Gute Präsentationen erstellen

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wer kennt dieses Gefühl nicht? Schon wieder eine langweilige PowerPoint-Präsentation in der Schule. Die Folien sind voll von Informationen, die in wenigen Augenblicken gelesen und auch noch verstanden werden sollen, bevor es in rasantem Tempo schon zur nächsten Folie weitergeht. So hören die meisten Mitschüler bei der Präsentation schon nach wenigen Minuten auf aufzupassen und dem Vortrag zu folgen. Dieses Phänomen tritt allerdings nicht nur in Schulen, sondern auch tagtäglich in der Berufswelt auf, z.B. bei der Präsentation eines neuen Produktes bzw. einer Geschäftsidee. Doch wie können wir die Leute, denen wir etwas präsentieren wollen, für unsere Idee gewinnen bzw. sie dazu bringen, unserem Vortrag gespannt zu folgen und somit auch die nötige Anerkennung für die ausgearbeitete Präsentation ernten? Mit dieser zentralen Frage wollen wir uns in diesem Artikel beschäftigen und eine Anleitung bzw. Checkliste zur "perfekten" PowerPoint-Präsentation erarbeiten. Dieser Artikel basiert auf dem von Microsoft Office bereitgestellten Präsentationsprogramm PowerPoint. Allerdings gelten die Tipps und Vorgehensweisen für alle Präsentationsprogramme. Alternativen zu PowerPoint sind zum Beispiel Prezi oder LibreOffice Impress, die zum freien Download im Internet verfügbar sind.

Als erstes stellen wir uns die Frage, was man überhaupt unter einer Präsentation versteht.


Definition

'Eine Präsentation ist eine zusammenhängende und medienunterstützte sprachliche Darbietung mit dem Ziel ein Publikum zu informieren, zu überzeugen (und zu unterhalten). Im Unterricht ist sie Teil und Höhepunkt in einem handlungsorientierten Unterrichtskonzept zum Training des eigenverantwortlichen Lernens.' (Quelle: Wolfgang Mattes: Methoden für den Unterricht. Schöningh Verlag, 2002, Seite 48)


Was will ich durch eine PowerPoint-Präsentation erreichen und wo brauche ich sie?

Eine Präsentation mit PowerPoint oder anderen Präsentationsprogrammen ist heute ein nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug. Präsentationen dienen dem Zweck die Zuhörer von etwas zu beeindrucken, sie zu unterhalten und damit gleichzeitig anzuregen und über wichtige Sachverhalte zu informieren. Präsentationen werden nahezu überall gebraucht und können deine Mitschüler auf mehreren Wahrnehmungskanälen gleichzeitig durch die Visualisierung deines Vortrages ansprechen. Dabei ist es egal, ob du in deinem späteren Beruf anderen Personen etwas präsentieren, sie von etwas überzeugen oder weiterbilden willst oder in der Schule einen Vortrag über ein bestimmtes Unterrichtsthema halten musst. Der Einsatz von Präsentationsprogrammen ist vielfältig. Auch an einer Universität oder Hochschule wird das regelmäßige Präsentieren beispielsweise in Seminaren und Proseminaren gefordert.

Präsentationen bieten zudem einen großen Praxisbezug in der Schule. Hier hast du die Möglichkeit selbst erarbeitetes und gelerntes Wissen vor anderen zu präsentieren. Zugleich erwirbst du die Kompetenz anderen etwas zu präsentieren, die nicht mehr verlernt wird. Gleichzeitig lernst du dabei mit Stresssituationen umzugehen, wenn du das erste mal etwas vor der ganzen Klasse vortragen musst.

Du merkst schon, dass das Thema, eine gute Präsentation zu erstellen, viele Lebensbereiche übergreift und ein wichtiger Faktor in unserem Leben geworden ist.

Grundlagen

Wie gut kennst du dich bereits mit der Oberfläche von Präsentationsprogrammen aus?


