Notebooks im Unterricht

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Notebooks, auch Laptops genannt, werden oft für Präsentationen eingesetzt. Aufgrund ihrer geringen Größe und ihres geringen Gewichts können Lehrkräfte, Lernende und Studierende sie ähnlich leicht wie ein Buch oder eine Mappe mit in den Unterricht bringen. Deshalb liegt die Idee nahe, Notebooks im Unterricht genauso selbstverständlich einzusetzen wie andere Medien.

Inhaltsverzeichnis

Idee dieser Seite

Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Diese Seite habe ich angelegt, weil in unserer Schule im Rahmen unseres Medienkonzepts die Anschaffung von mobilen Notebooks für den Unterricht geplant ist und ich deshalb entsprechende Informationen sammle und sichte. Wir denken dabei nicht an einen dauerhaften Einsatz der Notebooks im Sinn einer Notebook-Klasse, sondern an den zeitweisen Einsatz für eine Unterrichtsstunde, eine Unterrichtsreihe oder ein Projekt, bei dem es möglich sein soll, dass die beteiligten Schülerinnen und Schüler jeweils alleine oder zu Zweit an einem Notebook arbeiten können. - Vermutlich gibt es diese oder eine ähnliche Situtation auch an anderen Schulen, sodass es nützlich sein kann, entsprechende Informationen hier zu präsentieren und auch Chancen und Risiken zu benennen. --Karl.Kirst 11:45, 3. Sep 2006 (CEST)


Bitte ändere den Inhalt dieses Beitrags nicht. Denn er gibt eine persönliche Meinung wieder.

Konzepte und Projekte

Projekte

Projekt „Lemmon“ (Würselen)

Lemmon steht für Lernen mit modernen Medien online. 11 Schulen wurden mit je 2 Notebookwagen (jeweils 18 Notebooks) ausgerüstet. Die Investitionskosten der Stadt betragen ca. 2,4 Mio EUR über 4 Jahre.

Notebook-Klassen

Notebooks in der Hauptschule
"Schülerinnen und Schüler lernen in Notebook-Klassen selbstständiger, der Unterricht macht gerade Jüngeren Spaß und motiviert sie zum Lernen. Lehrerinnen und Lehrer in Notebook-Klassen nutzen stärker offene Unterrichtsformen und schlüpfen in eine neue Rolle, nämlich in die einer Beraterin oder eines Beraters. Und: Schülerinnen und Schüler in Notebook-Klassen üben sich mehr in Problemlösefähigkeit, in sozialer Kompetenz wie beispielsweise Teamfähigkeit sowie in Medienkompetenz."

Mobile Notebookwagen für den Unterricht

Vorteile

Mobile Notebookwagen bieten den Vorteil, dass der Laptop an weitere Multimediageräte gekoppelt ist und leicht zu transportieren. Empfehlenswert sind größere Lautsprecherboxen, Beamer und unter Umständen ein Videogerät um den vollen medialen Umfang auszunutzen. Besonders für die Schüler, die ein Referat im Rahmen einer GFS halten sollen, stellen diese Wagen eine sehr gute Plattform dar. Jedoch bedeutet es einen gewissen Aufwand, den wohl viele Lehrkräfte scheuen werden, die Geräteplattform zu organisieren und in Betrieb zu nehmen.

Probleme und Nachteile

Sie haben den großen Nachteil, dass sie (natürlich) nur in 1 Klassenraum sein können; wenn nicht alle Notebooks in dieser Klasse benötigt werden, dann müssen sie "irgendwie" ohne den Notebookwagen und sein Zubehör transportiert werden.

Der Notebookwagen ist in vielen Fällen faktisch nur auf einer Etage einsetzbar; denn in vielen Schulen gibt es keinen Fahrstuhl und keine Rollstuhl-Rampen.

