Quecksilber

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Quecksilber ist ein silber-glänzendes Metall.

Quecksilber

Der Name Quecksilber kommt vom althochdeutschen („quecsilbar“) und bedeutet „lebendiges Silber“.

Das Formelzeichen Hg bekam das Quecksilber im 1. Jahrhundert von dem griechischen Arzt Pedanios Dioscurides. Dieses ist eine Abkürzung des Wortes „Hydrargyrum“, welches aus den beiden Wörtern „Hydor“ (= Wasser) und „Argyros“ (= Silber) besteht und „flüssiges Silber“ bedeutet.


Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Quecksilber hat die Ordnungszahl 80 und eine Atommasse von 200,59 u.

Der Siedepunkt dieses chemischen Elements liegt schon bei 356,58 °C. Bereits bei Zimmertemperatur verdampft Quecksilber, was gefährlich ist, da diese Dämpfe sehr giftig sind. Es ist außerdem das einzige Metall, welches sich bei Zimmertemperatur im flüssigen Zustand befindet - mit einer Dichte von 13,546 g/cm³ eine schwere Flüssigkeit. So kann man sogar eine Eisenkugel im Quecksilber schwimmen lassen.

Die Oberflächenspannung ist etwa 6 mal größer, als die von Wasser und benetzt viele andere Stoffe nicht. Deswegen bilden sich Kügelchen, wenn es ausläuft. In einem Glasrohr tritt folgender Effekt auf:

BenetzbarkeitHg.jpg

Glas wird von Wasser benetzt, von Quecksilber jedoch nicht.

Bei 38,89° C wird aus dem flüssigen Quecksilber ein weiches und gut dehnbares Metall.

In flüssiger oder fester Form des Quecksilbers besteht wegen der Giftigkeit kaum ein Grund zur Sorge. Jedoch können Hg-Verbindungen - sog. Amalgame - giftig sein.

Vorkommen und Gewinnung

Zinnober

Quecksilber ist ein seltenes Element, lässt sich in minimalen Mengen aber überall auf der Welt finden (z. B. im Meer, in Vulkanen). Am häufigsten kommt Quecksilber in Form von rötlichem Gestein - dem Zinnober (HgS) - vor. Sehr selten findet man jedoch auch kleine Quecksilbertropfen im Gestein.

Durch Erhitzen (auf über 400° C) des sog. Zinnobers in Schachtöfen entsteht unter Luftzufuhr Quecksilber und Schwefeloxid.

Lässt man also Quecksilbersulfid (HgS) mit Sauerstoff reagieren, bekommt man reines Quecksilber:

(Reaktionsformel folgt)


Vorkommen des Zinnobers:

  • Spanien (z. B. Nähe von Almaden: bedeutendste Lagerstätte der Welt)
  • Italien
  • Kanada
  • USA
  • Mexiko
  • Russland

Verwendung

  • Technik
- Thermometer (fast nur noch in der Wissenschaft)
-> Da es Glas nicht benetzt und sich zwischen 0°C und 100° C direkt proportional zur Temperatur ausdehnt
- Mano-/Barometer
Hg-Barometer.gif
- Quecksilberdampflampen
-> Niederdruck- (z. B. Schwarzlichtlampen), Mitteldruck- (z. B. zur Aushärtung von UV-härtbaren Farben, Klebstoffen, Lacken usw.) und Hochdrucklampen (z. B. Straßenbeleuchtung)
- Batterien/Knopfzellen
-> Quecksilber(II)-oxid (Kathode)
- Elektrolyse
-> Zur Herstellung von Erdalkalimetallen
  • Medizin:
- Zahnmedizin (Amalgamfüllungen)
-> wegen leichter Verarbeitung und großer Widerstandsfähigkeit
  • Sonstiges
- Goldwäsche
-> Goldstaub wird durch Quecksilber gelöst. Ein Amalgam entsteht, welches später durch Erhitzen aufgebrochen wird.

Aufgrund der zahlreichen Vergiftungen durch Quecksilber und der recht problematischen Entsorgung, ist es in einigen Bereichen (z. B. Spritzmittel in der Landwirtschaft seit 1984, Schalter mit Quecksilber als Kontaktwerkstoff seit 2005) verboten.

Ab April 2009 dürfen quecksilberhaltige Fieberthermometer, Barometer und Blutdruckmessgeräte in der EU nicht mehr produziert und verkauft werden.

Quecksilber im Alltag, heute und damals

  • Anorganisch

Quecksilber gelangt - in Form von Quecksilbersalzen - in unseren Körper in geringen Mengen durch die Aufnahme von Pflanzen, jedoch ist hier der Hg-Gehalt sehr gering. Eine höhere Dosis dieser anorganischen Verbindungen, kann sogar zum Tod führen und so wurden diese früher von Mördern und auch Selbstmördern benutzt.

  • Organisch

Durch die Aufnahme von Fisch gelangen jedoch wesentlich höhere Mengen an Quecksilber in unseren Körper, da organische Quecksilberverbindungen - wie sie im Fisch enthalten sind - vom Körper fast vollständig aufgenommen werden. Durch diese organischen Quecksilberverbindungen, kam es 1952 in Japan zu der Kathastrophe, bei der 52 Menschen an Fischvergiftungen - durch eine sehr hohe Konzentration an Quecksilber - starben.

  • Metallisch

Das metallische Quecksilber wird vom Körper kaum aufgenommen und ist deswegen relativ ungiftig. Das ständige Einatmen von Hg-Dämpfen, ist aber durchaus giftig und kann zu großen gesundheitlichen Problemen führen (z. B.: Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen und Nervensystemschädigungen). Falls Quecksilber ausläuft, kann man es mit Schwefel oder Aktivkohle binden. Diese Verbindungen sind ungiftig.

In allen drei Formen wurde das Quecksilber früher als Heilmittel verwendet, wodurch es zu vielen Vergiftungen kam.

Wissenstest

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1. Fülle die Lücken!

Das Formelzeichen Hg steht für .
Besonders gefährlich ist Quecksilber, da es schon bei verdampft und diese Dämpfe besonders giftig sind.
Das feste Quecksilber ist sehr und dehnbar.
Das rote Gestein, in dem Quecksilber mit Schwefel verbunden ist, heißt Cinnabarit oder auch genannt.
Für Thermometer wurde Quecksilber gerne hergenommen, das es nicht benetzt und sich zwischen 0° und 100° proportional zur ausdehnt.
In der Zahnmedizin verwendet man sog. .
Wegen seiner wurde Quecksilber jedoch in vielen Bereichen verboten.
Früher wurde es jedoch sogar sehr häufig als verwendet.
Für die Katastrophe 1952 in Japan war das Quecksilber verantwortlich, welches in einer zu hohen Konzentration von den Opfern aufgenommen wurde.
Ungiftig dagegen ist das Quecksilber beim Verschlucken und auch das Quecksilber in unserer Nahrung, da es dort in nur geringen Mengen vorhanden ist.

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Quellen

Siehe auch