Vorbereitung

  1. Bevor du deine PowerPoint-Folien erstellen kannst, musst du dich zunächst mit deinem Präsentationsthema genauer beschäftigen. Hierzu solltest du dir Gedanken über dein Thema machen und es so präzise wie möglich formulieren. Je allgemeiner dein Thema formuliert ist, desto schwieriger wird es einen vernünftigen Vortrag zu erstellen, da es zu viele Informationen gibt.
  2. Anschließend kannst du mit der Informationssuche loslegen und in Büchern und im Internet gezielt recherchieren. Hierzu kannst du eine Liste mit wichtigen Informationen und Fachbegriffen erstellen und eigene Fragen zu Themenbereichen klären, da deinen Mitschülern ähnliche Fragen kommen können, die du dann nach deinem Vortrag oder währenddessen beantworten können musst.
  3. Nun kannst du beginnen etwas Struktur in deine gesammelten Informationen zu bringen. Welche Informationen sind besonders wichtig, um dein Thema besser zu verstehen? Nur die wichtigsten Informationen solltest du auf deine Folien übernehmen. Erläuterungen dazu kannst du dann mündlich geben.
  4. Nachdem du für die Struktur gesorgt hast und deine Informationen eingegrenzt hast, musst du nun festlegen, welche Informationen wann in deinem Vortrag erwähnt werden sollen. Bauen verschiedene Informationen aufeinander auf, sodass man ein gewisses Vorwissen benötigt, um sie zu verstehen? Falls dies der Fall ist, solltest du deinen Mitschülern zunächst dieses Vorwissen geben, damit sie deinem Vortrag folgen können. Hierbei erfolgt also die Einteilung der Informationen in Anfang, Hauptteil und Schluss.

Nun ist es genug mit der Vorbereitung und wir machen uns endlich daran, deine Folien für die Präsentation zu gestalten und erarbeiten uns gemeinsam wichtige Regeln, auf die du unbedingt achten musst.


Was muss man beim Erstellen einer guten Präsentation beachten?

Der Anfang

In zahlreichen Forschungsprojekten hat sich herausgestellt, dass der Anfang einer Präsentation einen besonderen Stellenwert hat. Aufgrund dessen solltest du dir besonders viele Gedanken zu deinem Einstieg in deine Präsentation machen. Der Anfang deiner Präsentation entscheidet meistens darüber, ob deine Mitschüler dem Vortrag folgen oder nicht und bleibt zudem den meisten deiner Mitschüler am ehesten im Gedächtnis. Der Beginn sollte daher ein wahrhafter "Knall" sein, sodass die Konzentration und das Interesse der Mitschüler geweckt wird. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten einen solchen Knall bzw. Weckruf zu erzeugen. Im Folgenden betrachten wir einige Möglichkeiten für einen solchen Einstieg:

  1. Die erste Möglichkeit wäre ein interaktiver Einstieg. Darunter versteht man zum Beispiel das Stellen einer Frage an deine Mitschüler. Diese Frage kann dabei auch eine Provokation darstellen. Die Provokation weckt dabei zusätzlich die Aufmerksamkeit deiner Mitschüler.
  2. Die zweite Möglichkeit wäre ein visueller Einstieg. Darunter versteht man das Zeigen eines Fotos, eines sorgfältig ausgewählten Filmausschnittes oder einer Audio-Datei. Dabei sollte man jedoch auf die Zeit achten. Ein zu langer Filmausschnitt beispielsweise kann die Konzentration der Mitschüler wieder senken und somit kontraproduktiv wirken. Durchaus kann man auch etwas selbst gebasteltes vorstellen, um das Thema der Präsentation den Mitschülern vor Augen zu führen.
  3. Die dritte Möglichkeit ist der Beginn mit einem Fakt, einer aktuellen Studie oder einer aktuellen Zeitungsmeldung. Aktuelle Meldungen und Fakten erwecken eine besondere Art der Glaubwürdigkeit, sodass deine Mitschüler nun verstärkt darauf achten, was du ihnen erzählst und somit deinem Vortrag aufmerksam folgen.
  4. Die vierte Möglichkeit besteht darin gezielt Reibungsfläche zwischen dir und deinen Zuhörern zu schaffen. Dazu bieten sich vor allem provokante Aussagen und Fragen an. Eine solche Aussage kann auch anekdotischer Natur sein und somit durch wenige Fakten oder tiefere Kenntnisse geprägt sein. Hierdurch kann Unmut geschaffen werden, der aber gleichzeitig Aufmerksamkeit schafft, da deine Zuhörer genauer wissen wollen, wie du zu solch einer Aussage kommst.


