Grüne Riesengespenstschrecke (Heteropteryx dilatata)

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weibchen
Männchen und Weibchen
Männchen


Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Gespenstschrecken (Phasmatodea)
Familie Heteropterygidae
Gattung Heteropteryx
Temperatur 23-28°C (tagsüber); 18-20°C (nachts)
Luftfeuchtigkeit 50-70%


Beschreibung

Die Grüne Riesengespenstschrecke wird auch Riesenblattgespenstheuschrecke, Dschungelnymphe oder Malaiische Gespenstschrecke genannt. Ihr natürlicher Lebensraum sind Bäume und Sträucher der Regenwaldgebiete von West-Malaysia, Thailand, Sumatra, Neu Guinea und Indonesien. Sie ernährt sich ausschließlich herbivor (Pflanzenfresser). Blätter verschiedender Sträucher, hierbei vor allem Brombeer- und Eichenblätter, stehen auf ihrem Speiseplan.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich nach der letzten Häutung sehr stark voneinander (Geschlechtsdimorphismus). Die Weibchen erreichen eine Größe zwischen 14 und 17 cm, wohingegen die Männchen nur 9 bis 12 cm lang werden. Die Weibchen besitzen einen platten, breiten und großen Körper, der vom Aufbau her einem Blatt sehr ähnlich sieht. Dieser ist mit kleinen gelb-grünlichen Stacheln versehen. Die Grundfarbe des Körpers ist grün, die Unterseite besitzt einen leicht bläulichen Glanz. Teilweise ist der Körper mit einem marmorartigen Muster versehen. Sie besitzt dicke sattgrüne und große Vorderflügel, die leicht verstummelt aussehen. Darunter liegen ihre transparenten Hinterflügel, die teilweise rosa schimmern. Die Flügel dienen weder zur Lauterzeugung, noch zum fliegen, sondern lediglich der Abschreckung von Feinden. An den Hinterbeinen befinden sich relativ dicke Dornen. Der Hinterleib ist mit einem Legestachel, der zum Legen der Eier dient, ausgestattet. Die Weibchen der Grünen Riesengespenstschrecke zählen zu den schwersten Insekten der Welt. Die Männchen besitzen eine braune Grundfarbe und einen zierlichen und stabförmigen Körperbau. Ihre Flügel sind voll entwickelt und funktionsfähig, sie können damit also fliegen. Die Innenseite der Flügel ist rot bis braun gefärbt und teilweise mit einem violetten Schimmer überzogen. Sie reichen beim Männchen bis zum Körperende und sind nicht nur ansatzweise vorhanden, wie die des Weibchens. Männchen besitzen lange Antennen. Farbvariationen sind beim Weibchen, als auch beim Männchen möglich.

Nach der letzten (fünfte) Häutung, die zum Erwachsensein führt, sind Grüne Riesengespenstschrecken paarungsfähig. Zur Paarung steigt das Männchen auf das Weibchen und der Fortpflanzungsakt beginnt. Ein paar Tage später legt das Weibchen die Eier in ein Loch im Boden, das sie zuvor mit ihrem Legestachel gebohrt hat. Die Eier werden einzeln gelegt (alle 2-3 Tage ein Ei). Die Eier sind ungefähr 10 mm groß und besitzen eine ovale Form. Sie sind grau oder braun, bis hin zu schwarz gefärbt und oft mit einem Muster versehen. Die Jungtiere (Larven) schlüpfen nach 8 bis 12 Monaten und sind alle braun gefärbt. Die Weibchen lassen sich lediglich durch den ansatzweise vorhandenen Legestachel erkennen. Die Larven finden sich zum Schlafen zusammen und bilden Schlafgemeinschaften.

Das Terrarium für Grüne Gespenstheuschrecken sollte hoch sein. Als Bodengrund eignen sich Sand, lockere Erde oder ein Gemisch aus beidem. Moos ist ebenfalls geeignet, da es die Luftfeuchtigkeit sehr gut speichert. Das Terrarium sollte mit Ästen zum Klettern, als auch mit Versteckmöglichkeiten ausgestattet sein. Um die Luftfeuchtigkeit zu halten, sollte es mindestens einmal am Tag mit Wasser eingesprüht werden und eine Schale, die mit Wasser gefüllt ist sollte auf dem Boden stehen. Zusätzliche Lampen sind nicht nötig, wenn die Tiere genug Tageslicht abbekommen. Um die Temperatur im Terrarium zu halten, können Lampen allerdings ergänzt werden.

Die Grüne Gespenstheuschrecke ist nachtaktiv. Nach der Häutung fressen die Tiere Teile der Häute auf.


Literatur

  • Schmidt, Wolfgang und Henkel, Friedrich Wilhelm (1998): Terrarientiere. Stuttgart: Ulmer


weiterführende Links