Siamesische Saugschmerle (Gyrinocheilus aymonieri)

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Klasse Strahlenflosser (Actinopterygia)
Unterklasse Neuflosser (Neopterygii)
Überordnung Ostariophysi
Ordnung Karpfenartige (Cypriniformes)
Familie Saugschmerlenartige (Gyrinocheilidae)
Gattung Saugschmerlen (Gyrinocheilus)
Wassertemperatur 22-28°C
Wasserhärte 4-30°dGH (weich bis hart)
pH-Werttoleranz 6-8 (leicht sauer bis leicht alkalisch)


Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Siamesische Saugschmerle ist in Südostasien beheimatet. Dort ist sie vor allem in schnell fließenden, aber auch in langsam fließende Bächen zu finden. Sie erreicht eine Größe von 15-25 cm und ernährt sich ausschließlich herbivor (Pflanzenfresser). Vor allem Algen und Salat stehen auf ihrem Speiseplan. Da diese als schwer verdaulich gelten, ist das Verdauungssystem der Siamesischen Saugschmerle sehr lang (etwa das 14-fache der Körperlänge).

Sie besitzt eine braune Grundfarbe. Die Ränder der Schuppen sind dunkel gefärbt. Ein dunkles Längsband zieht sich vom Kopf bis zum Schwanz. Der Körper ist mit einem aus dunklen Flecken bestehenden Zackenmuster versehen und hat eine elliptische und rundliche Form. Der Bauch ist silber gefärbt. Sie hat keine Barteln und eine sehr kleine Schwimmblase. Das Saugmaul ist unterständig (kaulquappenartig). Mit diesem raspelt sie Algen von Blättern oder Wurzeln ab. Da sie durch das Maul nicht atmet, besitzt sie ein besonderes Atmungssystem. Das Saugorgan hierfür ist eine Atemöffnung, die über dem Kiemendeckel sitzt. Durch diese Öffnung fließt das Atemwasser hinein, läuft über die Kiemen und im unteren Teil der Kiemenöffnung aus. Diese spezielle Atmung ermöglicht der Siamesischen Saugschmerle gleichzeitiges Fressen und Auspumpen des Atemwassers.

Die Männchen haben kleine Knötchen am Kopf, die Weibchen eine rundlichere Gestalt.

Die Siamesische Saugschmerle verhält sich revierbildend und verteidigt diese. Jungtiere sind sehr friedlich, wohingegen sie im Alter dazu neigen aggressiv zu werden.

Sie gilt als ovipar (eierlegend), daher legt sie zur Vermehrung Eier in eine Grube, die zuvor ausgehoben wurde (Nestbauer). Sie gilt als Bruthüter. Hierbei steht das Bewachen und Säubern der Eier und Jungtiere im Vordergrund.

Im Aquarium hält sie sich kaum im freien Wasser auf und ist hier vor allem am Boden zu finden. Eine Beckenlänge von mindestens 100 cm und ausreichend Versteckmöglichkeiten sind erforderlich. Zur Vergesellschaftung eignen sich keine Fische, deren Körper eine große Fläche bieten (Bsp: Diskus). Hierbei ist die Gefahr zu groß, dass sie von der Siamesischen Saugschmerle angesaugt und versehentlich verletzt werden.


Videos

http://youtu.be/mUZNKfE1xpw http://youtu.be/Vl28UuKyKUg


Literatur

  • Braum, Erich (1972): Aquarienfische. Stuttgart: Belser Verlag; S. 171
  • Gilbert, John und Legge , Raymond (21972): Das große Aquarienbuch. Stuttgart: Eugen Ulmer; S. 218
  • Hunnam, Peter, u.a. (1997): Lebensraum Aquarium. Ein Handbuch der Süß- und Seewasseraquaristik. Augsburg: Weltbild Verlag; S. 89
  • Meyer, Rolf (2000): Lexikon Süßwasseraquarienfische. Augsburg: Weltbild Verlag; S. 147-148
  • Mills, Dick (41995): Aquarienfische. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag; S. 185
  • Schliewen, Ulrich (2001): Wasserwelt Aquarium. 300 Süßwasserfische und Pflanzen in Gesellschafts-, Art- und Biotopaquarien. Bindlach: Gondrom Verlag: S. 91


Weiterführende Links