Diese Möglichkeiten können dir zu einem guten Einstieg in deine Präsentation helfen und die Aufmerksamkeit deiner Mitschüler auf dich lenken.

Weiter geht es nun mit der Gestaltung des Hauptteils deiner Präsentation.

________________________________________________________________________________

Gestaltung des Hauptteils

Nun kommen wir zu dem zentralen Teil deiner Präsentation. Hierbei stellen wir uns die Frage, wie du deine PowerPoint-Folien gestalten solltest und welche Regeln man dabei beachten sollte.

Textformatierung auf Folien

Nicht nur das Design ist für die Gestaltung deiner Folien wichtig, sondern auch wie du deinen Text formatierst. Er spielt die zentrale Rolle auf deinen Folien. Ohne Text keine Präsentation. Daher ist es nicht egal, wie du deinen Text formatierst, sondern es gibt gewisse Regeln. Vermeide die Schriftart und -größe deines Textes unnötig häufig zu ändern. Ständige Änderungen der Schriftart bringen Unruhe und Verwirrung in die Präsentation. Falls du bestimmte Schlagworte bzw. eine besonders wichtige Information hervorheben willst, so kannst du Markierungen wie fett oder kursiv verwenden. Allerdings gilt hier ebenfalls sich auf eine Markierung festzulegen und nicht alle möglichen Optionen auszunutzen.

Das Wichtigste bei deinem Text ist allerdings die korrekte Rechtschreibung. Rechtschreibfehler, die während der Präsentation entdeckt werden, sind einem selbst sehr peinlich und hinterlassen oft einen negativen Eindruck bei den Mitschülern und dem Lehrer/der Lehrerin. Daher solltest du die Rechtschreibprüfung von PowerPoint in Anspruch nehmen, sowie eine andere Person deinen Text lesen lassen, um möglichst alle Fehler zu vermeiden.

Foliengestaltung

Eine gute Folie einer Präsentation sollte nicht mehr als sechs Zeilen enthalten und höchstens zwei Drittel ausgefüllt sein. Zudem sollten längere Sätze auf Folien vermieden werden, da die Präsentation der PowerPoint-Folien deinen Vortrag nur unterstützen soll. Daher kannst du auf lange Sätze verzichten und lediglich kurze, prägnante Stichworte anführen, zu denen du dann eine mündliche Erklärung gibst und die Aufmerksamkeit auf dich ziehst. Deine Mitschüler und Lehrer sind in erster Hinsicht Zuhörer und erst dann Zuschauer. Als weitere Regel für die Gestaltung einer Folie sollte man sich merken genug Freiräume für eine bessere Übersicht zu lassen. Lass ruhig etwas mehr Zeilenabstand und einen ausreichend breiten Rand anstatt deine Sätze und Diagramme unnötig auszuführen. Dadurch wirken deine Folien gleich viel übersichtlicher und deine Mitschüler können die Kernaussage der Folie schneller erkennen.

Du solltest also immer nach dem Minimalprinzip arbeiten. Eine Botschaft pro Folie ist völlig ausreichend. Dadurch können deine Mitschüler deinem Vortrag viel besser folgen und deine Informationen schnell aufnehmen. Das gleiche gilt für die Verwendung von Farben. Auch dabei solltest du stets sparsam sein und gezielt einzelne wenige Farben verwenden. Ob du das Minimalprinzip wirklich berücksichtigt hast, kannst du am besten daran feststellen, dass deine Folien ohne deinen Vortrag vollkommen unbrauchbar sind. Als Beispiel sei hier die Startseite von Google angeführt auf der keinerlei unnötige Informationen vorhanden sind. Deine Folien können noch so perfekt ausgearbeitet sein, sie ersetzen dennoch deinen mündlichen Vortrag nicht. Die Folien sollen ergänzen, nicht ersetzen.


10-20-30 Regel von Guy Kawasaki:

Eine gute PowerPoint-Präsentation sollte nicht mehr als 10 Folien enthalten, nicht länger als 20 Minuten dauern und mindestens Schriftgröße 30 verwenden.


