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Teilung Europas und Deutschlands (1945 – 1955)

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Geschichte:   Ur- und Frühgeschichte · Antike · Mittelalter · Neuzeit: Frühe Neuzeit - 19. Jh. · 20. Jh. · 21. Jh.

Inhaltsverzeichnis

Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen

Nach dem Selbstmord Hitlers am 30. April 1945 und der Kapitulation am achten Mai hatte Deutschland gemäß der am 5. Juni festgelegten Berliner Deklaration, seine gesamte Staatssouveränität an die Allierten verloren. Ca. zwei Monate später, vom 27. Juli bis zum 2. August, hielten die USA, Großbritannien und die UdSSR in Potsdam eine Konferenz ab, in der sie sich darauf einigten, wie mit dem besiegten Deutschland umzugehen sei.

Dem sogenannten Potsdamer Abkommen trat fünf Tage nach dem Ende der Konferenz, am siebten August, unter Vorbehalten auch Frankreich bei. Das Potsdamer Abkommen besagte unter anderem, dass Deutschland in vier [esatzungszonen aufgeteilt werden müsse, die jeweils von den Militärgouverneuren der alliierten Mächte USA, Großbritannien, Frankreich und der UdSSR kommandiert würden. Auch die Hauptstadt Berlin, wurde in vier Sektoren unterteilt, so dass es keine deutsche Zentralgewalt (Fehler: SA "Zentralgewalt") mehr gab.

Festlegung der Behandlung Deutschlands

Fünf weitere Zielsetzungen wurden durch die Potsdamer Konferenz für die Behandlung Deutschlands wegweisend genannt: Demokratisierung, Entnazifizierung, Demilitarisierung, Demontage der Industrie auf ein festgelegtes Maximum und Dezentralisierung der politischen Staatsgewalt. So wollte man den ehemaligen Agressor Deutschland präventiv schwächen, um zukünftige von Deutschland ausgehende militärische Konflikte zu verhindern. Eine weitere Sanktion war außerdem, dass Deutschland alle Gebiete östlich der Oder und der Lausitzer Neiße an Polen bzw. die Sowjetunion abtreten musste und die dort ansässigen Deutschen ausgesiedelt wurden. Jede der vier Besatzungszonen war vorerst eine von den anderen Zonen isolierte wirtschaftliche Einheit.

Die bei der Potsdamer Konferenz demonstrierte Einigkeit wurde jedoch mit der Zeit immer brüchiger, da die wirtschaftlichen und weltpolitischen Gegensätze der Westmächte und der UdSSR eine geschlossene Kollaboration erschwerten. Beide Parteien sahen in den von ihnen besetzen Gebiet eine bestimmte Interessensphäre die mit dem Kapitalismus gegenüber dem Kommunismus und der freien Marktwirtschaft gegenüber der sowjetischen Planwirtschaft wohl kaum gegensätzlicher sein konnte. Schon bald wurden so erste unterschwellige Machtkämpfe zwischen den Westmächten (besonders den USA) und der UdSSR ausgetragen.

Der Bruch zwischen USA und UdSSR

Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland waren miserabel. In der direkten Nachkriegszeit war es für Deutschland unmöglich, auch nur das "Mindestmaß" der industriellen Produktivität einer "deutschen Friedenswirtschaft" zu erreichen.

Als Lösung schlugen die Amerikaner vor, die wirtschaftlichen Grenzen der einzelnen Zonen aufzuheben und propagierten einen Zonen übergreifenden Austausch von "Waren, Personen, und Ideen". Dem Plan zufolge sollten die Zonengrenzen nur die Gebiete kennzeichnen, die aus Sicherheitsgründen von verschiedenen Besatzungsmächten kontrolliert würden, und nicht als Grenze wirtschaftlicher und politischer Einheiten.

Sollte es nicht möglich sein, die vier Besatzungszonen zu einem wirtschaftlichen Kollektiv zusammenzuschließen hielt man es jedoch weiterhin für erstrebenswert, eine "größtmögliche Vereinigung zu sichern".

Am ersten Januar 1947 wurde der Plan des wirtschaftlichen Zusammenschlusses der britischen und amerikanischen Zone zu einer ökonomischen Einheit, der Bizone, in die Tat umgesetzt.

