Meinungsbildung im digitalen Zeitalter SoSe2018

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Meinungsbildung im digitalen Zeitalter

Thematische Einführung

Die freie, individuelle (und politische) Meinungsbildung ist eine wichtige Bedingung für unsere Demokratie. Die Meinungsbildung ist dabei abhängig von den jeweiligen Wertvorstellungen, der Lebenslange, dem Wissen und den bisherigen Erfahrungen. Diese Prägungen erhalten Kinder jüngeren Alters noch besonders stark in ihrem familiären Umfeld und orientieren sich dabei an der Meinung der Familienmitglieder. Mit zunehmendem Alter und Interessen werden neben den Freunden auch die Massensmedien eine entscheidende Informationsquelle für die Meinungsbildung. Sie werden dabei häufig mit Informationen konfrontiert, die ihre Ansichten auf subtile Weise beeinflussen können. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind Instrumente, die gezielt die Meinungsbildung beeinflussen und durch einseitge Berichte falsche Wirklichkeitsbilder hervorrufen können. Das Bewerten und Einschätzen von Informationen fällt Jugendlichen dennoch weiterhin schwer. Die Jugendlichen schätzen die Informationen bzw. Nachrichten von Printmedien und den öffentlich-rechtlichen Sendern noch immer am seriösteten ein, doch sie greifen zudem auch verstärkt auf die Informationen aus Sozialen Netzwerken wie Facebook, YouTube und Twitter zurück. Insbesondere die Anzahl der Meinungsquellen hat sich durch das Web 2.0 deutlich erhöht. Es ist dadurch zunehmend schwieriger geworden, eine Information richtig einzuordnen. Die heutige Medienwelt ist zudem durch den Echzeitjournalimus und dem Einsatz von Algorithmen geprägt. So finden sich zwischen der ganz individuellen Timeline mit Urlaubsbildern und privaten Nachrichten auch aktuelle Headlines, die auf Basis des Nutzerverhaltens herausgefiltert wurde. Wie können wir unsere Schüler*innen darauf vorbereiten?


Projektseminar: Meinungsbildung im digitalen Zeitalter

Die Zusatzqualifikation "Informations- und Medienkompetenz" der Heidelberg School of Education wird von den Teilnehmer*innen mit einem Projektseminar abgeschlossen. In diesem Semester lag der inhaltliche Schwerpunkt des Seminars auf dem Thema "Meinungsbildung im digitalen Zeitalter".

Ziel des Seminares war es,...

  • dass sich die Studierenden Grundwissen zur Meinungsbildung im digitalen Zeitalter aneignen.
  • Schülerinnen und Schüler in ihrer Meinungsbildung unterstützen zu können, um sie auf das Leben im digitalen Zeitalter bestmöglich vorzubereiten.
  • didaktische Konzepte und Materialien für den Unterricht unter der Berücksichtigung des Urheberrechts zu erstellen und zu veröffentlichen.


In den ersten beiden Sitzungen wurde das Thema zunächst genauer betrachtet und folgende Unterthemen gesammelt:

Themensammlung Meinungsbildung.png










Anschließend wählten die 14 Teilnehmer*innen ihre Themenschwerpunkte heraus und fanden sich in Tandems bzw. Kleingruppen zusammen um gemeinsam Unterrichtskonzepte und -materialien zu erstellen. Im Folgenden werden die Arbeitsergebnisse der insgesamt sechs erarbeiteten Stationen vorgestellt.

Anmerkung: Wir erheben nicht den Anspruch das Thema „Meinungsbildung im digitalen Zeitalter“ mit unseren Stationen in allen Facetten abzudecken. Diese stellen nur eine Auswahl an möglichen Umsetzungsbeispielen dar. Im Abschnitt "Links" erhalten Sie jedoch Vorschläge für Vertiefungen zu weiteren Aspekten des Themas wie z.B. Hate Speech und Hass im Netz.

Station 1: Influencer und Selbstdarstellung

Die Unterrichtseinheit hat das Ziel, den Schüler*innen das Thema „Influencer: Selbstdarstellung und Onlinewerbung“ näherzubringen. Sie sollen kreativ entdecken und reflektiert betrachten, wie Influencer arbeiten und wie Onlinewerbung funktioniert. Dies wird am Beispiel von einer analogen Instagram Seite gezeigt.

Station 2: Influencer, Werbung und Algorithmen

Die Unterrichtseinheit vermittelt neben Sachwissen zu den drei Bereichen auch digitale Anwendungsbeispiele (thinglink, Lightbeam). Im Blickpunkt stehen die Analyse von (Werbe-) Bildern und Videos, d. h. die kritische Reflexion von Werbung in analogen und digitalen Medien vor dem Hintergrund der Personalisierung bzw. des Datenschutzes.

Station 3: Cybermobbing und Datenschutz

Jeder dritte Jugendliche wird laut JIM-Studie 2017 im Netz oder per Handy gemobbt - mit Datenschutz im Unterricht Abhilfe schaffen!

Station 4: Politische Meinungsbildung und Filterblase

Filterblasen können uns einengen, machen das Leben aber auch bequemer. Schüler*innen debattieren über Vor- und Nachteile und erstellen einen Leitfaden, um das Internet effektiv zu nutzen.

Station 5: Fake News und Manipulation

'Was Fake News sind weiß doch jeder!' - oder auch nicht?! Mit dieser Unterrichtseinheit sollen die Schüler*innen lernen, Fake News im Alltag zu erkennen, sie zu bewerten und angemessen damit umzugehen.

Station 6: Quellenkritik, Informationen und Strategien

Die Einheit soll SuS helfen GFS nach formalen Kriterien anzufertigen und auf die genauen Vorgaben vorbereiten. Zudem soll den Lehrkräften durch eine Liste mit hilfreichen Links geholfen werden, dies zu vermitteln und Kriterien für SuS transparent zu machen.

Creative Commons Lizenz

Alle erarbeitenden Stationen stehen unter der Creative Commons Lizenz CC BY NC oder CC BY ND

Links

Im Folgenden wird auf weitere Informationen und Materialien zum Thema im Netz hingewiesen.