Passend zu unserem Minimalprinzip sei hier die populäre 10-20-30 Regel von Guy Kawasaki erwähnt, nach der eine gute PowerPoint-Präsentation nicht mehr als 10 Folien enthält, nicht länger als 20 Minuten dauert und die Schriftgröße mindestens 30 betragen sollte. Diese Aussage trifft zwar nicht für alle Präsentationen zu, aber sie bietet eine gewisse Orientierung beim Erstellen einer Präsentation. Falls deine Präsentation mehr als 10 Folien enthält oder länger als 20 Minuten dauert, hast du vermutlich zu viele Details in deiner Präsentation, die du schleunigst streichen solltest.

Um einmal die Zeit, die du für deine Präsentation benötigst, zu messen, bietet sich frühzeitiges Üben an. Dabei erkennst du vielleicht auch die unnötigen Informationen, die noch in deiner Präsentation stecken und nur in die Ausarbeitung gehören. Ebenso nur in die Ausarbeitung gehören Quellenangaben. Diese haben auf den Folien nichts verloren.

Ein wichtiger Punkt, den es zu beachten gilt, ist die Wahl des passenden Foliendesigns. Unter dem Begriff Foliendesigns versteht man in erster Hinsicht die farbliche Gestaltung deiner Folie inklusive einer Hintergrundgrafik. Das Design deiner Folien sollte möglichst einheitlich gewählt sein. Bei ständig wechselnden Foliendesigns muss sich der Zuschauer bei jeder neuen Folie neu orientieren, bevor er die Informationen auf der Folie lesen und verarbeiten kann. Der Hintergrund deiner Folien sollte stets so gewählt werden, dass eine dunkle Schrift gut lesbar ist. Eine helle Schrift auf einem dunklen Hintergrund ist unnatürlich und erfordert zusätzliche Anstrengung des Zuschauers, wodurch als Folge daraus Konzentration und damit gleichzeitig Aufmerksamkeit für deinen Vortrag eingebüßt wird.

Unnötig viele Überschriften auf den Folien sollten vermieden werden. Es sollte eine klare Überschrift für jeden Sinnabschnitt deines Vortrags geben und nicht für jede Folie eine neue Überschrift. Die Überschrift kann dabei in das Foliendesign eingefügt werden und bietet somit neben der Gliederung eine zusätzliche Art der Orientierung während des Vortrags.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Effekten in deiner Präsentation. Verzichte möglichst auf Übergangseffekte und Extras, wie einfliegende Texte usw. Die Zuschauer richten ansonsten ihre ganze Aufmerksamkeit auf die laufende PowerPoint-Präsentation, um den nächsten Effekt zu sehen, den es nicht zu verpassen gilt. Dabei sollte die Aufmerksamkeit deiner Mitschüler und Lehrer ausschließlich dir gelten. Sei demnach sparsam im Umgang mit Effekten. Sie lenken häufig mehr von deinem Vortrag ab und verwirren, statt ihn zu unterstützen und zu bereichern.


Als Faustregel solltest du nicht mehr als 6 Zeilen mit jeweils 6 Wörtern auf einer Folie haben. Ganze Sätze sind ein Tabu, da sie den Zuhörer zwingen, seinen Blick lange auf eine Folie zu richten, während du schon mit deinem Vortrag fortfährst. Die Folien sollten deinen Vortrag knapp zusammenfassen und nicht ersetzen.


Bilder

Bilder sind ein zentraler Bestandteil jeder Präsentation. Leider kommt es häufig dazu, dass Bilder, oftmals in Form von Cliparts, falsch eingesetzt werden und zur Verständlichkeit der Präsentation kaum etwas beitragen. Dennoch sollte man nicht zurückschrecken Bilder zu verwenden, da Informationen auf Bildern häufig einprägsamer sind und schneller vom Zuschauer aufgenommen werden können. Ein Bild kann aber auch falsch präsentiert werden. Beispielsweise solltest du nie eine Erklärung zu einem Bild auf deine Folien packen. Deine Mitschüler müssen sich dann gleichzeitig auf Bild und Text konzentrieren, was sehr anstrengend sein kann und häufig den Effekt eines Bildes schwächt. Daher solltest du, wann immer du ein Bild in deine Folien aufnimmst, deinen Mitschülern Zeit geben das Bild zu betrachten und ihnen eine mündliche Erklärung zu den Merkmalen und der Aussage des Bildes geben.