Notebookwagen sollten leicht und handlich sein. Da Schulen bzw. Schulträger aber zu preiswerten Lösungen verpflichtet sind, kann es sein, dass (eventuell im Eigenbau erstellte) schwere und unhandliche Notebookwagen benutzt werden müssen, sodass in der Praxis viele KollegInnen lieber darauf verzichten, solch ein Ungetüm zu benutzen.

Verschiedene konkrete Konzepte

ESG Gütersloh
Arbeiten mit Laptops (Evangelisch Stiftisches Gymnasium Gütersloh)
Angergymnasium Jena
Projekt Medienschule (Angergymnasium Jena)
"Unsere Schule hat den Status Medienschule. Was genau heißt das, wie ist es dazu gekommen, welche Ergebnisse gibt es? Welche Auswirkungen hat diese Profilbildung auf das Unterrichtsgeschehen?"
ZOVAS
Projekt ZOVAS: Zukunftsorientierte vernetzte allgemeinbildende Schule (pdf) - technische Dokumetation (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Eberdingen, Lehrer Friedrich Ortius)
"Beschreibung der Installation und Konfiguration der Notebooks und des Funknetzes in einer Novell Musterlösungsumgebung Version 2.6"

Chancen

Notebookeinsatz bietet größtmögliche Flexibilität, es sind höchst interessante und durchaus effektive Unterrichtsszenarien möglich.

Uwe Klemm

Risiken

Ausleihe und Verantwortung

Wichtig ist eine langfristig zuverlässige Lösung für die Ausleihe der Technik an Kollegen und Schüler - am besten über eine ständig verfügbare zuverlässige Person (z.B. Zivi, ggf. an Bibliothek gekoppelt o.ä.) sonst gibt es bald Frustrationen.

Eigentümer

Wenn (wofür Schulträger gern werben) die Notebooks nicht Eigentum der Schule oder des Schulträgers sind, dann ist rechtlich mindestens interessant, in welchem Umfang einerseits der Eigentümer und andererseits "die Schule" installieren darf.

Das ist auf jeden Fall dann zu berücksichtigen, wenn die Notebooks auch für (bewertete) Klassenarbeiten benutzt werden.

Service und Reparaturen

Man sollte auf servicemäßig zuverlässige Hersteller achten. Gerade bei Notebooks ist es auch bei namhaften Herstellern üblich, unter Preisdruck von Charge zu Charge unterschiedlichste Hardwarekomponenten miteinander zu verbandeln, so dass dann bereits nach kürzester Zeit bei evtl. nötigen Reparaturen Riesenprobleme auftauchen können - vom grundsätzlichen Serviceverhalten mancher Hersteller mal abgesehen.

Lebensdauer der Notebook-Batterien

Es kann sein, dass die Akkus im Unterrichtsbetrieb sehr schnell nachlassen. Man wird sich von vornherein darauf einstellen müssen, dass man während der Nutzungsdauer der Notebooks mindestens einmal Akkus wird nachkaufen müssen - und das ist nicht billig.

Die Standzeit der Akkus dürfte i.a. weniger als 3 Stunden betragen - damit ist ein Akku-Betrieb zur Mittagszeit nicht mehr gewährleistet. Die Freiluft-Verkabelung mit Mehrfachsteckdosen ist aus Arbeitsschutz-Sicht mindestens bedenklich.

