Panama Papers

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Panama Papers ist der Sammelname für Unterlagen des Finanzdienstleisters Mossack FonsecaWikipedia-logo.png, die ein Whistleblower der Süddeutschen Zeitung zugespielt hat, um die Aufdeckung von Steuerbetrug und Geldwäschedelikten zu erreichen.[1] Das Datenleck ist mit 2,6 Terabyte das größte öffentlich bekannt gewordene. Es wurde am 3.4.2016 bekannt gemacht und wurde von einer Gruppe von mehreren hundert Journalisten ausgewertet. Diese Enthüllungen haben viele öffentliche Diskussionen über Steueroasen und Briefkastenfirmen ausgelöst.

Inhaltsverzeichnis

Einzelnachrichten

Ausschussmitgliederliste gebilligt 23.6.16
"Auf dem Höhepunkt der Panama-Enthüllungen hatte Finanzminister Schäuble versprochen, die Briefkasten-Affäre der staatlichen Bundesdruckerei aufzuklären. Doch daraus wird wohl nichts."
"Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und sein Staatssekretär Werner Gatzer haben nach SPIEGEL-Informationen jahrelang den Kontakt mit einem Whistleblower verweigert. Der Mann hatte über dubiose Geschäfte einer Briefkastenfirma in Panama auspacken wollen. Die dem Finanzministerium unterstellte Bundesdruckerei hatte diese Firma benutzt, um Geschäfte in Venezuela zu machen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)
Weder Schäuble, der zurzeit gegen Offshore-Firmen Front macht, noch Gatzer, der im Aufsichtsrat des Staatskonzerns sitzt, reagierten jahrelang auf das Angebot des Insiders, der sie persönlich angeschrieben hatte. Gegründet wurde die von der Bundesdruckerei benutzte Briefkastenfirma Billingsley Global Corporation bei jener Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, die jetzt im Zentrum der Panama Papers steht."
"Die "Süddeutsche Zeitung" wird ihre Quelle für die sogenannten Panama Papers "nahezu um jeden Preis" schützen. Dies sei eine der Bedingungen für die Übergabe der Daten an sein Blatt gewesen, sagte "SZ"-Chefredakteur Wolfgang Krach am Donnerstag in der ZDF-Sendung Maybrit Illner. Hinzu komme, dass die Quelle in den zurückliegenden Tagen signalisiert habe, sie befinde sich in Lebensgefahr."
"In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viele Daten auf einmal gesehen", sagt Mar Cabra, Datenchefin beim ICIJ. Sie hat schon Daten vieler Leaks bewältigt: OffshoreLeaks, LuxLeaks, Swissleaks. Aber: "Kein Journalist hatte jemals mit so einem Leak wie diesem zu tun", sagt sie. Die Menge der Daten, die unterschiedlichen Formate und Versionen der Dateien, von 1977 bis heute, sie bringen die Dateneinheit des ICIJ an ihre Grenzen. Lange arbeiten die Programmierer daran, dass Hunderte Journalisten weltweit gleichzeitig in einer sicheren und robusten Cloud Suchanfragen starten können.
Denn einige der Kollegen suchen inzwischen Tag und Nacht nach Namen aus ihrem Land. "Ich könnte 24 Stunden am Tag damit verbringen, in den Daten zu suchen", sagt Jóhannes Kristjánsson, Fernsehreporter aus Island, "ich finde immer etwas Neues". Kristjánsson hat schon viele wichtige Personen aus seinem kleinen Land in den Daten gefunden: den Premierminister, den Finanzminister, den Innenminister, den Geschäftsführer der Regierungspartei, Bankenmanager, schließlich den früheren Regierungschef und noch viele mehr. Angeblich kennt jeder jeden auf Island. Sogar Freunde hat Kristjánsson in dem Leak gefunden. Auch deshalb trägt er schwer an seinem Scoop. Denn nur er weiß, wie viele Isländer ihre Finanzen durch Offshore-Konstrukte verschleiern. "Das ist die größte Geschichte meines Lebens. Ich frage mich, was passieren wird auf Island, wenn das alles rauskommt", sagt Kristjánsson.
Im Senegal stellt sich diese Frage dagegen wohl kaum jemand mehr. Hamadou Tidiane Sy und Momar Niang, zwei investigative Reporter, versuchen unter den Bedingungen ihres Landes zu recherchieren und sich Gehör zu verschaffen. Hamadou arbeitet für das Online-Magazin Ouestaf.com. Viele im Senegal haben aber keinen Internetanschluss - und fast 50 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten. Auch Sy und Niang recherchieren Fälle aus den PanamaPapers. Das ICIJ hat viele afrikanische Kollegen an Bord geholt. Sie haben viel zu tun. Denn auch in Afrika hat Mossack Fonseca seine Spuren hinterlassen - in Nigeria, Guinea, Kenia, Südafrika."
"Islands Regierungschef tritt zurück, Steuerfahnder leiten international Ermittlungen ein, und Vertraute von Marine Le Pen geraten in Bedrängnis."
"Erste Reaktionen auf die Panama Papers: Ermittlungen sind eingeleitet, die Firma Mossack Fonseca wehrt sich gegen die Vorwürfe. Enthüllungen betreffen Hunderte Politiker."
    • Die Nachrichten mit zwei Sternchen am Schluss der Zeile trennen Nachricht und Meinung unzureichend.

Meinung und Diskussion

"Die Inszenierung übertrumpft die Inhalte: Die Panama Papers zeigen, wie sich die Bedeutung von Leaks verändert hat. Jeder liest darin, was er eh schon immer geglaubt hat."

Zur Behandlung im Unterricht

  • Was für Hinweise gibt es darauf, dass dieser Datenleak erfolgreicher sein wird als der von Edward Snowden?
  • Welche Gründe sprechen dagegen?
Berücksichtigen Sie dabei für beide Fälle, wer durch die Hinweise in Verdacht gerät, illegale Handlungen begangen zu haben, und wer ein Interesse daran hat, dass die Taten nicht verfolgt werden.
  • Weshalb sind Briefkastenfirmen für Terroristen und Mafia besonders wichtig?
  • Versuchen Sie festzustellen, welches Thema gegenwärtig bei Facebook und Twitter häufiger behandelt wird: Flüchtlingskrise in Europa ab 2015, Eurokrise, BrexitWikipedia-logo.png, Ausspähung durch die Geheimdienste und Panama Papers. Geben Sie eine Prognose ab, wie die Reihenfolge der Häufigkeit in einem Monat sein wird. Verfolgen Sie mit, wie sich die Präsenz der Themen in den Medien entwickelt.
  • Versuchen Sie festzustellen, welche Rolle Briefkastenfirmen im Leben von Nico RosbergWikipedia-logo.png und Dmitri RybolowlewWikipedia-logo.png gespielt haben. (Hilfe: Dazu stehen Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 6.5.2016 im Internet.)

Anmerkungen

  1. Süddeutsche Zeitung: Das sind die Panama Papers

Linkliste