Grafiken

Grafiken sind wie Bilder ein wichtiges Werkzeug, um deine Präsentation visuell besser darzustellen. Dennoch ist es kein Zuckerschlecken Grafiken geschickt in einem Vortrag zu verwenden und ihre Wirkung voll auszunutzen. Beispielsweise kann eine animierte Grafik viel einprägsamer sein als ein starres Bild. Steigt zum Beispiel ein bestimmter Wert im Gegensatz zu anderen Werten dramatisch an, so ist es einprägsamer, wenn der zugehörige Balken viel stärker während des Vortrages wächst als die anderen Balken. Diese Tatsache bleibt dann besser im Gedächtnis der Zuschauer hängen.

Hierbei gilt wiederum, dass die wichtigsten Aussagen eines Diagramms ebenfalls auf der Folie vorkommen können. Allerdings ist natürlich eine sowohl ausführliche als auch anschauliche mündliche Erklärung noch einprägsamer und verständlicher für deine Mitschüler.

Man sollte vor allem von Grafiken Gebrauch machen, um mehrere in Bezug zueinander stehende Zahlen zu visualisieren. Allerdings sollte man hierbei beachten, dass man nicht alle zur Verfügung stehenden Zahlen verwendet, sondern nur die relevanten Zahlen.

Wo wir gerade angesprochen haben nur relevante Dinge in die Präsentation zu übernehmen, so gilt es anzumerken, dass bei Grafiken auf überflüssige Dimensionen verzichtet werden sollte. Eine dritte Dimension macht eine Grafik häufig nur komplizierter und ist anstrengender für den Zuschauer zu verstehen als eine schlichte 2-dimensionale Grafik.

Ein häufiger Fehler bei der Verwendung von Diagrammen ist die fehlende Achsenbeschriftung. Die Beschriftung sollte dabei ungefähr in Schriftgröße 30 sein, damit sie selbst für Personen in der letzten Reihe gut lesbar ist.

Abschließend gilt es zu sagen, dass Grafiken deine Präsentation sehr veranschaulichen können, solange man dennoch sparsam damit umgeht.


________________________________________________________________________________

Der Schluss

Der Schluss nimmt einen ähnlichen Stellenwert wie der Anfang deiner Präsentation ein. Um deiner Präsentation einen gelungenen Abschluss zu geben, solltest du auf keinen Fall eine Zusammenfassung von deinem Vortrag geben. Die Mitschüler, die deinem Vortrag aufmerksam gefolgt sind, würde das nur langweilen und deiner zuvor guten Präsentation einen bitteren Nachgeschmack geben.

Eine bessere Möglichkeit stellt dagegen das Stellen einer Frage an deine Mitschüler dar. Diese Frage kann durchaus in Bezug zum Anfang deines Vortrages stehen und einen Meinungswandel mancher Schüler hervorbringen, nachdem sie deine Präsentation verfolgen durften und du ihnen deine Ansichten und Erkenntnisse erläutern konntest. Zudem kann es den Mitschülern eine Möglichkeit zur Diskussion bieten und verschiedene Betrachtungsweisen offenbaren.

Eine weitere Möglichkeit, vor allem bei aktuellen Themen, ist das Geben eines Ausblickes. Dabei kannst du kurz beleuchten, wie sich dein Thema in Zukunft weiterentwickeln könnte bzw. welche Faktoren dein Thema in Zukunft beeinflussen könnten. Ein solcher Ausblick regt deine Mitschüler häufig zum Nachdenken an.

________________________________________________________________________________

Mögliche Probleme

Bei einem Vortrag können immer ungeahnte Herausforderungen auf dich zukommen. Du kannst beispielsweise deinen Rechner nicht am Beamer anschließen und musst nun auf einem anderen Rechner deine Präsentation abspielen. Fertige dazu zur Sicherheit zwei Sicherheitsdateien auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte an, einmal als neue PPTX- und einmal als alte PPT-Datei, da man nie weiß, welche PowerPoint-Version auf dem anderen Rechner vorhanden ist. Für den Fall, dass auf dem anderen Rechner kein PowerPoint zur Verfügung steht, kannst du zusätzlich deine Präsentationsfolien als PDF abspeichern, um sie notfalls auf Folien drucken zu können und mit einem Tageslichtprojektor zu präsentieren.

