Messung

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Bereitet die Vorstellung, dass ein "Teilchen" an verschiedenen Orten gleichzeitig vorhanden ist, vielleicht noch nicht so viele Probleme, so erscheint es hingegen subtil, dass mit einer Messung aus einer Menge von Möglichkeiten eines Teilchenortes eine ausgewürfelt werden soll und das Teilchen an einem weitgehend exakten Ort erscheint. Wie kann es zu der Erscheinung eines Photons beim Doppelspaltexperiment als ein geschwärzter oder leuchtender Punkt auf einem Schirm kommen, wenn es vorher wie eine Welle an verschiedenen Orten beziehungsweise insbesondere durch beide Spalte gleichzeitig gegangen sein muss?

Die Messung stand lange außerhalb des Konzepts der Quantenmechanik und wurde als Kollaps der Wellenfunktion bezeichnet. An ihr als Schnittstelle gehen die Möglichkeiten, die die Wellenfunktion als Wahrscheinlichkeiten angibt, in die Wirklichkeit über und "Gott würfelt", wie Einstein es nannte. Dieser unstetige Übergang einer quantenmechanischen Möglichkeit in die klassische Wirklichkeit der Fakten erschien lange mysteriös. Nun, da quantenmechanische Systeme in Form von Quantencomputern oder abhörsicheren Verschlüsselungsmechanismen technisch ausgenutzt werden sollen, wird dieser Übergang der mikroskopischen quantenmechanischen in die makroskopischen klassischen Systeme näher untersucht und es zeigen sich faszinierende Aspekte einer abstrakten Wirklichkeitsauffassung, die sowohl technisch als auch auch philosophisch von Relevanz ist. Der Begriff, der das Erscheinen der klassischen Welt der Fakten aus der quantenmechanischen Welt der Möglichkeiten umschreibt, heißt Deköhärenz und hängt eng mit einem weiteren Begriff zusammen, dessen Deutung in der klassischen Welt ebenso mysteriös bleibt, der Entropie.

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