Tag des digitalen Lernens - Arbeiten mit GrafStat

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Dieser Artikel erschien (in anderem Layout) in "Forum Politikunterricht", Ausgabe 1/09, S.50/51. Die Bilder wurden gegen andere ausgetauscht.

Tag des digitalen Lernens am 11. März 2009

Der Tag des digitalen Lernens wurde im letzten Jahr erstmals von verschiedenen Organisationen deutschlandweit ausgerufen. Zahlreiche Schulen haben sich daran beteiligt und mit Aktionen und Veranstaltungen Möglichkeiten des digitalen Lernens in der Schule aufgezeigt. In diesem Jahr rufen die Digitale Schule Bayern (www.digitale-schule-bayern.de), die Zentralstelle für Unterrichtsmedien (www.zum.de), die religions-pädagogische Internet-plattform rpi-virtuell (www.rpi-virtuell.net), das Portal Innovative Teachers (www.innovative-teachers.de) von Microsoft, die Initiative n21 in Niedersachsen (www.n21.de) sowie die E-lisa-academy Österreich Schulen in Deutschland und Österreich auf, sich am Tag des digitalen Lernens zu beteiligen (s. auch die Aktionsseite www.tag-des-digitalen-Lernens.de).

Banner Tag des digitalen Lernens.jpg

Bildschirmbefragung GrafStat Beispiel.jpg

Abb.1 Onlinebildschirmbefragung

Kinder und Jugendliche wachsen mit Medien auf. Aufbauend auf dieser täglichen Erfahrung soll die Schule ihnen Kenntnisse und Einsichten, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die ihnen ein sachgerechtes und selbstbestimmtes, kreatives und sozialverantwortliches Handeln in einer von Medien stark beeinflussten Welt ermöglichen. Kompetenzerwerb und Persönlichkeitsbildung müssen hier zusammentreffen, um die Fähigkeit zu einem effektiven und verantwortungsvollen Gebrauch der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auszubilden. Digitales Lernen meint dabei aber nicht den Ersatz des bisherigen lehrergestützten Frontalunterrichts durch Frontalunterricht mit Powerpoint und Laptop oder die Nutzung von Lernplattformen als Dateiablage. Es gilt vielmehr, eine neue Lehr- und Lernkultur zu schaffen. Dabei ist der Computer weniger als ein rein extrinsischer Motivationsfaktor zu verstehen, sondern es gilt, die spezifischen Möglichkeiten und Vorteile, die einzelne multimediale Arbeitsformen bieten, zu entdecken und für den eigenen Unterricht nutzbar zu machen.

Für die Gestaltung zeitgemäßer Lernformen bieten die neuen Medien vielfältige Möglichkeiten. Das ständig wachsende Offline- und Online-Angebot und die zunehmende Vernetzung im Computerbereich erlauben ein entdeckendes und strukturiertes, selbst gesteuertes und kooperatives Lernen. Besonders geeignet ist der Einsatz der neuen Medien zur Unterstüt-zung handlungs- und projektorientierter Unterrichtsformen.

Medien bieten dabei vielfältige Zugänge zu unterschiedlichen Unterrichtsthemen, auch solchen, die im realen Leben verschlossen bleiben. In einem geeigneten Lernumfeld kann der Medieneinsatz zu einem tieferen und umfassenderen Verständnis der Lerninhalte beitragen. Dies stellt auch eine Herausforderung für den Politikunterricht dar. Gerade in Wahlkampfzeiten von Landtags- und Bundestagswahlen wird besonders deutlich, dass der Bedarf an politisch-moralischer Urteilsbildung, eine der Hauptaufgaben im Politikunterricht, besonders groß ist.

Grafikauswertung GrafStat Beispiel.jpg

Über den Umgang mit dem Internet in Form von WebQuests oder Internetrecherchen und Präsentationsprogrammen zur Gewinnung, Verarbeitung und Darstellung von Informationen lernen Schülerinnen und Schüler, sich mit Sachverhalten auseinander zu setzen. Messverfahren, Evaluationen und die Interpretation von Statistiken helfen den Schülern dabei, Sachverhalte zu überprüfen, empirische Untersuchungsmethoden exemplarisch kennen zu lernen und Hypothesen auf der Basis von Daten zu überprüfen.

Dies lässt sich beispielsweise mit dem für die Schule entwickelten Programm GrafStat sehr gut umsetzen. Jugendlichen wird auf diese Weise schnell deutlich, welche Bedeutung die Frage nach der Repräsentativität von erhobenen Daten hat, und wie Hypothesen, z. B. über die Aussagen zur Verbreitung von Fremdenfeindlichkeit, in Stichproben überprüft werden können. Dabei zeigt sich die Software als besonders nutzerfreundlich. Sie unterstützt die Entwicklung und Gestaltung von Fragebögen, verarbeitet auch größere Datenmengen, hilft die Daten zu strukturieren und auszuwerten und bietet ein breites Spektrum von Möglichkeiten für die grafische Darstellung der Ergebnisse. Die Ergebnisse selbst dienen als empirische Basis, um Entscheidungen im Bereich des Urteilens und Handelns zu treffen. Damit ist GrafStat eine wichtige Handreichung für eine moderne politische Bildungsarbeit in Schule, Jugend- und Erwachsenenbildung. Handlungsorientierung, Wissenschaftlichkeit, empirische Fundierung von Themen, Einsatz Neuer Medien und forschend-entdeckendes Lernen vor Ort sind die Ziele, die das Programm unterstützt.

GrafStat ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, die neuen Medien Gewinn bringend im Politikunterricht einzusetzen. Dies zeigen zahlreiche Internetplattformen wie die bayerische Landeszentrale für politische Bildung (www.km.bayern.de/blz), das Netzwerk für politische Bildung in Bayern (www.politische-bildung-bayern.net), das Fachportal für Sozialkunde der Digitalen Schule Bayern (www.sozialkunde.digitale-schule-bayern.de) und Sowi-Online (www.sowi-online.de). Der Tag des digitalen Lernens möchte Eltern, Schüler und Lehrer dazu einladen, dieses Angebot zu nutzen. Möglichkeiten hierfür bieten sich beispielsweise auf der Aktionsseite zum Tag des digitalen Lernens der Zentralstelle für Unterrichtsmedien oder der Aktionsseite des Tags des digitalen Lernens.


Zur Person:

Alexandra Weber ist Lehrerin für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde und Redakteurin der Digitalen Schule Bayern.