Eine misslungene Präsentation wird sowohl von dir als auch von deinen Zuhörern als Blamage empfunden. Die Wirkung schwenkt dann ins Negative über. Du selbst kannst dabei an Selbstvertrauen verlieren und deine Ängste vor Präsentationen vergrößern sich. Häufig greift dann der Lehrer/die Lehrerin in die Präsentation ein und diese kann dadurch sehr chaotisch werden.

Diese Punkte sollen dir noch einmal verdeutlichen, wie wichtig eine frühzeitige und gründliche Vorbereitung auf deine Präsentation sein kann und welche Konsequenzen eine schlampige Vorbereitung haben kann.



Die Präsentation

Die Folien präsentieren

Beim Präsentieren hat es sich bewährt Karteikarten zu schreiben, die dir bei der Formulierung deiner Sätze und bei dem Erläutern von wichtigen Inhalten helfen. Allerdings gibt es nichts schlimmeres als einen Redner, der ganze Sätze auf seinen Karteikarten stehen hat, die er dann seiner Klasse vorliest. Generell sollten nur wichtige Schlüsselworte auf deinen höchstens DIN A6 großen Karteikarten vermerkt sein. Hierbei kommt auch wieder das vorherige Üben der Präsentation mit ins Spiel, wodurch du dir schon Formulierungen für deine Sätze überlegen kannst und somit nicht während der Präsentation ins Stottern kommst. Dazu gehört auch, dass du rechtzeitig mit dem Erstellen deiner Präsentation fertig bist. Nur so hast du ausreichend Zeit zum Üben und um Fehler zu verbessern. Manch einem ist dabei auch noch eine gute Idee für seinen Vortrag eingefallen, die er noch einbauen konnte. Zudem können dir Formulierungen auffallen, die von deinen Mitschülern falsch verstanden werden können und noch korrigiert werden müssen. Überlege dir hierbei, welche Assoziationen deine Zuhörer mit dem Gesagten in Verbindung bringen können. Das Üben deiner Präsentation wirkt auch dem Lampenfieber entgegen, da man den genauen Ablauf seines Vortrages kennt. Dadurch kann man zum einen freier Sprechen und zum anderen Blickkontakt zu den Mitschülern herstellen.

Die Rhetorik ist ein nicht zu unterschätzendes Bewertungskriterium. Hierbei kommt es auf ein angemessenes Sprechtempo in einer ausreichenden Lautstärke, sowie eine verständliche Aussprache und Betonung an. Du darfst nie vergessen, dass du im Mittelpunkt der Präsentation stehst und nicht deine PowerPoint-Präsentation. Daher musst du die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer auf dich ziehen. Was bietet sich dazu besser an als ein stetiger Blickkontakt und freies Sprechen? Nur dann kannst du deinen Zuhörern auch etwas vermitteln.

Auch wenn du deinen Mitschülern viel vermitteln willst, solltest du dir immer über die begrenzte Aufnahmefähigkeit deiner Zuhörer bewusst sein. Daher hat es sich bewährt, die Informationsdichte deiner Präsentation temporär abnehmen zu lassen. Dies gibt deinen Mitschülern die Möglichkeit sich während deines Vortrages etwas zu erholen und weiterhin konzentriert zu bleiben.

Es kann durchaus der Fall auftreten, dass die Dauer deines Vortrages nicht klar geregelt ist. Du solltest dir aber immer der Tatsache bewusst werden, dass auch hier die Würze in der Kürze deiner Präsentation liegt. Das heißt, dass die Zuhörer mit andauernder Länge der Präsentation immer unaufmerksamer werden.


Nach ungefähr 30 Minuten kann nur ungefährt ein Fünftel der Zuhörer einer Präsentation noch konzentriert folgen!!!