Erfahrungsberichte

  • Der Effekt hängt - wie bei jeder didaktischen oder medientechn. Unterrichtsform, die nicht zum "Standardrepertoire" gehört - extrem davon ab, wie bereit die Kollegen sind, sich mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen und zu experimentieren, sich fortzubilden und Erfahrungen zur Kenntnis zu nehmen. Hier - und nicht unbedingt in technischen Detailfragen - liegt m.E. der Knackpunkt. [...]
  • Deshalb ist es m.E. unerlässlich, dass parallel zur Anschaffung der Technik eine Auseinandersetzung mit didakt. sinnvollen Einsatzmöglichkeiten (z.B. Simulationen, webQuests, Wiki, LMS-Einsatz usw. usf. - dort geht im Unterricht dann richtig "die Post ab") stattfindet. [...]
  • Bei guten Unterrichtsbeispielen kommt relativ schnell der Druck von Schülern (nach dem Muster: bei Koll. X haben wir sehr effektiv das und das gemacht, warum nicht bei Ihnen?). Entsprechende Arbeitsformen setzen sich bei Schülern (Vorträge, Seminarfach usw.) schneller durch als bei Lehrern :-)) Unterichtsszenarien mit Notebooks können Unterricht zum Besseren verändern - aber das kommt nicht von alleine.
  • Banal, aber deswegen nicht weniger wahr: Hinter dem Notebooknetz muss eine stabile und verläßliche Netzstruktur stehen (z.B. Musterlösung o.ä.), sonst explodiert der Administrationsaufwand.
  • Absoluter organisatorischer Knackpunkt: Modalitäten der Verfügbarkeit / Ausleihe / Wartung: Schüler und Kollegen müssen unaufwändig und unkompliziert an die Geräte kommen, trotzdem muss die Ausleihe natürlich reglementiert sein. [...]
  • Notebookwagen, ggf. mit eigenem AP [Access Point] usw. können da extrem hilfreich sein, bringen aber ggf. auch Einschränkungen (gebunden an eine Etage...) mit sich. Muss schulintern abgewogen werden.
  • Akku etc.: War bislang nicht soooo das Problem, aber Kabelgewirr mit etlichen Verteilerdosen im Raum ist zugegebenermaßen auch nicht jedermanns Sache. Schön, wenn es passende Räume (z.B. Arbeitsplatzversorgung in Fachkabinetten) gibt.

Zusammenfassend: Aus meiner Sicht macht Notebookeinsatz absolut Sinn, wenn man die didakt. Chancen nutzt und die org. Probleme meistert. Ich würde es wieder tun :-))


Uwe Klemm

Wir waren auch eine dieser Notebookschulen - haben letztes Jahr den Ausstieg gemacht - zu teuer, kein Support durch den Schulträger - ständig defekte an den NBs, nicht wegen falscher Handhabung, sondern weil sie allesamt nix taugen - die Geräte werden eben im Schulbusgerangel transportiert.

> Ich kenne etliche solcher Schulen, und ich kenne die Berichte über die tatsächliche Nutzung und die alltäglichen Probleme.

Genau, es vergeht keine Unterrichtsstunde, in der nicht irgend ein unerklärliches Windowsproblem zu lösen ist - Unterricht unmöglich.

> Das Modell wird von "n-21" propagiert, einem Zusammenschluss einiger Firmen mit freundlicher Unterstützung durch das Kultusministerium. Auch in Braunschweig gibt es (mal wieder) solche Versuche.

Die sollen es lassen. Ich bin restlos bedient.

> Der Schulträger wälzt seine (auch finanzielle) Verantwortung auf die Eltern ab, und die trauen sich nicht, klar und deutlich zu widersprechen - das könnte ja das Abitur gefährden.

Ist natürlich Blödsinn - passt aber zur derzeitigen Landesregierung, dass Schule nur mit Leistungsdruck funktionieren soll...

Ordentlicher Computerraum tut's allemal. Wird eh nur von wenigen Kollegen benutzt - ich kann Eltern da schon verstehen, dass sie meckern, wenn das Gerät 3 Wochen nicht benutzt wird und dann nur ne dämliche Powerpoint-Präsentation rauskommt. Naja, bei mir ist es wenigstens ne Impress-Präsentation ;-)


Sven Jordan, Mailingliste der LUG Braunschweig 19. Juli 2008

> haben euer Sohn und Du inzwischen Erfahrungen mit der Laptop-Klasse sammeln dürfen?

sagen wir mal, im Großen und Ganzen konnte ich bisher nicht erkennen, warum diese Notebooks notwendig waren. Das einzige Fach, in dem nicht mehr ins Schulheft, sondern auf dem Laptop geschrieben wird, ist Religion (!). Der ECDL-Kurs mit den entsprechenden Prüfungen ist IMHO ziemlich weltfremd (wer fängt heute noch etwas mit Begriffen wie GAN (Global Area Network), MAN (Metropolitan Area Network) usw. an?)

