Station 1: Influencer und Selbstdarstellung

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Inhaltsverzeichnis

Handreichung für Lehrkräfte zum Thema Influencer und Selbstdarstellung

Kinder und Werbung: Tipps für die Medienerziehung

Werbung nimmt einen großen Platz in der Welt von Kinder ein, sei es auf analogen oder digitalen Wegen. Deshalb ist es für Sie als Lehrer wichtig ihren Schüler*innen einen kompetenten Umgang mit Werbung zu vermitteln. Werbung hat viele Strategien und ist stets präsent. Täglich werden Menschen mit bis zu 10.000 Werbebotschaften konfrontiert. Dies klingt sehr viel, wenn man jedoch Markenlogos, Werbeanzeigen an Hauswänden und auch die umfangreiche Onlinewerbung betrachtet wird klar, dass Werbung überall im Alltag präsent ist. (vgl. Stiftung Medienpädagogik 2015, S.6)

Werbung hat das Ziel, Konsumwünsche zu erschaffen und das Interesse an einem Produkt durch dessen Bekanntheit zu steigern. Hierbei stehen auch schon Kinder im Fokus der Marketingstrategien. (vgl. ebd., S.6-7) Für Kinder ist es noch schwerer als für Erwachsene zu durchschauen, dass Werbung immer ein bestimmtes Ziel verfolgt und die dargestellten Welten häufig realitätsfern sind. (vgl. ebd., S.8) Dies zu erkennen gelingt ihnen aber allmählich im Grundschulalter und deshalb ist es wichtig Konsumwünsche der Kinder ernst zu nehmen und sie über Werbung aufzuklären, um ihnen einen kritischen Zugang zu ermöglichen. Hierzu können Sie mit Ihren Schüler*innen sprechen, woran man Werbung erkennen kann, ob alles der Realität entspricht, was man in der Werbung zu sehen bekommt oder warum Werbung lustig und farbenfroh aufgebaut ist. (vgl. ebd., S.10-11) Außerdem ist es wichtig, die Kinder über die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu informieren. Ihnen also zu erklären, dass Werbung nur existiert, um ein bestimmtes Produkt besser zu verkaufen. (vgl. ebd., S.12) Kindern soll bewusstwerden, welche Bedeutung ein Produkt für sie hat und aus welchem Grund sie genau dieses Produkt wollen, um reflektiert mit Werbung umgehen zu können. (vgl. ebd., S.12-13) Das Internet hat viele Wege, um Werbung zu platzieren, die man manchmal auf den ersten Blick gar nicht als solche wiedererkennt. Onlinewerbung unterscheidet sich zu analoger Werbung insofern, dass man direkt auf sie reagieren kann durch Felder, die aufgehen und auf denen „Hier Klicken“ oder ähnliches steht. Für Kinder ist es schwer solch aufgehende Felder zu umgehen oder ordentlich wieder zu schließen. Die Gefahr die dahinter steht ist, dass die angezeigte Werbung nicht altersgemäß ist oder persönliche Daten abfragt und später für andere Zwecke genutzt werden. (vgl. ebd., S.24)

Eine weitere Werbestrategie, die oft nicht als solche erkannt wird ist Merchandising. Hierbei wird die Bekanntheit einer Marke genutzt und auf ein Produkt übertragen. Dies sieht man immer wieder, wenn auf Produkten, wie z.B. Tassen, Spielsachen und Sonstigem aktuelle Filmhelden oder andere berühmte Figuren zu sehen sind. Man sollte die Kinder darauf aufmerksam machen, dass auch dies eine Werbestrategie zur Vermarktung der Produkte ist. Sie könnten mit den Kindern im Bezug darauf auch vergleichen, ob das Markenprodukt sich in der Qualität zu anderen Produkten unterscheidet und die Schüler*innen auf den Preisunterschied aufmerksam machen. (vgl. ebd., S.30-31)

Was ist ein Influencer?