Du solltest dir während deiner Präsentation einer gewissen Zielsetzung bewusst sein. Was willst du deinen Mitschülern vermitteln? Willst du sie überzeugen, informieren, umstimmen oder zum Nachdenken anregen? Wenn dir dieses Ziel bewusst ist, kannst du Argumente sammeln, die deine Haltung während des Vortrages erläutern. Vergiss dabei nicht deine Argumente durch Details und tiefere Informationen zu untermauern. Die Frage, was deine Mitschüler aus deiner Präsentation mitnehmen sollten, ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Die Antwort darauf kann dir helfen, um zum Beispiel wichtige Punkte während deines Vortrags mehrmals zu erwähnen bzw. sich erneut darauf zu beziehen.

Falls du mit dem Erstellen deiner Präsentation bereits fertig bist, kannst du dir noch Gedanken über das Erstellen einer Titelfolie und einer Gliederung machen. Die Titelfolie sollte deinen Namen, das Thema deiner Präsentation, den Namen des Faches, in welchem du deine Präsentation hältst, und das Datum enthalten. Bei der Gliederung gibt es verschiedene Möglichkeiten diese zu verwenden. Entweder erstellst du eine kurze Gliederung mit den zentralen Punkten deines Vortrages und schreibst diese an die Tafel oder du verwendest dazu eine eigene Folie, auf die du dich immer wieder während des Vortrages beziehst, sodass du deinen Zuhörern eine Art der Orientierung gibst. Hierbei kannst du zum Beispiel nach jedem abgeschlossenen Punkt deiner Präsentation erneut die Gliederung zeigen und den nächsten Punkt durch eine andere Schriftfarbe oder Schriftart markieren.

Handout zur Präsentation

Falls du ein Handout zu deiner Präsentation anfertigen willst, sollte dieses auf keinen Fall vor deiner Präsentation ausgegeben werden. Ansonsten haben deine Mitschüler bereits die wichtigsten Informationen und kennen die Pointe, auf die du hinarbeitest. Trotz mancher Zweifel ist es dennoch durchaus sinnvoll ein Handout anzufertigen, da es ansonsten dazu kommen kann, dass manche Mitschüler auf einem eigenen Zettel oder sogar einem Laptop während des Vortrages mitschreiben und sich somit zum einen weniger auf deine Präsentation konzentrieren können und zum anderen du selbst abgelenkt werden kannst. Um diesen Fall zu vermeiden, lohnt es sich ein Handout mit einer knappen Zusammenfassung und den wichtigsten Daten und Fakten anzufertigen.


Hinweis: Wenn du alles richtig gemacht hast, kannst du aus deinen Präsentationsfolien niemals direkt ein Handout erstellen, da sie nur aus Stichpunkten, Schlagwörtern, Grafiken, usw. bestehen, die ohne deine Erläuterungen nutzlos erscheinen.

Übung


Mindmap


Hier findest du die Checkliste mit den wichtigsten Regeln, die wir während des Artikels gemeinsam erarbeitet haben:

Pdf20.gif Checkliste für deine Präsentation


Auf der rechten Seite findest du noch eine Mindmap, welche die wichtigsten Punkte dieses Artikels zusammenfasst.



Folgende Slideshow zeigt sowohl gute als auch schlechte Folien einer PowerPoint-Präsentation. Finde heraus, welche zu den guten und welche zu den schlechten Folien gehören.



1. Welche Folien sind gute Präsentationsfolien?

1
2
3
4
5
6

Punkte: 0 / 0


Ich hoffe, ich konnte dir ein paar wichtige Tipps mit auf den Weg geben und wünsche dir nun viel Spaß und Erfolg beim Erstellen deiner nächsten Präsentation!!!

Quellenangaben

http://www.business-wissen.de/artikel/ueberzeugen-fuenf-tipps-fuer-gute-praesentationen/ (Stand: 12.03.2015)

http://business.chip.de/artikel/10-Tipps-fuer-Powerpoint-Praesentationen_44098912.html (Stand: 12.03.2015)

http://www.cio.de/a/10-tipps-fuer-powerpoint-praesentationen,2240197 (Stand: 12.03.2015)

K. Kochwasser, G. Horcher, R. Kaiser: Schüler üben Projektarbeit. Persen Verlag, 2006

Wolfgang Mattes: Methoden für den Unterricht. Schöningh Verlag, 2002