Am 8. April 1948 wurde auch die von den Franzosen kontrollierte Zone angeschlossen. Der französische Beitritt wurde mit dieser großen Zeitverzögerung umgesetzt, da sich die französische Regierung erst gegen eine deutsche Zentralgewalt (Fehler: Sa) stellte. Dies konnte jedoch nicht die USA und Großbritannien vom [wirtschaftlichen] Zusammenschluss abhalten, da Hungersnöte im kalten Winter 46/47 und das eigene Interesse nach der Profitabilität der deutschen Wirtschaft zu groß waren (Fehler: Sa genauer). Die nach dem Anschluss der französischen Zone entstandene Trizone, markierte später die geographische Auslegung der Bundesrepublik Deutschland.

Aus ideologischen Gründen stand für die kommunistisch orientierte Sowjetunion ein Beitritt zur wirtschaftlichen Einheit nicht zur Diskussion.

Im Laufe der Zeit verlangten die Westmächte, Deutschland mehr politische Verantwortung zu übertragen, und sprachen sich für eine "baldige Bildung einer vorläufigen deutschen Regierung" aus.

Erste Erfolge von politischer Selbstverwaltung der Deutschen nach der Niederlage wurden in der amerikanischen Zone erzielt. Es ist den Deutschen zuerst hier erlaubt worden, unter Auflagen Parteien zu gründen und sich politisch z.B. bei der Landesverwaltung zu betätigen.

Auch die Einhaltung der "Grundsätze des Friedens" waren nach eigenen Aussagen ein weiteres amerikanisches Anliegen. Dazu gehöre z.B. auch, dass Deutschland nicht unter oder in einer ausländischen Diktatur leben müsse. Die Aussage ist eine Anspielung auf mögliche Machtansprüche der kommunistischen Sowjetunion, die ebenso wie die USA versuchten, möglichst viel Einfluss auf Deutschland zu erlangen und so den Missmut der USA auf sich zogen, die ähnliche Ziele verfolgten.

Die USA gaben vor, den Deutschen helfen und deren Leid mindern zu wollen, solange "menschliche Freiheit" und friedliche Werte geachtet würden.

Amerikanische Hilfe für Deutschland

Dieses Versprechen wurde besonders in den nächsten zwei Jahren, wenn auch nicht ganz selbstlos, eingehalten. Durch die Entstehung der Bizone konnte der Nahrungsmittelmangel der deutschen Bevölkerung vorerst gelindert werden. Der spätere Außenminister George C. Marshall arbeitete einen Plan zur wirtschaftlichen Unterstützung Westeuropas aus. Der am fünften Juni 1947 vorgestellte Marshallplan zur Unterstützung des Wiederaufbaus (European Recovery Program) sah Hilfe in Form von Krediten, Lebensmitteln und sonstigen Waren vor. Er wurde auch den unter sowjetischem Kommando stehenden östlichen Ländern offeriert, wohlwissend, dass diese das Programm unter dem Druck der Sowjetunion ablehnen würden (Fehler: SA Falsch).

Somit war der Plan ein erster Schritt der "Eindämmungspolitik" (Containment Policy) der USA gegenüber der Sowjetunion. Auch die am 20./21. Juni 1947 durchgeführte Währungsreform in den Westzonen half die deutsche Wirtschaft zu stärken.

Auf die Einführung der neuen Währung in Westberlin am 24. Juli 1947 reagierte die UdSSR mit einer Blockade Berlins (Berlin-Blockade) die vom Juni bis April 1948 anhielt. In dieser Zeit wurde Westberlin durch eine Luftbrücke per Luft von den Amerikanern mit Lebensmitteln und den wichtigsten Gütern versorgt.

Die Berlin-Blockade war durch Spannungen zwischen Ost und West ein erster Höhepunkt des Kalten Kriegs.

Mit der solidarischen Leistung des Marshallplans, der Währungsreform und der Luftbrücke bestätigen die USA, wenn auch nicht ganz uneigennützig, dem deutschen Volk helfen zu wollen.

Die mit der Zeit entstandenen wirtschaftlichen Differenzen und politischen Spannungen zwischen den Westmächten und der UdSSR führten schließlich zur Gründung zweier deutscher Staaten, der BRD und DDR.

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