Das Wort Influencer leitet sich von dem englischen Verb „to influence“ – jemanden beeinflussen ab. Kinder und Jugendliche (und natürlich auch Erwachsene) können den sogenannten Influencern in sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Instagram, Youtube und Facebook, folgen.

Die Arbeit der Influencer beschäftigt sich damit, ihr Leben zu einem Großteil öffentlich zur Schau zu stellen und ihre Follower überall mithinzunehmen. Die Ausschnitte ihres Lebens sind vorwiegend inszeniert und nur für das perfekte Foto erschaffen worden. Die Inszenierung einer solchen Situation nennt man „Plandid“. Damit ist gemeint, dass das Foto sorgfältig geplant ist, die Wirkung jedoch eine andere ist. Das sind in der Regel alltägliche Dinge, wie ein Foto vom Essen im Restaurant oder ein spontanes Selfie im Auto. Wer in der heutigen Zeit berühmt ist, entscheidet sich durch die Anzahl der Follower und ist somit die neue Währung. (vgl. Einhorn Solutions GmbH 2018)

Was steckt hinter dem Trend „plandid“?

Das Wort „plandid“ setzt sich aus den Worten „planned“ also geplant und „candid“ aufrichtig oder ehrlich zusammen. Fotos mit diesem Prinzip sind ohne Frage gestellt, sollen aber möglichst natürlich wirken. Dabei geht es darum, für ein Foto zu posieren, dabei aber den Anschein zu erwecken, als hätte man überhaupt nicht registriert fotografiert zu werden. Somit wird dem Zuschauer beigebracht, Influencer werden ganz zufällig im richtigen Moment aufgenommen. (vgl. Süddeutsche Zeitung GmbH 2018) Bezogen auf das Vorhaben der Schüler*innen soll der Gegenstand so platziert werden, als würde er ganz zufällig dort stehen und nicht beworben werden. Als Beispiel dient die vorgefertigte Instagram Seite.

Sprachrohr der Firmen

Der Berufswunsch YouTuber ist in der heutigen Zeit unter Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Besonders Firmen und Unternehmen sind auf diesen Zweig aufmerksam geworden. Es lässt sich sagen, dass der Bereich des Influencer-Marketings mittlerweile als eigenes Berufsfeld bezeichnet werden kann. Für viele Internetstars hat die Arbeit als Hobby angefangen und lässt sie inzwischen davon teilweise oder ganz leben. Begonnen hat alles damit, dass Influencer ihre Lieblingsprodukte und ihren Lebensstil in den sozialen Netzwerken geteilt haben. Mittlerweile haben Unternehmen und Firmen ein Auge darauf geworfen und bieten den Influencern viel Geld um für ihre Produkte zu werben. Die Produkte werden dann über die verschiedenen Kanäle vermarktet, wie beispielsweise in Beauty Blogs. Besonders interessant ist hierbei die zielgruppenorientierte Reichweite. Dadurch werden Influencer besonders für Unternehmen interessant. Die beliebtesten Influencer Deutschlands haben mehrere Millionen Follower. In der Zwischenzeit gibt es darüber hinaus Vermittlungsagenturen, die passende Influencer für das jeweilige Unternehmen finden.

Durch die scheinbare Nähe, die die Influencer zu ihren Followern erzeugen, haben ihre Posts oftmals eine bestimmte Wirkung. Es entsteht ein vertrautes Verhältnis zwischen den Influencern und ihren Followern. Dadurch nimmt der Follower die Empfehlungen seines Influencers an und lässt sich für dessen Produkte anlocken. (vgl. Landesmedienzentrum Baden-Württemberg 2018) Instagram hat auch auf die neuen Datenschutzerklärungen reagiert und die Vorgaben verschärft. Werbung oder Produktplatzierung auf Fotos oder in Videos muss ausreichend gekennzeichnet sein. Deshalb sollten sich Instagram User gründlich informieren, sodass Ihnen keine rechtlichen Folgen drohen. (vgl. WILDE BEUGER SOLMECKE 2018)

Topverdiener unter den Influencern

Zu den Topverdienern unter den Influencern in Deutschland zählt auf jeden Fall Bibisbeautypalace. Die 25-Jährige Influencerin verdient pro Post etwa 22.500€ und besitzt 5,4 Millionen Instagram-Abonnenten.