Und ob man es positiv bewerten will, dass die Benutzung von Power Point mehr gefördert wird als die Benutzung von Excel und Word, ist wohl auch Ansichtssache. Man koennte es "realitätsnah", weil Großfirmen-üblich, bewerten, ich finde es aber traurig, dass die Kinder zwar wunderbare Präsentationen erstellen können, aber in Excel gerade mal die Grundfunktionen gelernt haben und in Word einen Brief nicht vernünftig formatieren können.

Übrigens wird an den Notebooks nur als Administrator gearbeitet, mit entsprechenden Folgen. Ich habe ja zunächst das Notebook meines Sohnes so konfiguriert, dass er als Hauptbenutzer arbeiten kann, wurde dann aber von der Schule entsprechend angewiesen, dies zu ändern, "da ansonsten wichtige Einstellungen nicht vorgenommen werden können". Entsprechende Einwände meinerseits wurden natürlich zurückgewiesen.

Erfreulich ist, dass das von mir gekaufte Notebook (Toshiba Tecra A5) bisher schadensfrei überlebt hat. Die an sich von der Schule vorgeschlagenen (und zu horrenden Preisen verkauften) FSC Amilo Pro (V3515, glaube ich) haben jedenfalls eine ziemliche Ausfallquote.

Dennoch bin ich der Ansicht, dass ein halbwegs gut ausgestatteter EDV-Raum in der Schule, bei gleichzeitiger Sicherstellung dass die Kinder zuhause auch an einem Computer arbeiten können, den gleichen Erfolg erzielt hätten ...


Rick Szabo, Bayern, 29. Juli 2008

Anbieter geeigneter Hardware und Möbel

Die folgende Liste ist sicherlich unvollständig. Sie stellt keine Empfehlungsliste dar, sondern soll interessierten Personen eine schnelle erste Orientierung erleichtern. - Wünschenswert wären Erfahrungsberichte und weitergehende Hinweise für die Auswahl eines geeigneten Anbieters.

Komplettlösungen

Notebookwagen für PC

co.Tec
Multimedia Center Notebookwagen "Das mobile Klassenzimmer" (co.Tec)
DATEK.S
Notebook-Wagen by DATEK.S
demolux
demolux - Frontliner NB Notebookwagen
Notebookwagen (TM)
Notebookwagen™ (laptopwagen.de / competence-point.de)

Finanzierung

Viele Schulträger werben vor allem deshalb für Notebook-Klassen, weil sie hoffen, die Gerätekosten auf die Eltern (Erziehungsberechtigten) abwälzen zu können. Damit werden insbesondere Eltern mit mehreren Kindern unzumutbar belastet.

Zudem wird bei Notebooks eine (wirtschaftliche) Lebensdauer von 3 bis 4 Jahren angesetzt - das bedeutet 2 Notebooks pro Kind.

Sonstiges

"Bildungskampagne Mobiles Lernen" (www.mobileslernen.info)
"Auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr über die Kampagne, die Partner und wie Mobiles Lernen in der Praxis funktioniert. Das Angebot richtet sich an Schulträger und -leitung, Lehrkräfte und Eltern. Hier finden Sie zahlreiche Informationen, Nachrichten, Kurzfilme und Kommentare rund um das Thema Mobiles Lernen sowie weiterführende Links, relevante Adresse und einen Überblick zu empfehlenswerten Produkten und Angeboten. Zudem gibt es die Möglichkeit, in einem Forum Experten zum Thema zu befragen und sich mit Kollegen und Gleichgesinnten auszutauschen.
Herausgeber: PP: Die Bildungsagentur, Frankfurt a.M."
"Die Daten müssen wandern, nicht die Hardware!"

Siehe auch