Prachtschmerle (Chromobotia macracanthus)

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Klasse Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse Neuflosser (Neopterygii)
Überordnung Ostariophysi
Ordnung Karpfenartige (Cypriniformes)
Familie Prachtschmerlen (Botiidae)
Gattung Chromobotia
Wassertemperatur 23-28°C
Wasserhärte 2-15°dGH (weich bis mittelhart)
pH-Werttoleranz 5-7,5 (leicht sauer bis neutral)


Beschreibung

Die Prachtschmerle wird auch Langdorngrundel genannt (auch: Botia macracantha) und ist in Bächen, Seen sowie langsam strömenden Flüssen von Indonesien, Borneo und Sumatra zu finden. Sie erreicht eine Länge von bis zu 30 cm.

Ihre orangene Grundfärbung wird von drei senkrechten schwarzen Streifen durchdrungen. Der Körper ist gebogen, länglich und wirkt zylindrisch. Er ist mit sehr kleinen Schuppen bedeckt, die mit Schleimdrüsen versehen sind und eine Schleimschicht bilden. Diese Schleimschicht dient zum Schutz vor Krankheitserregern und vor Verletzungen der empfindlichen Haut. Der vordere Teil des Körpers ist leicht abgeflacht. Die Grundfarbe ist orange bis gelblich (teilweise rotgold schimmernd). Die Brust-, Bauch- und Schwanzflosse sind rot bis orangefarben. Sie besitzt eine schwarze, hell eingesäumte Rücken- und Afterflosse. Die Flossen sind insgesamt relativ klein. Am Maul, das unterständig ist, befinden sich Bartelhaare zum Gründeln. Diese bilden die Sinnesorgane. Die Schwanzflosse ist gespalten. Der Kopf ist voluminös und mit großen Augen versehen.

Zur Verteidigung vor Feinden besitzt sie einen großen Dorn unterhalb des Auges. Diesen richtet sie auf, wenn sie gefangen wird und sticht damit den Feind. Falls die Prachtschmerle in die Speiseröhre gelangt, fährt sie dort den Stachel aus, meist stirbt dabei der Jäger.

Geschlechtsunterschiede sind kaum zu erkennen. Die Weibchen sind etwas schwerer und voller. Bei den Männchen ist die Innenlinie der Schwanzflosse leicht gekrümmt. Zur Fortpflanzung der Prachtschmerle liegen keine genauen Informationen vor.

Gewöhnlich gräbt sie ich im Substrat (Bodengrund) ein und bleibt tagsüber dort versteckt, da sie Nacht- bzw Dämmerungsaktiv ist (frisst nachts). Sie kann Luftsauerstoff atmen, dazu schwimmt sie an die Oberfläche und nimmt Sauerstoff auf. Außerdem stößt sie bei Bedrohung einen Knacklaut aus.

Die Prachtschmerle ernährt sich von Trocken-, Frost- und Lebendfutter und gilt daher als Allesfresser (omnivor). Im Aquarium bevorzugt sie vor allem den Bodenbereich. Hierbei wühlt und gründelt sie den Boden ab. Ab und zu ist sie auch im mittleren Bereich zu sehen. Da Prachtschmerlen nachtaktiv sind, ist eine dichte Bepflanzung mit vielen Versteckmöglichkeiten und wenig Licht von Nöten. Das Becken sollte mindestens 120 cm lang sein. Damit beim Gründeln die Barteln nicht beschädigt werden, sollte der Boden mit weichem Sand und eventuell Mulm bedeckt sein. Die Haltung im Schwarzwasserbecken (enthält gelöste Humusstoffe) wird empfohlen. Sie gilt als Freilaicher und laicht in fließenden Gewässern. Da sie als geselliger Schwarmfisch gilt, wird die Haltung ab 6 Fischen empfohlen.

Durch ihr friedliches Verhalten lässt sie sich gut mit anderen Fischen vergesellschaften. Allerdings sollten hierfür keine kleinwüchsigen Arten gewählt werden. Die Besonderheit dieser Art ist, dass Jungtiere dazu neigen, sich einsam zu fühlen. Auch ist darauf zu achten, dass Prachtschmerlen gegenüber Artgenossen teilweise unverträglich und aggressiv sind.

In ihrer Heimat gilt die Prachtschmerle als Speisefisch.


Literatur

  • Baensch, Ulrich (1987): Bunte Zierfischwelt. Melle: Tetra Verlag; S. 119
  • Braum, Erich (1972): Aquarienfische. Stuttgart: Belser Verlag; S. 137-138
  • Mariani, Mauro (2005): Fische im Aquarium. Arten, Pflege, Ernährung, Fortpflanzung Kalt-, Warm- und Salzwasserbecken. Klagenfurt: Kaiser Verlag; S. 162
  • Meyer, Rolf (2000): Lexikon Süßwasseraquarienfische. Augsburg: Weltbild Verlag; S. 70-72
  • Mills, Dick (41995): Aquarienfische. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag; S. 178
  • Schliewen, Ulrich (2001): Wasserwelt Aquarium. 300 Süßwasserfische und Pflanzen in Gesellschafts-, Art- und Biotopaquarien. Bindlach: Gondrom Verlag: S. 91
  • Schmitz, Siegfried (81999): Aquarienfische. Merkmale, Pflege, Haltung wichtiger Süßwasserarten. München: BLV; S. 110
  • Sterba, Günther (1959): Süßwasserfische aus aller Welt. Berchtesgaden: Zimmer & Herzog; S. 252


weiterführende Links