Ein weiteres wichtiges Kriterium, durch welches Influencer entstehen können, ist andauernde Medienpräsens. Als aktuellstes Beispiel dient die Fußball WM 2018. Deutschlands Nationalelf gehörte zu den kostbarsten Instagramern. Mesut Özil und Toni Kroos haben mit 13,8 Millionen Followern eine wahnsinnige Reichweite und verdienen etwa 81.000€ pro hochgeladenem Foto. (vgl. Vertical Media GmbH 2018)

Quellenangabe

Einhorn Solutions GmbH (Hrsg.) (2018): http://www.codingkids.de/wissen/was-bitteschoen-sind-eigentlich-diese-influencer

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.) (2018): https://www.lmz-bw.de/medienbildung/jugendmedienschutz/einkaufen-werbung/influencer-lang-unerkanntes-werbepotenzial.html

Stiftung Medienpädagogik Bayern (Hrsg.) (2015): Kinder und Werbung: Tipps für die Medienerziehung. München

Süddeutsche Zeitung GmbH (Hrsg.) (2018): https://www.jetzt.de/digital/neuer-instagram-trend-plandid

Vertical Media GmbH (Hrsg.) (2018): https://www.gruenderszene.de/allgemein/influencer-geld-post

WILDE BEUGER SOLMECKE (Hrsg.) (2018): https://www.wbs-law.de/internetrecht/influencer-marketing-und-schleichwerbung-wann-wie-und-wo-muss-man-kennzeichnen-73891/

Handreichung


Strukturskizze 1


AB Fragebogen










































Erstelle deine eigene Instagram Seite

Vorgehensweise

Erstellen einer analogen Instagram Seite


  1. Entweder stellt die Lehrkraft verschiedene Produkte zur Verfügung oder Schüler*innen wählen in der Kleingruppe ein Produkt aus.
  2. Aufgabe: Macht in der Gruppe ein Foto, auf dem ihr euer Produkt in Szene setzt. Hinweis: Das Foto soll in einer Alltagssituation dargestellt werden.
  3. Zu beachten: Werbung muss auf dem Foto markiert werden und Gesichter dürfen auf den Fotos aus Datenschutzgründen nicht identifizierbar sein.
  4. Schüler*innen denken sich passend zum Produkt einen Slogan aus.
  5. Jede Gruppe sucht sich einen Gruppennamen.
  6. Lehrkraft druckt die Fotos bis zur nächsten Stunde aus.
  7. Jede Gruppe erstellt auf einem Plakat ihre eigene Instagram-Seite und klebt ihr Foto auf.
  8. Alle Schüler*innen bekommen Klebezettel, mit denen sie ihre Likes verteilen können.
  9. Schüler*innen können auf Zetteln ihre Kommentare zu den Fotos der anderen Gruppen schreiben und darunter kleben, ob positiv oder negativ. Hinweis: Wie findet ihr das Produkt? Wie wirkt es auf euch? Spricht es euch an?
  10. Gemeinsames Abschlussplakat: Kaufempfehlung für das Produkt? Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Anschließend Reflexion über Erfahrungen. Reflexionsfragen bei Bedarf.


Reflexionsfragen

1. Wie fühlt man sich, wenn man positive oder negative Kommentare bekommt?

2. Wie hoch ist der Zeitaufwand um ein Foto zu bewerten?

3. Selbstdarstellung: wieviel musst du von dir Preis geben?

4. Was muss man tun um seine Follower nicht zu verlieren?

5. Würdest du auch ein Bild posten, dass dir nicht gefällt nur um Geld zu verdienen?

Strukturskizze 2


















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