Kopftuchstreit

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Version vom 5. November 2006, 11:13 Uhr von main>Karl Kirst (→‎Aktuelles: +Emel Abidin-Algan: Glauben ohne Kopftuch)

Mit Kopftuchstreit ist die Auseinandersetzung darum gemeint, ob muslimische Frauen, die aus religiösen Gründen ein Koptuch tragen, Lehrerinnen werden oder in ähnlichen Berufen und Funktionen tätig werden dürfen.

Geprägt ist dieser Streit vom Dilemma der hierbei zu beachtenden Grundwerte der Glaubens-, Religions- und Meinungsfreiheit einerseits und der Verpflichtung des Staates zur Einhaltung ebendieser Grundwerte möglicher religiöser wie politischer Indoktrination vorzubeugen.


Aktuelles

"Ihr Entschluss schlug hohe Wellen – sowohl in Deutschland als auch in der Türkei. Emel Abidin-Algan, Tochter des Gründers der islamischen Vereinigung Milli Görüs, legte nach über dreißig Jahren ihr Kopftuch ab. Die 45-jährige Mutter von sechs Kindern sprach mit Ariana Mirza über ihre Beweggründe."
"Das Land Baden-Württemberg hat in einem weiteren Kopftuchstreit eine schwere Schlappe erlitten: Nach einem Gerichtsurteil darf eine muslimische Lehrerin in einer Stuttgarter Schule weiterhin mit Kopftuch unterrichten."

Schulische Relevanz

Der Kopftuchstreit eignet sich aufgrund der damit zusammenhängenden grundsätzlichen und nicht von Vorneherein eindeutig zu beantwortenden Fragen gut als Einstieg in verschiedenen Themen unterschiedlicher Fächer:

Ethik / Religion
Geschichte
Politik und Sozialwissenschaften

In allen Fällen dürfte es interessant sein, auch einen vergleichenden Blick auf die Situation in der Türkei zu werfen.

Materialien

Konfliktstoff Kopftuch
(Bundeszentrale für politische Bildung) - umfangreiche Hintergrundinformationen und unterschiedliche Standpunkte
Darin u.a.:
"Gerade drei Koranverse äußern sich über die Kleidung der Frau. Wie bei Talmud und Bibel legt sich ein Kanon aus Deutungen und Kommentaren um die wenigen Zeilen. Dass sie ein Kopftuch vorschreiben, sehen längst nicht alle Rechtsgelehrten so. Was aber besagen sie genau? [...]"
Das Kopftuch – Entschleierung eines Symbols?
(Konrad-Adenauer-Stiftung)
"Kopftuch tragende Frauen gehören mittlerweile vielerorts längst zum alltäglichen Straßenbild in Deutschland. Viele muslimische Frauen entscheiden sich auch in Deutschland aus unterschiedlichen Gründen freiwillig für das Kopftuch. Die Motive dieser Frauen zu ergründen und ihren gesellschaftlichen und politischen Einstellungen nachzuspüren, ist die Zielsetzung dieser Studie."
"Die Tageszeitung" (taz) schreibt dazu:

Ziemlich verkannt: die Kopftuchträgerin
Neue Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung: Junge Musliminnen mit Kopftuch sind aufstiegsorientierter als deutsche Frauen insgesamt. Mutterschaft ist nicht das alles überragende Lebensziel. Gleichberechtigte Partnerschaft ist ein hoher Wert.
[...]


Die Tageszeitung, 15.09.2006

Hintergrundinformationen

Der Kopftuchstreit bezieht sich auf die Frage, ob das Tragen einer Kopfbedeckung als Symbol einer besonderen Auslegung des Islam in bestimmten Bereichen der Öffentlichkeit, insbesondere bei Bediensteten des Staates und in staatlichen Ausbildungseinrichtungen, rechtlich gestattet ist oder untersagt werden soll. Dabei handelt es sich um einen Konflikt zwischen der Religionsfreiheit der Bürger einerseits und der religiösen Neutralitätspflicht des Staates andererseits.


Wikipedia-logo.png Kopftuchstreit, Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, 24.01.2006 - Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Siehe die Nutzungsbedingungen für Einzelheiten. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.



Siehe auch