird insbesondere in der Wirtschaft und Finanzwelt verfochten. Danach sind Wirtschaft, Ökologie und Soziales gleichrangig und gleich gewichtet, und zwar sowohl auf gesamtwirtschaftlicher und politischer Ebene als auch auf globaler und unternehmerischer Ebene.

Während der ersten UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro wurde insbesondere die Agenda 21 beschlossen, ein Aktionsprogramm für eine weltweite nachhaltige Entwicklung. Dadurch wurde das Konzept der Nachhaltigkeit formal zum Leitprinzip der Politik, fußend auf der Erkenntnis, dass globaler Umweltschutz nur möglich ist, wenn die Politik zugleich ökonomische und soziale Aspekte beachtet.[4]

Starke vs. Schwache Nachhaltigkeit

Schwache Nachhaltigkeit

Als schwache Nachhaltigkeit bezeichnet man die Vorstellung, dass natürliche Ressourcen durch Human- und Sachkapital ersetzt werden können. Für Vertreter dieser Form von Nachhaltigkeit ist ein System nachhaltig, solange das Gesamtkapital (bestehend aus natürlichen Ressourcen, Human- und Sachkapital) gleichbleibt oder wächst. Ein Rückgang an Naturkapital, also der Abbau von Rohstoffen oder der Rückgang natürlicher Lebensräume ist auch dann noch nachhaltig, wenn dieser durch steigendes Kapital in den anderen Bereichen ausgeglichen wird. In diesem System steht nicht die Bewahrung der Umwelt im Vordergrund, sondern die Aufrechterhaltung und Steigerung des Gesamtwohlstandes. Deswegen wird schwache Nachhaltigkeit auch als anthopozentrisch bezeichnet.

Diese Substituierbarkeit (Austauschbarkeit, Ersetzbarkeit) zwischen den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit wird nach kritischen Stimmen durch das Drei-Säulen-Modell dargestellt. D.h. Ökologie wird gleichgesetzt mit Ökonomie und der Sozialen Dimension.


https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/schwache_vs_starke_nachhaltigkeit_1687.htm; 19.05.2016

Starke Nachhaltigkeit

Als starke Nachhaltigkeit wird der Ansatz bezeichnet, in dem die Ökologie über die anderen Dimensionen, wie Ökonomie, Kultur, Soziales gestellt wird, da sie die Grundlage für diese bildet. Dies wird in verschiedenen Nachhaltigkeitsmodellen dargestellt (Ein-Säulen-Modell, Pyramidenmodell, gewichtetes Drei-Säulen-Modell). Diese Ansicht wird von vielen Experten vertreten, die die natürlichen Ressourcen als Grundvoraussetzung für alle anderen Entwicklungsfelder ansehen. Die Substituierbarkeit von Ressourcen ist auch in diesem System möglich, jedoch nur zwischen Human- und Sachkapital und innerhalb verschiedener natürlicher Ressourcen. Ein Austausch oder Ersetzen von natürlichen Ressourcen durch Human- oder Sachkapital ist hier nicht möglich. Dem Naturkapital kommt hier eine Sonderrolle zu [...].

https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/schwache_vs_starke_nachhaltigkeit_1687.htm; 19.05.2016

Nachhaltigkeit und Politik

Es gibt zwanzig Ziele für ein nachhaltiges Österreich. Es soll mehr Lebensqualität, wirtschaftliche Dynamik und ein intakter Lebensraum gesichert werden.[5]

Ziele der österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie[6]:

  • Entfaltungsmöglichkeiten für alle Generationen
  • Gleichberechtigung für Frauen und Männer
  • Bildung und Forschung
  • Ein menschenwürdiges Leben für die heutigen und künftigen Generationen
  • Österreichs Wettbewerbsfähigkeit durch innovative Strukturen fördern
  • Ein neues Verständnis von Unternehmen und Verwaltung
  • Korrekte Preise für Ressourcen und Energie
  • Erfolgreiches Wirtschaften durch Ökoeffizienz
  • Mehr Vielfalt und Qualität für den Lebensraum Österreich
  • Schutz der Umweltmedien und Klimaschutz
  • Vielfalt von Arten und Landschaften bewahren
  • Verantwortungsvolle Raumnutzung und Regionalentwicklung
  • Mobilität nachhaltig gestalten
  • Mehr Verantwortung in Europa und der Welt
  • Armut bekämpfen, sozialen und wirtschaftlichen Ausgleich innerhalb und zwischen den Ländern schaffen
  • Eine global nachhaltige Wirtschaft
  • Unsere Welt als Lebensraum
  • Kooperationen und Finanzierung
  • Nachhaltigkeitsunion Europa

Einzelnachweise

  1. "Das Nachhaltigkeitsdreieck (triangle of sustainability) ist ein vielfach verwandtes Sinnbild, das verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit vereint. Bestehend aus den Prinzipien Ökologie, Ökonomie und Soziales, verdeutlicht es, dass Nachhaltigkeit mehr als Klimaschutz ist. Ein ähnliches Modell desselben Ansatzes ist das Drei-Säulen-Modell, welches die gleichen drei Dimensionen als grundsätzlich für eine nachhaltige Entwicklung ansieht." Lexikon der Nachhaltigkeit; 19.05.2016
  2. https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/1_3_e_ein_saeulen_modell_pyramiden_modelle_1543.htm
  3. https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/1_3_e_ein_saeulen_modell_pyramiden_modelle_1543.htm
  4. https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/1_3_a_drei_saeulen_modell_1531.htm
  5. https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/nachhaltigkeitsstrategie_2002_764.htm
  6. https://www.vorarlberg.at/pdf/folderzuroesterreichische.pdf

Linkliste