Vier-Ecken-Methode zur Aktivierung von Vorwissen

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Begriffsklärung Diese Seite befasst sich mit einer Methode zur Aktivierung von Vorwissen. Um eine andere, gleichnamige Methode geht es auf der Seite Vier-Ecken-Methode zur Meinungsbildung.

Diese Vierecken-Methode eignet sich zur Aktivierung von Vorwissen.

Inhaltsverzeichnis

Grundidee

Die Schüler machen sich Gedanken zu einem Thema, zu dem sie bereits über unsystematisches Vorwissen verfügen. Sie schreiben ihr Wissen nieder und ordnen ihr Vorwissen anhand gezielter Vorgaben. Sie präsentieren ihr Vorwissen der Klasse und tauschen darüber aus.

http://didaktik.zum.de/lin-klitzing/kapitel/1204.htm; 18.12.2017

Vorgehen

Schema eines Arbeitsblattes für die Vier-Ecken-Methode zur Aktivierung von Vorwissen
  • Der Lehrer fertigt das folgende Vierecken-Raster an und schreibt in die Mitte den Ausgangsbegriff (Bsp.: Nationalsozialismus).
  • Die Schüler setzen sich in vier Gruppen (entspricht den vier Ecken!) um den Tisch.
  • In der ersten Runde muss jeder Schüler in seine innere Ecke ein Wort schreiben, das ihm zu dem Begriff einfällt (Bsp.: Hitler, Judenverfolgung, Ideologie, Reichskristallnacht); Dopplungen sollten, wenn möglich, vermieden werden; sie sind aber auch nicht schlimm.
  • Die Schüler drehen das Papier weiter, so dass nun Schüler 2 den Begriff von Schüler 1 bearbeiten muss. Die Anweisung könnte lauten: "Schreibe in die Ecke einen erklärenden, wertneutralen Satz zu dem dir vorliegenden Begriff." (Bsp.: "Adolf Hitler kam im Januar 1933 an die Macht" oder "Die Nationalsozialisten verfolgten Juden wegen ihres Glaubens und ermordeten viele von ihnen.").
  • Nun wird die Ecke ein weiteres Mal gedreht. Schüler 3 bearbeitet nun den wertneutralen Satz von Schüler 2, der sich wiederum auf den Begriff von Schüler 1 bezogen hat. Die Anweisung könnte nun lauten: "Welche Fragen fallen dir zu dem Begriff ein, die im Laufe der Unterrichtseinheit behandelt werden sollen?" (Bsp.: "Wie kam Hitler an die Macht?" oder "Gab es Widerstand gegen die Judenverfolgung?")
  • Nun wird die Ecke ein letztes Mal gedreht. Schüler 4 muss nun den Begriff von Schüler 1, den Erklärungssatz von Schüler 2 und die Frage von Schüler 3 der Klasse vorstellen und, wenn möglich, die Frage beantworten.
  • Nach Präsentation aller Ergebnisse erhalten die Schüler Gelegenheit, alle Vierecken-Bögen zu lesen und sich einen weiteren Einblick in das Thema zu verschaffen.
  • Der Lehrer hat nach Durchführung der Methode einen sehr guten Einblick in das Vorwissen, in Vorurteile oder in falsche Grundlagen der Schüler gewonnen.
  • Der Lehrer kann bei der Durchführung der Unterrichtseinheit nun auf besondere Interessen der Schüler eingehen und Schwerpunkte bei der Unterrichtsgestaltung setzen.

http://didaktik.zum.de/lin-klitzing/kapitel/1207.htm und http://didaktik.zum.de/lin-klitzing/kapitel/1208.htm; 18.12.2017

Vergleich zur Placemat-Methode

Die Vierecken-Methode ähnelt in mancher Hinsicht der Arbeit mit einer Placemat:

  • Mehrere Personen (im Normalfall vier) arbeiten zusammen.
  • Jede Person schreibt zunächst für sich alleine in einer "Ecke" des in der Tischmitte liegenden Blattes.

Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch Folgendes:

  • Bei der Arbeit mit einer Placemat geht es darum, ausgehend von Aussagen der einzelnen Personen schließlich zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen, das in der Mitte notiert wird.
  • Bei der Vierecken-Methode steht in der Mitte ein Ausgangsbegriff.

Linkliste

Siehe auch